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Huck vs Briedis
Nachdem lange darüber spekuliert wurde, ob es am Samstag im Kampf von Marco Huck gegen Mairis Briedis um die Interims-WM oder um den regulären Titel der WBC im Crusiergewicht geht, ist jetzt eine Entscheidung getroffen wurden.

Marco Huck boxt um reguläre WBC-Weltmeisterschaft im Cruisergewicht

Es ist amtlich: Sollte Marco Huck am Samstag gegen Mairis Briedis gewinnen, ist er der alleinige Weltmeister nach Version der WBC im Crusiergewicht! Dies verkündete der WBC-Präsident Mauricio Sulaiman heute gegenüber dem Huck-Lager. 

Der bisherige WBC Weltmeister Tony Bellew (29-2-1), der den Titel am 29. Mai 2016 durch einen KO-Sieg über den Kongolesen Ilunga Makabu gewann, hätte eigentlich den WBC Titel innerhalb von 90 Tagen gegen Mairis Briedis verteidigen müssen. Bellew hatte jedoch eine Ausnahmegenehmigung beim Weltverband beantragt um den WBC Titel am 15. Oktober 2016 vorher noch einmal freiwillig gegen B. J. Flores verteidigen zu dürfen. Nach seinem Sieg über Flores hätte Bellew nun wiederum innerhalb 90 Tagen den WM-Titel gegen Briedis verteidigen müssen. Während der WBC-Konvention beantragte Tony Bellew jedoch eine Sondergenehmigung gemäß der Regel 3.87 zur Teilnahme an einem WBC-Special Event im Schwergewicht, die von der WBC wiederum erteilt wurde. Dies hatte zur Folge, dass  die WBC sich einstimmig für einen Interim-Championship-Kampf zwischen Mairis Briedis und Marco Huck entschied.

Tony Bellew besiegte dann am 4. März den Ex-Weltmeister im Schwergewicht David Haye durch tKO in der 11. Runde und seit dem ist sich Bellew unsicher ob er nun doch weiter im Schwergewicht bleiben wird. Bellews Manager Eddie Hearn spricht inzwischen schon offen von einem Rückkampf Bellews vs. Haye. Auf jeden Fall hat Bellew der WBC mitgeteilt, dass er nicht in der Lage sei seinen Titel in der von der WBC vorgegebenen Frist zu verteidigen. 

Der WBC Board of Governors hat deshalb gestern einstimmig beschlossen Tony Bellew den Status als „Emeritus Champion“ zu verleihen, der ihm das Recht gibt, wann immer er möchte um die Cruisergewichts-Weltmeisterschaft  zu kämpfen. Das ist quasi ein dauerhaftes Recht eines offiziellen Herausforderers.

Der Status eines Emeritus-Champion ist ein Privileg, das in der Geschichte der WBC nur selten verliehen wurde, unter anderem Vitali Klitschko, Floyd Mayweather, Bernard Hopkins, Erik Morales.

Für Huck geht es am kommenden Samstag also um Alles. Er wäre nicht nur zum ersten Mal in seiner Profi-Karriere Titelträger beim prestigeträchtigen World Boxing Council, sondern auch neben Tyron Zeuge der aktuell einzige deutsche Box-Weltmeister eines der vier großen Weltverbände.

Bärenstarker Gegner: Lettlands Boxhoffnung Mairis Briedis

Varol Vekiloglu, Marco Huck und Oktay Urkal (Foto: HSP)
Varol Vekiloglu, Marco Huck und Oktay Urkal (Foto: HSP)

Der 32-jährige Mairis Briedis ist allerdings ein brandgefährlicher Kontrahent. Von 21 Fights konnte er alle gewinnen, 18 davon vorzeitig. Einer seiner KO-Opfer war unter anderem Manuel Charr. Der schlagstarke Lette möchte nun den größten Erfolg seiner Laufbahn erzielen und den Ring in der Dortmunder Westfalenhalle am Samstag als neuen Champion verlassen.

Marco Huck ist dagegen selbst hoch motiviert und will, nach seinem WBO-Titelverlust gegen Krzysztof Glowacki, wieder einen der vier großen Weltverbände als Weltmeister regieren. Mit seinem neuen Chef-Trainer Oktay Urkal und Fitness-Coach Varol Vekiloglu hat sich Huck in den letzten Wochen hart vorbereitet und scheint topfit zu sein. „Käpt’n“ Huck absolviert in diesen Tagen, gemeinsam mit seinem Trainer-Gespann, letzte Trainingseinheiten. Denn nur ein Marco Huck in Top-Form kann gegen Briedis erfolgreich sein und den WM-Thron erobern!

