Eddie Hearn: „Joshua vs. Fury wird in Saudi Arabien stattfinden“

Ein Aufeinandertreffen der britischen Schwergewichts-Giganten Anthony Joshua und Tyson Fury wird seit Jahren heiß erwartet, doch wie Promoter Eddie Hearn jetzt durchscheinen ließ, würde dieses geschichtsträchtige Duell wahrscheinlich nicht auf der Insel stattfinden.

AJ vs. Gypsy King – größter Kampf in Englands Boxgeschichte? 

Aktuell befindet sich Superstar Tyson Fury in den letzten Wochen der Vorbereitung auf das Rematch gegen WBC-Weltmeister Deontay Wilder. Schon dieses Gefecht ist von gigantischem Ausmaß, immerhin kooperieren hierfür sogar die TV-Konkurrenten ESPN und FOX miteinander und übertragen das Event gleichzeitig, was in einer ähnlichen Form bisher nur bei Kämpfen wie Floyd Mayweather vs. Manny Pacquiao und Lennox Lewis vs. Mike Tyson passiert ist. Doch natürlich gibt es auch schon Spekulationen, wie es für Fury über den 22. Februar hinaus weitergehen könnte –  vor allem, sollte er Wilder schlagen.

Natürlich würden dann Gespräche bezüglich eines großen Vereinigungskampfes gegen IBF, WBA und WBO-Champion Anthony Joshua in die Wege geleitet werden. Seit Jahren diskutieren Boxfans über solch ein Aufeinandertreffen, es handelt sich hierbei schließlich um die zwei besten und populärsten Schwergewichtler des Vereinigten Königreichs. Dementsprechend würde es naheliegen, dieses Duell auch dort über die Bühne gegen zu lassen, sei es in Wembley oder dem Millennium Stadium in Cardiff. Doch aktuelle Worte von Joshuas Promoter Eddie Hearn klingen diesbezüglich nicht sehr positiv. 

Geld diktiert alles 

Angesprochen in einem Interview mit IFL TV, hatte der 40-Jährige folgendes zu sagen: „Ich wünschte, dass der Kampf in England stattfindet und sollte es einen Weg geben, werden wir es auch so machen, aber das Problem ist, dass die Regierung hierzulande anders als Nigeria, der Kongo, China, Katar oder Saudi Arabien, kein Geld in solche Mega-Events steckt.“ Der Kampf sei mittlerweile so groß, dass er für den englischen Markt nicht mehr zu realisieren sei. Hearn betonte, dass vor allem Saudi Arabien großes Interesse an AJ vs. Fury habe und daher als Austragungsland in der Favoritenrolle sei. 

Kritik wird laut

Bereits Anfang Dezember hatte Hearns Matchroom Boxing im saudischen Diriyya veranstaltet, wo Joshua seine Niederlage gegen Andy Ruiz mit einem Punktsieg wettmachen konnte. Dies wurde in vielen Kreisen kritisch aufgenommen, da man für das Event eng mit dem saudischem Königshaus zusammenarbeitete. Dieses führt seit Jahren einen erbarmungslosen Krieg im Jemen und wird immer wieder von anerkannten NGOs wie Amnesty International für ihre Menschenrechtsverletzungen kritisiert. 

Unabhängig von der Politik stößt es natürlich auch bei vielen britischen Fans auf Ablehnung, dass ihnen dieses Mega-Event vor der eigenen Haustür verwehrt werden könnte. Sollte es sich tatsächlich so entwickeln, wie Hearn es anklingen lässt, könnte man es sich mit dem Heimpublikum ordentlich verscherzten. Ob dies die Beteiligten bei Summen im neunstelligen Bereich allerdings überhaupt noch interessiert, ist eine andere Frage.  

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