Dillian Whyte kritisiert WBC und pocht auf Kampf gegen Tyson Fury

Dillian Whyte, der seit mehr als zweieinhalb Jahren WBC-Pflichtherausforderer ist, machte sich jüngst in einem Sky Sports-Interview Luft.

Whyte: Wilder ist verletzt, lasst mich gegen Fury boxen!

Dillian Whytes WM-Odyssee kann man mittlerweile schon als „tragisch“ oder gar „traurig“ bezeichnen. Der 32-jährige „Body Snatcher“, der seit 2017 das theoretische Recht auf einen WBC-WM-Titelkampf hat, machte sich in einem kürzlich erschienenen Interview bei Sky Sports Luft. Der amtierende WBC-Interims-Weltmeister kritisierte den in Mexiko ansässigen Weltverband erneut und forderte, dass er endlich das Recht auf den ihm zustehenden „WM-Shot“ bekommen solle.

Der Brite wolle nicht länger warten, ehe es zur Trilogie mit Wilder und dem amtierenden WBC-Weltmeister Tyson Fury kommt. Auch will Whyte nichts von Unification-Ambitionen seines Promoters Eddie Hearn hören, der Anthony Joshua und Tyson Fury in den Ring schicken will. Was Whyte will, ist der ihm zustehende WM-Kampf – und zwar bald. Denn verstehen, warum Präsident Mauricio Sulaiman den Titelkampf nicht durchsetzt, kann er nicht.

Dillian Whyte

„Ich weiß nicht, Mann“, sagte Whyte gegenüber Anna Woolhouse und Johnny Nelson von Sky Sports. „Mauricio Sulaiman sagt eine Menge Dinge und tut eine Menge Dinge nicht. Ich weiß nicht, wissen Sie. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es macht mich wütend und es ist frustrierend, dass er erst etwas sagt und dann etwas anderes tut. Nummer eins: Tyson Fury weigerte sich, gegen mich in einem von der WBC angeordneten Kampf um den WBC-Diamantgürtel zu kämpfen. Zweitens nahmen sie mir meine Pflichtherausfordererposition weg und gaben Tyson Fury die Pflichtposition, nachdem er gegen Otto Wallin gekämpft hatte, der in der Welt bei einer Million gerankt ist. Das ist ein Witz. Wie kann er zurückkommen und gegen – wie heißt der Kerl noch gleich? – Tom Schwarz kämpfen und Otto Wallin oder wie auch immer und dann als Pflichtherausforderer enden?“

Whyte machte sich weiter Luft: „Nachdem ich hintereinander gegen einen Top-10-Anwärter gekämpft habe, wird meine Pflichtposition ohne wirklichen Grund oder richtige Beweise oder irgendetwas anderes ausgesetzt. Das ist ein Witz. Es ist ein Witz. Und es ist mir egal, ob Tyson Fury oder Wilder vertraglich verpflichtet sind. Wilder ist verletzt, also sollten sie Tyson Fury anweisen, gegen mich zu kämpfen, wie sie es bereits zuvor getan haben. Sie haben mich als Gegner ernannt, gegen ihn um den Diamantengürtel zu kämpfen. Dann zogen sie es zurück, aber nachdem Tyson Fury sich geweigert hatte, gegen mich zu kämpfen. Er weigerte sich. Ich war es nicht, der sich weigerte. Ich akzeptierte den Kampf, der von der WBC angeordnet war. Er weigerte sich, gegen mich zu kämpfen, und danach werde ich bestraft, und sie belohnen ihn dafür, dass er gegen Tom Schwarz gekämpft hat, nachdem er drei Jahre lang inaktiv war. Das ist ein Witz. Es ist ein absoluter Witz.“

Nachdem der erste Kampf zwischen Deontay Wilder vs Tyson Fury unentschieden endete, gewann Fury das Rematch klar durch tKO.

Erst im letzten Monat berichtete Wilder, dass er sich einer Operation unterzog, um einen gerissenen linken Bizeps zu behandeln, nachdem er in der siebten Runde im Rematch am 22. Februar in der MGM Grand Garden Arena durch TKO gegen Fury verloren hatte. Der ehemalige Champion sagte auch, dass er das Boxtraining bis Ende Mai wieder aufnehmen könne, was bedeutet, dass Wilder immer dann zur Verfügung stünde, wenn der dritte Kampf gegen Fury stattfinden soll.

Pflichtherausforderer seit zweieinhalb Jahren: „Es ist eine Schande“

Whyte ist mittlerweile seit mehr als zweieinhalb Jahren Pflichtherausforderer beim prestigeträchtigen Weltverband mit dem grün-goldenen Gürtel. Nachdem er Robert Helenius im Kampf um den vakanten WBC Silver-Titel (2017), sowie Ex-WBA-Weltmeister Lucas Browne, Joseph Parker, Derek Chisora, Oscar Rivas und Mariusz Wach aus dem Weg geräumt hat und viel Geld investierte um da zu sein, wo er steht, muss der WM-Kampf folgen. Doch aufgrund der Corona-Pandemie, kann der von WBC-Präsident Sulaiman angegebene Kampf gegen den Wilder-Fury-Sieger womöglich auch nicht, wie angedacht, im Frühjahr 2021 stattfinden.

„Ich bin so weit gegangen, was soll ich tun?“, fragte Whyte im Interview. „Gebe ich meine Position einfach auf und gehe weiter und verfolge etwas anderes? Oder dränge ich einfach weiter nach vorne und ermutige die Fans immer wieder, einfach weiter Druck auf sie auszuüben? Wissen Sie, das ist ein Witz. Die Boxwelt und die Fans müssen Druck auf Mauricio Sulaiman ausüben, damit er Tyson Fury auffordert, als nächstes gegen mich zu kämpfen, verstehen Sie?“

Foto: Matchroom Boxing

„Ich habe jetzt so viel investiert, es ist eine Schande“, so Whyte bei Sky Sports. „Es ist eine Schande und sie müssen auf sich selbst und ihre Organisation schauen und erkennen: ‚Dieser Typ hat alles getan, was wir von ihm verlangt haben, und mehr, und war loyal.‘ Das allein sollte schon ausreichen, um sie das Problem lösen zu lassen, verstehen Sie? Was soll ich noch sagen? Ich war respektvoll. Ich bin nach Mexiko gefahren, selbst zur WBC. Ich war dort und ich habe mich mit ihnen getroffen. Ich war in Cancún. Wissen Sie, ich habe einen meiner Vertreter nach Cancun geschickt. Wir haben alles Mögliche getan. Wir haben alles getan, was möglich war.“

Whyte (27-1, 18 KOs) soll als nächstes erneut gegen ein Top-Schwergewicht in den Ring steigen. Gegen den russischen Ex-Champion Alexander Povetkin (35-2-1, 24 KOs), wird „The Body Snatcher“ Whyte erneut hart um seinen WBC-Status kämpfen müssen, denn Povetkin ist trotz fortgeschrittenen Alters noch immer einer der besten Schwergewichte der Welt. Nachdem der Kampf bereits zweimal verschoben wurde, könnte er nun endlich im August dieses Jahres in England steigen.

Dillian Whyte kritisiert WBC und pocht auf Kampf gegen Tyson Fury
4.8 (95%) 8 vote[s]