Jake Paul getestet: knapper Punktsieg über Tyron Woodly

Foto: Amanda Westcott/SHOWTIME

Jake „The Problem Child“ Paul setzte seinen rasanten Aufstieg in der Boxwelt am Sonntagabend mit einem Split-Decision-Sieg über den ehemaligen UFC-Champion Tyron „The Chosen One“ Woodley vor 16.000 Zuschauern im ausverkauften Rocket Mortgage FieldHouse in Cleveland, Ohio, fort.

Jake Paul sichert sich Split-Decision-Punktsieg über Ex-UFC-Champion Tyron Woodly

Jake Paul konnte sich zu Beginn des Gefechts auf seinen Größenvorteil verlassen und aus der sicheren Distanz diverse gute Treffer beim 39-jährigen Ex-UFC-Champion landen. Woodly hatte anfängliche Probleme, zu nennenswerten Aktionen zu kommen. Dies änderte sich allerdings in Runde 4, wo er Paul mit einem satten linken Haken traf, der Eindruck hinterließ. Paul landete in den Seilen und hatte Glück, dass der Referee dies nicht als Knockdown wertete, da die Seile Paul davor bewahrten, zu Boden zu gehen.

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Sichtlich beeindruckt, hatte der Youtube-Star, den man getrost als neue „Attraktion im Boxsport“ bezeichnen kann, einige Mühe, zurück in den Kampf zu finden. Dennoch konnte er Woodly mehrfach in den darauffolgenden Runden treffen. Doch auch der 15 Jahre ältere UFC-Veteran, der mit diesem Kampf sein Profidebüt im Boxen gab, erwischte Paul mehrfach gut. Paul versuchte den größten Teil einer ereignislosen achten Runde, sich von Woodley zu entfernen, der wiederum versuchte, einen weiteren Schlag zu landen, der Paul treffen könnte.

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Am Ende des auf acht Runden angesetzten Gefechts, werteten die Punktrichter den Kampf mit 78-74 und 77-75 für Paul und 77-75 für Woodley.

„Ich weiß nicht, was ich sagen soll – er war ein harter Gegner, der schon so viele Jahre kämpft und ich bin immer noch neu in diesem Geschäft“, sagte Paul, der erst vor drei Jahren in die Welt des Preisboxens eintauchte. „Meine Beine fühlten sich komisch an, ich war mir nicht sicher, was mit mir los war. Aber allen Respekt an Tyron. Er ist ein Hall of Famer und hat einen guten Kampf geliefert. Ich habe nichts als Respekt für ihn. Ich bin nicht nachtragend. Es ist ein tolles Gefühl, dies für meine Stadt zu tun und ein Traum wird wahr.“

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Zusammenfassend kann man sagen, dass Woodley eine deutliche Steigerung gegenüber Pauls vorherigen drei Gegnern war und er zum ersten Mal in Pauls Karriere eine echte Bedrohung darstellte. Der 39-Jährige, der sein Debüt als Profiboxer gab, landete den vielleicht bedeutsamsten Schlag des Abends, als er Paul mit einer harten Linken erwischte, die ihn gegen die Seile schickte. Dennoch war es Paul, der aktiver war. Er landete 71:52 mehr Schläge als Woodley, während Woodley bei den Powerpunches mit 41:35 besser abschnitt als Paul.

„Er hat mich während des gesamten Kampfes nur mit einem Schlag richtig getroffen und das war ein guter Schlag“, sagte der polarisierende Paul. „Es war ein wirklich guter Schlag. Ich weiß nicht, was der eine Punktrichter gesehen hat. Aber ich habe trotzdem den Sieg errungen. Ich komme hierher und gehe in meinem vierten Kampf über acht Runden, wer macht das schon? Ich tue Dinge, die noch nie gemacht wurden.“

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Der ehemalige UFC-Champion im Weltergewicht Woodley, der seinen Gürtel fünfmal erfolgreich verteidigt hat, war der Meinung, dass er in seinem Debüt als Profiboxer genug getan hat, um den Sieg zu erringen: „Ich habe das Gefühl, dass ich den Kampf gewonnen habe“, sagte Woodley aus St. Louis. „Jake ist ein großartiger Gegner. Ich habe nicht erwartet, dass er meine Schläge so wegsteckt. Aber die Tatsache, dass ein Punktrichter mir nur zwei Runden gegeben hat, ist Wahnsinn. Vergessen Sie den Kampf gegen Tommy Fury. Den sollten wir zurücknehmen. Niemand wird den PPV so gut verkaufen wie wir. Die Seile hielten ihn aufrecht, als ich ihn schlug. Ich hätte ihn niederschlagen können!“

Woodly spielt damit auf einen eventuell bald stattfindenden Kampf zwischen Jake Paul und Tommy Fury an, dem jüngeren Bruder von WBC-Schwergewichtsweltmeister Tyson Fury. Beide tauschten bereits in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder verbale Streitigkeiten aus – sowohl via Social Media, als auch zu Pressekonferenzen, auf denen beide anwesend waren, da Fury, ebenfalls wie Stallkollege Dubois, sein US-Debüt auf der gleichen Card gab. Fury konnte gegen Ex-MMA-Kämpfer Anthony Taylor einen unbeschadeten Punktsieg erzielen.

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