Marco Huck und Maris Briedis

Jetzt offiziell: Marco Huck boxt am Samstag um regulären WBC-Titel gegen Mairis Briedis!
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Rafael Bejaran vs. Nkululenko Bulldog Mhlongo

Am kommenden Sonntag 2. April ertönt um 16 Uhr in der legendären Kultdisco Grosse Freiheit 36 auf Hamburg-St.Pauli der 1. Gong zur WBF-Weltmeisterschaft im Halbmittelgewicht zwischen dem Wahlhamburger Rafael Bejaran und dem Südafrikaner Nkululenko Bulldog Mhlongo.

IMG_0949Damit ist Bejaran, der seit 2013 in Hamburg lebt, im „Kampf seines Lebens“ angekommen.

Der verheiratete Dominikaner arbeitet täglich 10 Stunden als Staplerfahrer in einem Getränkemarkt. Sein Tagesablauf beginnt um 4 Uhr. 10 Stunden-Schicht täglich von 5 bis 15 Uhr. Training täglich von 18 bis 21 Uhr. Nachdem Bejaran von 2013 bis 2015 garnicht boxte fiel er im Weltrang auf Platz 411. In den letzten 20 Monaten bestritt er 8 Fights, darunter 5 erfolgreiche Titelkämpfe (Deutscher Meister Mittelgewicht BdB / WBC-Eurasia Champ Middleweigth). Nach seinem Unentschieden um die WBO-Europameisterschaft im Dezember 2016 in Hamburg ist nun der anstehende Kampf um die Weltmeisterschaft eine unerwartete Entwicklung, die aufgrund seines Weltspitzenrankings bei WBO und IBF aber voll verdient ist.

Zum Kampf des Jahres um die Weltmeisterschaft in Hamburg bietet die Box-Promotion Boxen im Norden in der Gr. Freiheit einen grossen Showrahmen mit Live Music Stars und weitere 8 internationale Profikämpfe an. Neben der Deutschen Meisterin Beke Bas bestreitet der Hamburger Lokalmatador Sebastiano Lo Zito seinen 9. Profikampf (bisher 8 Siege), der ihm im Erfolgsfall den Titelkampf um die Deutsche Meisterschaft ebnen soll. In der rappelvollen Location wird die Stimmung – anders als in halbleeren Hallen – am Siedepunkt sein. Grosse Promi- und Medienpräsenz wird vor Ort sein.

Nukulenko Bulldog Mhlongo ist amtierender WBF-Intercontinental Champ, South Africa und Pan Africa Champion im Super Welterweight. Mit 1,86 cm Körpergrösse und sehr langer Armreichweite ist er extrem schlagstark. Mhlongo ging wie Bejaran noch nie k.o.
Quelle: BOXEN im NORDEN, Thomas Nissen
Rafael Bejaran vs. Nkululenko Bulldog Mhlongo
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koelling-beterbiev-ibfEin Kampf zwischen dem IBF zweitplatzierten Artur Beterbiev und der Nummer 5 der IBF-Rangliste im Halbschwergewicht Enrico Kölling ist Berichten von ESPN zu Folge in Arbeit.

Harte Aufgabe für Kölling

Nachdem wir bereits vor einigen Tagen berichteten, dass Artur Beterbiev (11-0, 11 KOs) nach der Absage von Sullivan Barrera keinen Gegner für einen Eliminatorkampf zu finden scheint, hat sich das Blatt nun womöglich gewendet. Der in unserem Artikel ebenfalls erwähnte Berliner Sauerland-Halbschwergewichtler Enrico Kölling (23-1, 6 KOs), der derzeit auf Platz 5 der IBF steht, ist als Gegner Beterbievs im Gespräch. Beterbievs Promoter Yvon Michel ist bereits mit Köllings Promoter Sauerland Event im Gespräch um die Rahmenbedingungen für den Kampf festzumachen. Der Kampf könnte bereits im Mai diesen Jahres kommen und aller Voraussicht nach in Kanada stattfinden.

Beterbiev möchte nach seinem Erstrunden-TKO-Sieg gegen Isidro Ranoni Prieto im Dezember vergangenen Jahres so schnell wie möglich wieder in den Ring zurück. Zunächst stand Sullivan Barrera bereit, gegen den schlagstarken Russen am 21. April in Miami anzutreten, sagte jedoch dann kurzerhand wieder ab, da ihm die Einzelheiten des Deals nicht zusagten. Zuvor hatte Beterbievs Promoter Michel das Purse Bid für den Kampf gewonnen.

