Höhere Börse: Ruiz Jr. stimmt Rückkampf mit Joshua in Saudi Arabien zu

Bereits gestern kursierten die ersten Gerüchte, dass Andy Ruiz Jr. einem Rückkampf gegen Anthony Joshua in Saudi Arabien zugestimmt hat. Nun bestätigte der „Destroyer“ diese ganz offiziell.

10 Millionen Dollar und Rechte für das mexikanische Fernsehen: Ruiz Jr. bestätigt Rematch in Diriyah

Es war ein Angebot, was der britische Erfolgs-Promoter Eddie Hearn nicht ablehnen konnte, nicht ablehnen wollte. Saudi Arabien bot Hearn, der nicht nur einen Multi-Milliarden-Deal mit DAZN geschlossen hat, sondern auch eine Vielzahl der besten Boxer der Welt vertritt, stolze 100 Millionen US-Dollar für die Rechte am Rückkampf zwischen Andy Ruiz Jr. und Anthony Joshua. Für das saudische Königshaus ist dieser stolze Betrag ein Investment in eine bessere Außendarstellung.

„Thrilla in Manila“ bezeichnet einen berühmten Boxkampf zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier am 1. Oktober 1975 in Quezon City, heute ein Teil der Region Metro Manila, Philippinen.

Immer wieder verletzt das Land die Menschenrechte, lässt Hinrichtungen auch von jenen vollstrecken, die zum Zeitpunkt der Tat noch minderjährig waren, degradiert Frauen zu Menschen zweiter Klasse und tritt Meinungs- und Versammlungsfreiheit mit Füßen. Auch Bernd Bönte, langjähriger Manager der Klitschko-Brüder, sagte gegenüber der BILD: „Dieses Mega-Event ist für das saudische Unrechtsregime eine reine PR-Nummer“. Wenn man sich jedoch die Box-Geschichte anschaut, ist es nicht das erste Mal, dass große Fights von umstrittenen Regimen und Machthabern „eingekauft“ werden. Der „Thrilla in Manila“ oder „Rumble in the Jungle“ dürften hier wohl die populärsten Beispiele sein.

Andy Ruiz Jr., der am 1. Juni 2019 die Boxwelt schockte und Anthony Joshua die WM-Titel der IBF, WBA und WBO abnahm, zierte sich lang. Obwohl Hearn Anfang August bereits den Rückkampf verlauten ließ und Cardiff sowie den Madison Square Garden als Austragungsort ausschloss, wollte Ruiz Jr. nicht im Wüstenstaat boxen. Doch nun stimmte der erste mexikanische Schwergewichtsweltmeister dem „Clash on the Dunes“ am 7. Dezember zu.

Auf Instagram schrieb der „Destroyer“: „Ich freue mich das Rematch mit Anthony Joshua anzukündigen. Im ersten Kampf schrieb ich Geschichte, als ich der erste mexikanisch-amerikanische Schwergewichtsweltmeister wurde. Ich bin Saudi Arabien gegenüber dankbar für die Einladung. Ich hab es AJ im Big Apple gegeben und freue mich darauf, seine Karriere in der Wüste zu beenden. Verpasst nicht den Kampf!“

Dass sich Ruiz Jr. solang „feiern“ ließ, ehe auch er das Rematch bestätigt hat, liegt jedoch nicht daran, dass der Schwergewichtler mit Gewissensbissen zu kämpfen hatte. Vielmehr war es die Börse, die der vereinigte Champion mit Eddie Hearn nachverhandelt hat. Für eine Million Dollar mehr, überwund Ruiz Jr. auch die vorher von ihm in der Vergangenheit genannten „Sicherheitsbedenken“. Mit einer garantierten Kampfbörse von 10 Millionen US-Dollar ist Andy Ruiz Jr. nun auch im zweistelligen Bereich, ebenso sein erneuter Rivale Anthony Joshua. Dieser erhält stolze 50 Millionen, Eddie Hearn steckt sich die verbliebenen 40 Millionen Dollar in die Tasche. Außerdem erhält der Weltmeister die Rechte für das mexikanische Fernsehen, was ebenfalls eine nette Summe einspielen dürfte.

Der Rückkampf findet nun also wie bereits Anfang August von Hearn angekündigt im saudi-arabischen Diriyah statt und dürfte hier zu Lande mit allergrößter Sicherheit auf DAZN übertragen werden. Ob sich Anthony Joshua seine Titel zurückholt oder Andy Ruiz Jr. erneut durch einen „Lucky Punch“ siegt, wie Joshua erst kürzlich in einem Sky-Interview sagte, bleibt abzuwarten.

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