Zweifacher Olympia-Teilnehmer Erik Pfeifer wechselt ins Profilager

Der 31-jährige Pfeifer wird zukünftig für den Hamburger Boxstall EC Boxpromotion in den Ring steigen.

Nach langer Amateurkarriere: Pfeifer endlich bei den Profis

Gestern Abend verkündete der Schwergewichtler über seine Facebook-Seite die frohe Botschaft, dass er einen Profivertrag bei Erol Ceylans EC Boxpromotion unterschrieben habe. Ab sofort trainiert Erik Pfeifer deshalb in der Hansestadt Hamburg, wo ECB ansässig ist. Man kann sagen, dass der in Russland geborene und mit sieben Jahren nach Deutschland übergesiedelte Boxer sich für diesen Schritt lange Zeit gelassen hat, so war Pfeiffer über 10 Jahre lang ganz oben dabei im Amateurbereich des Boxsports – von den Junioren hin zu den Herren.

Erstmals machte er dort 2005 von sich reden, als er bei der Junioren-EM Bronze holte. Weitere Bronzemedaillen holte er 2011 und 2013 bei den Weltmeisterschaften, was wohl die größten Erfolge Pfeifers bei den Amateuren darstellen. 2008, 2009, 2010 und 2013 wurde er zudem Deutscher Meister und war somit über Jahre hinweg die klare nationale Nummer 1 in der Gewichtsklasse über 91 kg. In dem kurzlebigen Pro Boxing Format, welches der Weltverband AIBA 2014 ins Leben rief, wurde Pfeifer nach Siegen über respektable Gegner wie Tony Yoka und Mihail Nistor sogar Weltmeister. Gegen letzteren musste er 2015 seinen Titel verteidigen, ging dabei aber KO.

Pfeifer konnte sich durch seine Erfolge in der AIBA Pro Boxing Liga direkt für die Olympischen Spiele 2016 in Rio qualifizieren. Dort enttäuschte er aber und schied gegen Clayton Laurent, Sohn des ehemals gefürchteten Punchers Julian Jackson, in der ersten Runde des Turniers aus, was besonders ärgerlich war, da es vier Jahre zuvor ähnlich für Pfeifer ablief. Damals musste er sich dem turmhohen Kasachen Ivan Dychko – ebenfalls in Runde 1 – geschlagen geben und verabschiede sich ohne Medaille aus London.

Danach wurde es ruhig um den im niedersächsischen Vechta wohnhaften Super-Schwergewichtler. Einige vermuteten schon das Ende seiner Boxkarriere, immerhin war Pfeifer keine 20 mehr und bestritt viele harte Kämpfe. Mit dem Schritt zu EC Boxpromotion wird er jetzt allerdings nochmal angreifen und versuchen, im Profibereich ähnlich weit nach oben zu kommen wie als Amateur. Starten wird dieses Vorhaben am 15. September, wo Pfeifer in Lübeck im Rahmenprogramm von Karo Murat vs. Sven Fornling sein Profi-Debüt geben wird.