IBF-Eliminator – Gewinner dann gegen Sieger aus Kovalev vs. Ward II

Für Kölling wäre es die mit Abstand schwerste Aufgabe seiner bisherigen Profikarriere. Beterbiev gilt als harter Puncher, der zudem auch über die nötige Technik verfügt. Als Amateur konnte er bereits Ex-Champion Sergey Kovalev zweimal bezwingen. Kölling, Olympiateilnehmer von 2012, stand zuletzt zweimal gegen den Südafrikaner Ryno Liebenberg (17-5(1), 12 KOs) im Ring. Bei beiden Duellen ging er zwar als Sieger nach Punkten hervor, tat sich jedoch im ersten Aufeinandertreffen mit Liebenbergs Stil schwer.

Sollte es zum Duell der beiden Halbschwergewichtler kommen, kann der Gewinner dann gegen den Sieger aus dem Rematch zwischen Andre Ward und Sergey Kovalev antreten. Ward bezwang Kovalev am 19. November 2016 umstritten mit 3x 114:113 Punkten und sicherte sich somit die WM-Titel der WBO, WBA (Super) und IBF. Voraussetzung ist dann natürlich, dass der IBF-Titel im Anschluss nicht niedergelegt wird, um auf größere Paydays zu setzen.

IBF-Eliminator: Trifft Enrico Kölling auf Artur Beterbiev?
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Huck und Koch

Marco Huck engagiert eigenen Koch

Marco „Käpt´n“ Huck überlässt vor dem WM-Kampf gegen den ungeschlagenen Mairis Briedis aus Lettland nichts dem Zufall. Für das Trainingslager hat der IBO-Champion einen Profikoch engagiert, der täglich die komplette Vorbereitungsphase ernährungstechnisch begleitet.

Marvin Mende hat vor seinem Engagement bei Huck für Fußballstar Julian Draxler gekocht. „Als Julian nach Paris wechselte, war ich frei für neue Aufgaben. Die Arbeit mit Marco ist eine große Herausforderung für mich“, sagt der 28jährige.

Drei Hauptmahlzeiten am Tag und dazu Powerschübe für das Training – das steht auf dem täglichen Ernährungsplan des Champions. „Natürlich ist jede Mahlzeit der aktuellen Vorbereitungsphase und Tageszeit angepasst, Brennwerte und Nährstoffgehalt sind genau berechnet“, berichtet der Koch. „Man könnte sagen, dass Kochkunst die Hälfte des Essens ausmacht – der Rest ist Mathematik.“

Nach einem reichhaltigen Frühstück mit viel Obst stehen mittags zumeist viele Kohlehydrate auf dem Plan. „Zwischen den Trainingseinheiten ist es natürlich wichtig, dass sich Markos Energiespeicher wieder aufladen und er Power bekommt. Gerade in der heißen Phase der Wettkampfvorbereitung wird dem Körper viel abverlangt – das muss man ihm zurückgeben.“ Am Abend sieht das anders aus – da ist vor allem die Regeneration der Muskeln gefragt, die durch die richtige Ernährung unterstützt werden soll. Das heißt zum Abendessen Eiweiße und wenig Kohlehydrate.

Auch direkt während der Trainingseinheiten ist der Meisterkoch gefragt. „Da bereite ich zum kurzfristigen Aufladen der Speicher immer Eiweißshakes oder spezielle Powerriegel zu. So ein kleiner Energieschub zwischendurch ist bei der hohen Belastung sehr hilfreich.“

Auch in der Wettkampfwoche wird Marvin Mende das Essen des Champions zubereiten. Durch die Ernährungsumstellung soll auch das kräftezehrende Gewichtmachen vermieden werden. „Das sogenannte Abkochen von Kilos direkt vor dem Kampf ist für den Körper natürlich eine hohe und vor allem unnötige Belastung“, weiß Mende. „Unser Ziel ist es, dass Marco auf den Punkt sein ideales Kampfgewicht hat. Und es sieht alles danach aus, dass wir das schaffen.“

Käpt´n Huck hat mit dem Engagement des Profikochs zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. „Ich fühle mich topfit, wie neu geboren“, sagt der Champion. „Und außerdem schmeckt das Essen auch noch super.“

Kochkunst und Mathematik – Käpt´n Hucks Geheimrezept
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linares-crolla-rematchIn der Nacht von vergangenem Samstag auf Sonntag verteidigte der WBA Weltmeister im Leichtgewicht Jorge Linares seinen Titel einstimmig gegen Herausforderer Anthony Crolla.

Linares auch im Rückkampf erfolgreich

Linares und Crolla standen sich bereits im September des vergangenen Jahres im Ring gegenüber. Auch damals siegte Linares einstimmig nach Punkten, jedoch nicht so deutlich und mit solch einer Dominanz wie im Rückkampf der beiden Leichtgewichtler Samstag Nacht.

Der WBA-Weltmeister zeigte über die gesamte Distanz hinweg Boxen auf hohem technischen Niveau. So war er Crolla in allen Belangen überlegen und boxte ihn regelrecht aus. In Runde 7 musste Anthony Crolla dann durch einen perfekt getimeten Uppercut Bekanntschaft mit dem Ringboden suchen, kam jedoch wieder hoch um sich direkt die nächsten Schläge einzufangen, welche das Gefecht fast vorzeitig beendet hätten.

