Humberto Soto bezwingt Brandon Rios in actionreichem Gefecht

Foto: Matchroom Boxing

Im Duell der alte Veteranen blieb Humberto Soto der smartere Boxer und punktete Brandon Rios aus. Für dessen Comeback-Bemühungen war dies ein herber Rückschlag.

Soto – ein Fuchs

Viele erwarteten eine erbarmungslos Schlacht, die mit dem Auditorio Municipal in Tijuana die ideale Location ausgesucht hatte. Und zum Teil lief es genau auf dieses Szenario hinaus. Beide Boxer benutzten so gut wie keine Führhand und hielten sich größtenteils in der Halb- und Nahdistanz auf. Doch es war Lokalmatador Humberto Soto, der mit seiner geballten Erfahrung von knapp 80 Kämpfen eine neue Dimension in dieses Aufeinandertreffen brachte. 

So ließ er Rios den Großteil der Arbeit verrichten und ließ ihn auf ihn zukommen. Dieser kennt sowieso nur diesen Weg und nahm das Angebot entsprechend an. Wenn er dann anfing seine hohe Schlagfrequenz zu nutzen, blockte Soto die meisten Hände, lehnte sich ein Stück zurück in die Seile oder mied die Aktionen durch kleine, subtile Bewegungen. So blieb Rios schonmal relativ ineffizient – doch das war nicht alles.

Immer wenn „Bam Bam“ seine Schlagsalven abließ, antwortete Soto mit eigenen Händen, die um einiges präziser ausfielen als die von Rios. Garniert wurde dies dann meist durch einen gekonnten Schlussspurt, bei dem Soto selbst zum Aggressor mutierte. Trotzdem musste der 38-jährige Ex-Weltmeister hart arbeiten, da Rios nicht klein beigab. 

In der Schlussphase wurde es dann auch enger, da die Kräfte ein Stück weit nachließen. Doch es reichte am Ende für „El Zorrita“, der von allen drei Punktrichtern klar vorne gesehen wurde (119-111, 118-112, 118-112). Für Soto eigentlich ein Bilderbuch-Abschluss seiner mittlerweile über 20 Jahre andauernden Karriere, während bei Rios kaum vorstellbar ist, dass er nochmal in die relevante Spitze des Weltergewichts wird vordringen können.

Hearns Nachwuchs siegreich 

Einen tadellosen Einstand ins bezahlte Geschäft feierte Alexis Espino. Gegen Victor Abrego, der ebenfalls sein Profi-Debüt gab, war in Runde 2 Schluss. Zuvor dominierte der Super-Mittelgewichtler mit harten Körper- und Aufwärtshaken, ehe er seinen überforderten Gegner mit einer Rechten an der Schläfe erwischte. Das 19-jährige Top-Talent wird von Meistercoach Robert Garcia betreut, der u.a. in der Ecke der Weltmeister Mikey Garcia und Jose Carlos Ramirez steht. 

Etwas schwerer hatte es Mittelgewichtler Diego Pacheco. Kontrahent Alberto Aguilar war nicht zum  Verlieren angetreten und suchte sein Heil in der Offensive. Der 1,93 m große Pacheco konnte ihn aber nur allzu oft mit schönen Aufwärtshaken abfangen. Nach vier Runden gewann der 8-fache Amateur-Meister der USA einstimmig nach Punkten. Übernächste Woche feiert er seinen 18. Geburtstag.

Hector Tanajara

Hector Tanajara sichert sich ersten Titel

Auch einen Titelkampf konnte man an diesem Abend bestaunen, auch wenn es nur um den United States Title der WBC ging. Leichtgewichtler Hector Tanajara konnte dabei Gegner Ivan Delgado souverän beherrschen, ehe es zu einem Zusammenstoß der Köpfe kam, der bei Tanajara einen üblen Cut verursachte. Der Kampf musste abgebrochen werden und man zählte die Punktzettel aus. Diese sahen allesamt Tanajara vorne.

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