Deontay Wilder – ein Mike Tyson in groß. Wer kann diesen Killer stoppen?

Wann endlich kommt es zum ultimativen Fight zwischen Deontay Wilder vs Anthony Joshua

Wer in den heutigen frühen Stunden des Sonntagmorgens, die Live-Übertragung von DAZN aus dem Barclay Center in Brooklyn, New York gesehen hat oder wer das Glück hatte bei diesem Thriller live am Ring sitzen zu können, muss sich nach dieser Vorstellung des „Bronze Bombers“ fragen: „Wer kann diesen unglaublichen Deontay Wilder eigentlich stoppen?

Wilder boxte im Stil eines Mike Tyson, nur dass er mehr als 20 Zentimeter größer ist als Tyson es war und dass seine Arme doppelt so lang scheinen wie die Arme von Mike Tyson. Und wenn sich die Boxexperten heute noch mit strahlenden Augen an die Auftritte von Iron Mike erinnern, dann werden sie das sicher auch in einigen Jahren genauso tun, wenn sie sich zurück erinnern an diesen Ausnahme Schwergewichtler aus Tuscaloosa, Alabama.

Am Anfang seiner Profilaufbahn, nach den ersten 25 KO-Siegen in Folge, dachte man: „Na ja da wird wieder einmal einer diesen vielen schwarzen Schwergewichtler aufgebaut, aber das wird sicher auch wieder bald vorbei sein, wenn er denn dann einmal gegen die großen Namen ran muss.“ Die ersten 25 Kämpfe beendete Wilder alle  in den ersten Runden durch KO und so langsam kannten auch die Experten den Namen des Mannes aus Alabama. In seinem 26 Kampf kämpfte Wilder dann erstmals um einen Titel. Im Kampf gegen den ebenfalls in 13 Kämpfen ungeschlagenen Kelvin Price ging es um den WBC Continental Amerika Titel. Und auch Price war für Wilder keine Aufgabe und er knockte ihn in der 3. Runde schwer aus.

Als Wilder dann zwei Jahre später, im März 2014 zu einen WM-Eliminator gegen den damals hoch eingeschätzten Malik Scott, der einen Kampfrekord von 36-1-1 hatte, dachten viele: „Jetzt ist es vorbei mit diesem Großmaul.“ Doch Deontay Wilder ließ seinen großen Sprüchen auch bei diesem Kampf Taten folgen und knockte Scott schon in der ersten Runde brutal aus.“

Als es dann, nach einem weitern vorzeitigen Sieg gegen Jason Gavern, zu seinem ersten WM-Fight gegen den WBC Champion Bermane Stiverne kam, der den Titel im Jahr zuvor durch einen KO-Sieg über Chris Arreola gewonnen hatte, glaubten wieder viele: „Jetzt endlich bekommt dieser Wilder seine Grenzen aufgezeigt und die Insider glaubten, da Wilder bisher alle seine Kämpfe kurzrundig durch KO gewonnen hatte: „Wenn es einmal etwas länger dauert oder er gar über die Runden gehen muss, dann fehlt ihm sicher die Kondition.“ Aber Wilder strafte auch diese Skeptiker wieder Lügen.

Wilder ging zum ersten Mal in seiner Karriere über die volle Distanz von 12 Runden und gewann dabei fast jede Runde und holte sich den grünen WBC-Gürtel von Stiverne. Dann verteidigte er seinen Titel erstmals gegen Eric Molina, dann gegen den starken Franzosen Johann Duhaupas, gegen den Polen Artur Szpilka, gegen Chris Arreola, Gerald Washington und er gab Stiverne eine Revanche, bei der Wilder ihn, in nur einer Runde, aus dem Ring fegte.

Als Wilder dann seinen Titel  gegen den bärenstarken Luis Ortiz verteidigte, verstummten auch die Skeptiker, die da glaubten Wilder würde den großen Namen aus dem Weg gehen. Aber auch den Kampf gegen Ortitz gewann Wilder vorzeitig und bewies dabei, dass er auch richtig was wegstecken kann.