Crolla boxte jedoch angefeuert von seinen Fans bis zum Ende unermütlich weiter und drehte in der zweiten Kampfeshälfte sogar nochmal auf. Am Ende blieb der beherzte Einsatz jedoch nicht belohnt. Alle drei Punktrichter entschieden mit deutlichen 118:109 Punkten für den Weltmeister Jorge Linares, der sich damit für weitere Aufgaben empfahl. So wird für den 31-jährigen als nächstes ein Vereinigunfgskampf gegen WBC-Titelträger Mikey Garcia anstehen, welcher in der Weltrangliste Platz 3 belegt (Linares Platz 1). Der Kampf könnte bereits im Sommer stattfinden.

Jorge Linares verteidigt Titel gegen Anthony Crolla
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Zeuge dreht sich ab
Kampfszene aus dem WM-Kampf Tyron Zeuge vs. Isaac Ekpo: Wiederholt dreht Zeuge ab und bietet Ekpo seine Rückansicht

Tyron Zeuge – das war nicht weltmeisterlich!

Guten Morgen aus Mallorca,

ilbay vs Frankich muss mit dem Abstand einer Nacht sagen: Die Boxveranstaltung gestern Abend in Potsdam war wirklich super, fast alle Kämpfe und besonders die Rahmenkämpfe haben tollen Boxsport geboten. Aber es war in erster Linie der „heimliche Hauptkampf“ zwischen Deniz Ilbay vs. Angelo Frank der zum Knaller des Abends wurde. Dieser Kampf hat, in dem zwar noch relativ kurzen Boxjahr 2017, den Anspruch bei der Auswahl zum Kampf des Jahres mit dabei zu sein. Zwei super trainierte Boxer lieferten den Zuschauern ein Boxspektakel der besonderen Art. Beide Kämpfer fighteten, meist Fuß an Fuß stehend und boten den Zuschauern eine wahre Ringschlacht und am Ende waren sich sicher viele der Zuschauer in der Halle und auch auch die an den Bildschirmen von ranfighting darüber einig, dass dieser Kampf eigentlich keinen Verlierer verdient hat. Angelo Frank war schon auf dem Weg den Kampf zu gewinnen, als Deniz Ilbay in der 10. Runde noch einmal seine Klasse zeigte und Frank mit zwei klassischen Körpertreffern fast ins Wanken brachte. Dadurch fand Ilbay wieder zurück in den Kampf, der in der zweiten Hälfte teils von Angelo Frank dominiert wurde. Es war dann schließlich auch die 10. und die 11. Runde die klar an Ilbay ging und diese beiden Runden entschieden letztlich auch den Kampf, wären diese beiden Runden auch noch an Angelo Frank gegangen, hätte das Urteil sicher andersherum ausgesehen. Aber als Fazit kann man hier nur sagen: meine Hochachtung vor beiden Kämpfern. Auch wenn es um das vielleicht doch etwas zu klare Urteil hinterher viel diskutiert wurde, so gab es doch um eines nichts zu diskutieren: Der klare Sieger dieses Kampfes war der deutsche Boxsport. Dieser Kampf verlangt nach einer Revanche, die dann hoffentlich als Hauptkampf im Programm von SAT1 übertragen wird. 

Leon BunnAuch die anderen Rahmenkämpfe waren durchaus auf hohem Niveau und boten guten Boxsport. Hier besiegte der deutsche Supermittelgewichtler Denis Radovan (3-0, 1 KO), in seinem dritten Kampf als Profi, den bisher ungeschlagenen Atin Karabet (3-1, 2 KOs) klar nach Punkten. Ganz besonders gefallen hat mir allerdings ein anderer Sauerland Neuzugang, nämlich der 24jährige Frankfurter Halbschwergewichtler Leon Bunn (3-0-0, 3 KO-Siege) der es in seinem dritten Profikampf mit dem Russen Victor Kessler (3-2-0) zu tun hatte.  Der junge Frankfurter zeigte hier sein ganzes Können, in dem er den anstürmenden Russen in der ersten Runde geschickt im Rückwärtsgang auskonterte um dann in der zweiten Runde, zur vollsten Zufriedenheit seines Trainers Ulli Wegner, alles klar zu machen. Der dritte KO-Sieg im dritten Kampf. Da wächst ein ganz besonderes Talent heran und dieses Talent kommt auch noch aus meiner Heimatstadt Frankfurt am Main. Daran mag es dann auch vielleicht gelegen haben, dass ich mit wohl subjektiv getrübten Gedanken so kurz vor dem Einschlafen Resümee  über die gestrigen Kämpfe gezogen habe und dabei zur Überzeugung kam, dass – wenn dieser Leon Bunn drei Kilo weniger wiegen würde – er diesen Tyron Zeuge-Gegner aus Nigeria wohl in drei Runden ausgeknockt hätte. 

Zeuge vs. Ekpo1Und damit wären wir beim Hauptkampf der gestrigen Veranstaltung in Potsdam. Was haben wir alles für Vorschusslorbeeren zu diesem Kampf gehört. Unsere Redaktion wurde fast täglich zugepflastert von immer wieder neuen Pressemitteilungen der Sauerländischen Pressestelle, die wir auch gerne veröffentlicht haben. Ich erinnere mich da besonders an eine Schlagzeile, es war eine Aussage von Zeuges Trainer Jürgen Brähmer: „Tyron kann das Super-Mittelgewicht auf Jahre dominieren!“ Genau an diese Aussage musste ich denken als Zeuge sich immer und immer wieder ab- und umdrehte und seinem Gegner den Rücken zukehrte. Da schrieb dann Zeuge-EkpoJemand in unserer Facebook-Gruppe, das sei amateurhaft, aber das war nicht amateurhaft, denn das wäre
eine Beleidigung für alle Amateurboxer. Das was Zeuge hier in der dritten, vierten und in der angefangenen 5. Runde gezeigt hat sah aus wie die pure Angst vor seinem Gegner. Apropos Gegner, dieser Isaac Ekpo ist nach meiner Qualifikation eigentlich nichts mehr als ein durchschnittlicher Rahmenkämpfer, als dass er ein offizieller Herausforderer um einen WM-Titel ist. Ich muss mich fragen wie es dieser Durchschnittsboxer es überhaupt geschafft hat an die Spitzenposition beim Weltverband der WBA zu kommen? Es kann ja heute jeder in die Rankings und Ergebnislisten der Computerrangliste boxrec.com Einblick haben um Zeuge-Ekpo1sich hier einmal zu informieren oder recherchieren „gegen wen hat denn dieser Mann in den letzten Jahren geboxt und was qualifiziert ihn so weit oben in der WBA Weltrangliste zu stehen?“ Da wundert es mich, dass sich nicht ein einziger der vielen Sportjournalisten und Box-Experten nicht auch nur einmal die Mühe gemacht hat um festzustellen,  durch welche „Erfolge“ dieser Isaac Ekpo es überhaupt an die Spitze der WBA Rangliste geschafft hat. Hier deshalb einmal meine Recherche: Die letzten beiden Gegner die Isaac Ekpo im gesamten Jahr 2016 geboxt hat hießen Idrissa Kabore (Nr. 300 der Rangliste) und Stephen Abbey (Nr. 690 der Rangliste). Im Jahre 2015 boxte er gegen David Okai (Nr. 570 der Rangliste). Alle anderen Gegner von Ekpo waren noch schlechter gerankt als die vorgenannten Gegnern. Einzig vor 4 Jahren hatte er gegen einen Gegner geboxt der besser als Nr. 300 gerankt war, das war Robert Stieglitz, gegen den Ekpo damals aber sang- und klanglos verloren hatte. Jetzt möge mir doch einmal die WBA erklären wie dieser zweit- oder eher doch drittklassige Boxer es urplötzlich, wie durch ein Wunder an die Spitze der WBA Weltrangliste geschafft hat und auch noch zum offiziellen Herausforderer von Tyron Zeuge geworden ist, wo der doch in den letzten Jahren niemals einen Gegner vor den Fäusten hatte der besser als an Nr. 300 gerankt war.