Inzwischen gab es dann in England den neuen IBF, WBO und WBA Super-Champion Anthony Joshua, der großen Eindruck hinterlassen hatte, als er die Box-Legende Wladimir Klitschko bezwingen konnte. Joshua, der bei den Olympischen Spielen in London 2012 die Goldmedaille gewonnen hatte, galt lange Zeit als der einzig wahre Weltmeister und es gab immer noch Zweifler, die dachten, dass dieser Joshua viel stärker als Wilder ist und andere dachten sogar, dass Wilder Joshua aus dem Weg gehen wolle.
Auch setzte Joshuas Promoter Eddie Hearn immer wieder die Gerüchte in die Welt, dass Wilder vor Joshua Angst habe und ihm aus dem Weg gehen würde. Es war aber alleine Eddie Hearn der den Kampf Anthony Joshua vs. Deontay Wilder verhinderte, weil er Wilder kaum Geld zahlen wollte. Noch vor 18 Monaten, im Oktober 2017 verlangte Wilder 7 Millionen für einen Kampf gegen Joshua und er war auch bereit dafür nach England in die Höhle des Löwen zu kommen. Zu diese Forderung sagte Hearn damals: „Wilder will 7 Millionen und ich will einen 28 Zentimeter langen Penis – no Chance!“ Hearn lachte Wilder aus für seine Forderung während Joshua für diesen Kampf sicher das fünffache vereinnahmt hätte.

Gestern hat Deontay Wilder für seinen Kampf gegen Breazeale 20 Millionen Dollar als Börse bekommen. Und nach dem Wilder gegen Ortiz und gegen Fury im Ring gestanden hat, glaubt in der großen weltweiten Boxfamile auch keiner mehr, dass  der „Bronze Bomber“ Angst vor Joshua haben könnte. Es ist alleine Eddie Hearn der diesen Kampf mit Joshua verhindert. Wilders Promoter Al Haymon  hatte Joshua 50 Millionen Dollar geboten wenn er in einem von Premier Boxing Champion (das war auch der Veranstalter des gestrigen Kampfes in der Barclay Arena) promoteten Veranstaltung seine Titel gegen Wilder verteidigt, doch Joshua und Hearn haben auf dieses Angebot gar nicht reagiert.

Hearn erzählt der Presse immer wieder, dass es Deontay Wilder wäre der diesen Big Fight gegen Anthony Joshua nicht wolle. Eddie Hearn sagt, dass er Joshua und dessen Promoter schon mehrere Angebote gemacht haben, aber die diese immer wieder abgelehnt hätten.
Er vergisst dabei aber immer die Tatsache, dass er selbst den Kampf dadurch verhindert weil er Wilder immer nur ein Minimum von dem bietet was Joshua für diesen Kampf bekommen soll.
Dass Deontay Wilder von keinem anderen Boxer dieser Welt Angst hat, hat er bewiesen, dass er es war, der unverzüglich einen Rückkampf gegen Tyson Fury haben wollte. Es war Fury der kurz vor einem schon geplanten und von der WBC genehmigten Rückkampf, plötzlich seinen Promoter wechselte und diesem Kampf auswich.
Es gibt auch heute noch viele Fury-Fans die davon überzeugt sind, dass eigentlich Fury den Kampf gegen Wilder gewonnen hätte. Aber denen muss man sagen, dass es ja Wilder war der Fury zwei Mal ganz schwer zu Boden geschlagen hat und nicht umgekehrt. Sicher hätten auch von zehn anderen Ringrichtern, wenn sie diesen Kampf geleitet hätten, Fury nach dem zweiten brutalen Niederschlag, als er wie bewusstlos mit dem Rücken auf dem Boden lag, neun den Kampf sofort abgebrochen und gar nicht erst mit dem Zählen begonnen. Es mag gut sein, dass dieser Kampf letztlich mit einem Unentschieden endete und dass deswegen die Boxwelt auf ein großes Rematch hin fiebern kann.
Fury und auch Joshua sind sicherlich die technisch viel besseren Boxer als Deontay Wilder, aber das waren viele der früheren Gegner von Mike Tyson auch und Tyson hat sie damals alle ausgeknockt. Auf jeden Fall ist es zur Zeit alleine Deontay Wilder der die Schwergewichtsszene dominiert und er hat völlig recht wenn er Joshuas Promoter Eddie Hearn zuruft: „Ich boxe morgen gegen Deinen Joshua, wenn und wo immer Du willst, ich möchte nur dass die Börse zwischen uns 50:50 geteilt wird und mit dieser Forderung hat er absolut recht. Inzwischen haben schon viele der großen Box-Experten, die früher Wilder keine Chance gegen Joshua gaben, ihre Einschätzung geändert und glauben, dass der wahre Favorit im Kampf dieser Beiden – wenn es denn endlich zu diesem Fight kommen würde – Deontay Wilder ist.

Fotos by Sean Michael Ham/Mayweather Promotions und Ryan Hafey/Premier Boxing 

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