Es kann für Tyron Zeuge auch nicht als Entschuldigung herhalten, dass man jetzt sagt: „Zeuge war aber doch verletzt, da muss man ihm nachsehen, dass er nach dieser Verletzung von der Rolle war.“ Als Weltmeister, als der beste Boxer der Welt in seiner Gewichtsklasse, muss ein Boxer auch mit solch einer kleineren Cut-Verletzung zurecht kommen. Ich wunder mich aber, dass Tyron Zeuge regelrecht platt war. Mir kam es vor als hätte er schon ab der dritten Runde Konditionsschwierigkeiten gehabt, wofür auch das immer wiederkehrende Wegdrehen vom Gegner zeugt. Für solch ein Wegdrehen vom Gegner und dem Zuwenden des Rücken sind schon unzählige Boxer aus dem Ring genommen worden und das auch noch bei einem WM-Kampf……von dem Mann der auf Jahre seine Gewichtsklasse beherrschen soll.Tobias Drews Was mich allerdings auch verwundert hat ist, dass seitens des SAT1 Kommentators Tobias Drews (den ich ansonsten als Box-Kommentator verehre) und des Co-Kommentators Axel Schulz nicht ein einziges Wort der Kritik kam oder haben die Beiden Angst vor der Schelte des Senders als Nestbeschmutzer getadelt zu werden? Das war doch nicht Weltmeister würdig was Zeuge da gezeigt hat, das muss doch auch Drews und Schulz gesehen haben. Kann es denn nicht sein, dass Tyron Zeuge einfach zu viel Gewicht abtrainieren musste um unter das Super-Mittelgewichtslimit zu kommen und dass ihn das platt gemacht hat? Axel Schulz sagte zwar ganz richtig: „Tyron hat die ersten beiden Runden klar gewonnen.“ Damit gehe ich auch konform. Aber was war mit den anderen drei Runden? Bei einem Technischen Punkturteil muss auch die angefangene Runde voll gepunktet und gewertet werden. Das Reglement ist hier 100%tig korrekt angewandt worden, auch wenn die Zuschauer dies wohl nicht alle verstanden haben. Aber hat denn Zeuge wirklich auch die dritte, vierte und die angefangene 5. Runde gewonnen? Oder habe ich da etwas anderes gesehen. Aber nicht ein einziges Wort der Kritik am Urteil des Kommentators und Co-Kommentators.

Und dann sollte Zeuges Management oder sein Promoter ihn einmal von dieser Fäkalsprache abbringen die er in jedem seiner beiden Interviews gestern Nacht an den Tag legte. Auch das war gar nicht nicht weltmeisterlich. Beim Interview im Ring hat er in nur fünf Sätzen gleich sieben Mal das Wort „Scheiße“ benutzt und hat damit die SAT1 Interviewerin Andrea Kaiser gleich angesteckt, den die hat dann auch dieses Wort in den Mund genommen. Auch im zweiten Interview kamen immer wieder die Worte Scheiße, Kacke und kotzen aus seinem Mund.

Nun hat er mich mit dieser Fäkalsprache glaube ich auch angesteckt: „Lieber Tyron, der Kampf gestern Abend war einfach nur Scheiße!“

Fotos: Sebastian Heger

Boxen aus Potsdam: Eine Nachbetrachtung von Ebby Thust
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Hamburg Giants / Foto: Torsten Helmke
Hamburg Giants / Foto: Torsten Helmke

Die Hamburg Giants fiebern jetzt ihrem letzten Heimkampf in ihrer ersten Saison in der 1. Box-Bundesliga am 8. April entgegen

Eine Woche nach dem Sieg der Hamburger Riesen im Hinkampf gewannen beide Teams jeweils 4 Kämpfe. Mehr als 300 Zuschauern in Wismar verfolgten das Duell der beiden Teams in der 1. Box-Bundesliga. Das Ergebnis des Kampfabends steht unter Vorbehalt, da der Deutsche Boxverband eventuelle Verstöße des Wismaer Teams gegen die Ligastatuten der 1. Box-Bundesliga prüft.
 
Hamburg Giants / Foto: Torsten Helmke
Hamburg Giants / Foto: Torsten Helmke

“Das war ein guter Abend für uns”, sagte Giants General Manager Raiko Morales. “Mit dem Unentschieden sind wir nach dem Verlauf des Abends zufrieden. Es war ein spannendes Nordderby in fairer Atmosphäre.” Die Hamburg Giants sind zum Kampfabend in Wismar nur unter Protest angetreten, da in der Mannschaftsaufstellung des Boxteams aus Wismar nicht die in den Ligastatuten geforderten 3 Boxer mit deutscher Staatsangehörigkeit gemeldet waren. Dazu Raiko Morales: “Wir haben Protest gegen die Wertung des Abend eingelegt und müssen jetzt auf die endgültige Wertung durch den Deutschen Box-Verband warten. Wir wollten den Zuschauern in Wismar trotzdem eine gute Show bieten und sind deshalb auch in den Ring gestiegen.” Aus sportlicher Sicht war der Teammanager der Giants, Christian Morales zufrieden mit dem Abend: “Wir haben heute wieder Boxer eingesetzt, die auf diesem Niveau noch wenig Erfahrung haben. Diese Jungs haben gezeigt, dass sie zu den größten Talenten Hamburgs und Norddeutschlands gehören. Jetzt konzentrieren wir uns auf unseren letzten Heimkampf am 8. April. Zum Abschluss wollen wir Hamburg noch einmal zeigen, wie hochklassig olympisches Boxen sein kann.”

 
Die ersten beiden Kämpfe des Abends in den leichten Gewichtsklassen verloren die Giants Mahdi Akbari (gegen Oleksander Vasilenko, bis 56 kg) und Kaan Yildiz (gegen Arslan Khataev, bis 60kg) nach Punkten. Edison Zani gewann anschließend seinen Kampf im Weltergewicht (bis 64 kg) gegen Marykle Storm. Vor der Pause sorgte Nawid Soleiman Asefi mit seinem Sieg gegen Daniel Meyer in der Gewichtsklasse bis 69 kg für den Ausgleich nach Kämpfen zwischen beiden Teams. Die ersten beiden Kämpfe nach der Pause gingen wieder an das Boxteam Hanse Wismar. Carlos Angeles verlor in der Gewichtsklasse bis 75 kg gegen Samwel Daschyan und Ike Schmidt musste sich Razmik Arutyunaov geschlagen geben (bis 81 kg). Nun lag es an den Hamburger Schwergewichtsboxern dafür zu sorgen, dass die Hamburger Riesen einen Punkt mit nach Hause nehmen. Und sowohl Fehrat Östaz gegen Patryk Rostowski (bis 91kg) als auch Temur Mamojan gegen Roger Hryniuk gewannen ihre Kämpfe.
 
Die Hamburg Giants fiebern jetzt ihrem letzten Heimkampf in ihrer ersten Saison in der 1. Box-Bundesliga am 8. April entgegen. “Am 8. April wollen wir noch einmal eine große Show für alle Boxfans in Hamburg bieten. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und wir möchten die Saison gegen den UBV Schwedt, das einzige Team, das uns besiegt hat, mit einem Sieg beenden”, sagt Raiko Morales.
 
Quelle: Marcus von Zmuda, faktor3sport / Fotos: Torsten Helmke
Hamburg Giants und BT Hanse Wismar trennen sich 12:12
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zeuge-ekpo-wba
Im Hauptkampf des Box-Abends in der MBS-Arena in Potsdam, verteidigte der WBA-Weltmeister im Supermittelgewicht Tyron Zeuge seinen Titel, gegen den Nigerianer Isaac Ekpo, erfolgreich nach Abbruch in der fünften Runde durch eine technische Punktentscheidung.

Kopfstoß verursacht Cut bei Zeuge

Bei seiner ersten Titelverteidigung wollte Tyron Zeuge, gegen den früheren WM-Herausforderer von Robert Stieglitz, ein Statement setzen. Heraus kam ein, für beide Boxer, unzufriedenes Ende! In den ersten beiden Runden war Zeuge der aktivere und bessere Boxer. Sehr konzentriert konterte der 24-jährige Deutsche eventuelle Angriffe des ungestümen Gegners meist mit linken Kopf- und Körperhaken. Im dritten Durchgang knallten Zeuge und Ekpo mit den Köpfen zusammen. Dabei öffnete sich ein grosser Cut am rechten Auge beim Weltmeister. Tyron Zeuge wirkte dadurch sehr beeinträchtigt und fand nicht mehr so recht in den Kampf.

Beide Boxer suchten ihr Glück fortan in der Halb- und Nahdistanz und schenkten sich nichts. Zeuge blieb der bessere Boxer aber konnte sich, verletzungsbedingt, keine klaren Vorteile aus der langen Distanz erarbeiten und geriet mit Ekpo immer wieder in den Clinch. In der fünften Runde brach der Ringrichter auf Anraten von Ringarzt Professor Walter Wagner den Fight ab. Somit ging es, aufgrund des unabsichtlichen Kopfstosses auf die Wertungen der drei Juroren.

Alle drei Punktrichter werteten jeweils mit 49:46, 48:47 und 49:47 zugunsten des alten und neuen WBA-Champions Tyron Zeuge. Der Sieger antwortete im Interview sichtlich enttäuscht: „Der Ausgang des Kampfes ist scheiße! Man bereitet sich wochenlang auf diesen Abend vor und dann passiert so etwas!“ Der Abbruch war regelkonform und das Urteil mit 48:47 geht in Ordnung, die Wertungen mit 49:46 und 49:47 fallen jedoch etwas zu sehr zu Gunsten des Weltmeisters aus. Ein Rückkampf wäre wohl für alle Beteiligten die beste Möglichkeit, um einen klaren Sieger ohne unglückliche Verletzungen auszumachen!

Tyron Zeuge bleibt Weltmeister durch Technische Punktentscheidung!
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Deniz Ilbay bleibt GBU-Weltmeister im Weltergewicht (Foto: Sebastian Heger)
Deniz Ilbay bleibt GBU-Weltmeister im Weltergewicht (Foto: Sebastian Heger)

Es war ein mit Spannung erwarteter Kampf zweier deutscher Weltergewichtler um die GBU-Krone: der Kampf zwischen Angelo „Europa“ Frank und Deniz „El Pistolero“ Ilbay, der in den vergangenen Wochen die deutsche Boxszene beschäftigte. Auch die beiden Protagonisten sorgten im Vorfeld für allerlei Gesprächsstoff.

Ilbay startet mit gewohnt hohem Tempo

Ilbay startete den Kampf aus der Ringmitte und baute den Kampf mit seinem Jab auf. Mit seiner schnellen Führhand konnte Ilbay in der ersten Runde Treffer setzen. Frank, der als Angriffsboxer gilt, konnte einige Schläge entgegensetzen, musste in Runde 1 jedoch mehr Treffer nehmen als Ilbay, welcher die erste Runde für sich entscheiden konnte.

In der zweiten Runde konnte Frank dem schnellen Ilbay mehr entgegnen und ihn einige Male in den Rückwärtsgang zwingen. Ilbay konnte dennoch weiter gezielte Haken setzen und mit seiner Schnelligkeit punkten. In Runde 3 gelang es Frank erneut, Ilbay an den Seilen zu stellen und ihn mit Schlägen einzudecken. Ilbay musste hier einige Treffer nehmen, konnte sich jedoch rausbewegen und kontern. Insgesamt war Frank in der dritten Runde der Mann mit leichten Vorteilen, weswegen man ihm diese Runde durchaus zusprechen kann.

Angelo Frank vs. Deniz Ilbay: Werbung für den deutschen Boxsport!

El Pistolero vor dem Walk In gegen Angelo Frank (Foto: Sebastian Heger)
El Pistolero vor dem Walk In gegen Angelo Frank (Foto: Sebastian Heger)

Durchgang 4 startete mit weiterhin hohem Tempo. Ilbay stellte erneut unter Beweis, dass sein Kampfname „El Pistolero“ gerechtfertigt ist. Mit schnellen Kombinationen setzte er Frank zu und konnte zudem mit sehr schönen Meidbewegungen glänzen. Im Verlauf des Kampfes wurde Frank, der bereits ein erfolgreicher Amateur war, im Infight stärker und konnte wichtige Treffer bei Ilbay setzen. Dieser war zwar nicht mehr ganz so schnell auf seinen Beinen, brachte aber dennoch blitzschnelle Jabs, mit welchen er Frank sehr gut treffen konnte.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte des GBU WM-Kampfes boxten beide Weltergewichtler weiterhin mit hohem Tempo und lieferten den Zuschauern in der Potsdamer MBS Arena und den Fans an den TV-Bildschirmen einen packenden Kampf. Frank gelang es immer wieder, Ilbay an den Seilen zu stellen und mit Schlägen zum Körper und Kopf einzudecken. Dieser fightete zwar mit, jedoch wäre es ihm besser geraten gewesen, sich von den Seilen und damit den Schlägen Franks wegzubewegen. Der „Wikinger“ Frank wirkte zunehmend immer stärker, setzte gute Konter und bereitete Ilbay sichtlich mehr Probleme als zu Beginn des Kampfes. So konnte sich der Sohn einer Zirkusfamilie auch die 8. Runde sichern.

Auch die 9. Runde war eine Runde für den Weltergewichtler des Wiking Boxteams. Frank baute die Runde mehr und mehr auf und erhöhte den Druck auf Ilbay immer weiter. So konnte er vor allem zum Ende dieser 9. Runde klare Treffer setzen, welche bei Ilbay sichtlich Wirkung zeigten. In Runde 10 drehte Ilbay erneut auf. Beide Boxer zeigten weiter ein starkes Tempo! Ilbay konnte gegen Ende der 10. Runde harte Körpertreffer bei Frank setzen, welcher nur mit Mühe nicht zu Boden musste.

Nachdem Ilbay Runde 10 für sich entscheiden konnte, machte der Kölner auch zu Beginn der 11. gleich wieder Druck und „jagte“ Frank im Rückwärtsgang durch den Ring. Deniz Ralf Ilbay schien wieder voll im Rennen zu sein, baute wieder Druck auf und setzte die klareren Treffer, ehe es zur zwölften und letzten Runde kam.

Nachdem beide das Shake Hands zur letzten Runde augenscheinlich nicht wollten, fighteten sie wie auch die Runden zuvor zur Freude der Zuschauer weiter. Frank schaffte es erneut, Ilbay zu stellen und ihn in der Ringecke zu halten. Ilbay musste erneut starke Treffer nehmen, konnte jedoch auch einige Konter setzen. Beide schenkten sich bis zum Schlussgong absolut nichts und zeigten deutschen Boxsport auf hohem Niveau!

Nachdem keiner der beiden den Kampf vorzeitig beenden konnte, werteten die Punktrichter mit 118:114, 117:113, 117:115 einstimmig für den alten und neuen Weltmeister nach Version der GBU im Weltergewicht Deniz Ralf Ilbay!

Deniz Ilbay siegt gegen starken Angelo Frank nach Punkten
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