WBO/WBC Weltmeisterin Christina Hammer: nächster Schritt in Richtung USA

Claressa Shields und Christina Hammer 2016 auf der WBC Convention / Foto: Harald Pia
Claressa Shields und Christina Hammer 2016 auf der WBC Convention / Foto: Harald Pia

Die ungeschlagene deutsche Box-Weltmeisterin Christina Hammer macht ihren nächsten Schritt in Richtung USA. Gegen Doppel-Olympiasiegerin Claressa Shields sind zwei Kämpfe geplant.

Christina Hammer: zwei Kämpfe gegen Claressa Shields geplant

Erste Erfahrungen mit dem US Markt erlebte die die Dortmunderin Anfang 2016 bei ihrem 3 monatigen Training im New Yorker Gleason´s Gym unter Michael Kozlowski und ihrem Besuch der WBC-Convention in Miami. Auf Einladung von Showtime und dem Management von Claressa Shields wird WBO/WBC Worldchampion Christina Hammer vom 2. bis 5. August, zunächst noch als Zuschauerin, ihre zukünftige Gegnerin Claressa Shields in den Fokus nehmen.

Das erste Aufeinandertreffen der beiden am Ring, anlässlich des WM Titelkampfes von Claressa Shields am 4. August in Detroit, wird auch von den amerikanischen Medien bereits mit großer Spannung erwartet. Christina Hammer wird auf mehreren Pressekonferenzen und im amerikanischen Morgenfernsehen den US Zuschauern präsentiert. Der mögliche Weg zur Krone durch eine junge Amerikanerin, die trotz extremster familiärer Umstände (Vater im Gefängnis, Mutter drogenabhängig, vom Stiefvater vergewaltigt), 2 fache Olympiasiegerin wurde, sorgt in den USA für einen neuen Hype im Fauenboxen.

Der zukünftige Kampf gegen die jahrelange Herrschaft (Hammer ist seit 2010 Weltmeisterin) der unangefochtenen Königin des Mittelgewichts steht jetzt schon im Fokus der Berichterstattung. Detroit, als Heimatstadt der aufstrebenden Newcomerin im Profigeschäft, eignet sich wie kein anderer Ort für dieses erste Aufeinandertreffen der beiden Weltklasse Athletinnen im Rahmen einer Boxveranstaltung. Vor den 2 anstehenden Jahrhundertduellen zwischen der 2-fachen Olympiasiegerin Claressa Shields und der amtierenden WBC- und WBO-Titelträgerin Christina Hammer ist geplant, dass beide im November 2017 auf der selben Fightcard bei einem von Showtime übertragenen Event kämpfen.

Ein erstes Aufeinandertreffen der beiden Boxerinnen ist dann für 2018 geplant.

Chancen für den deutschen Boxsport

Dass eine so erfolgreiche deutsche Weltmeisterin den Weg Richtung USA nimmt, könnte einigen deutschen Boxfans sauer aufstoßen, schließlich würden Kämpfe von Hammer nur nachts übertragen werden. Auf Nachfrage erklärt uns ihr Manager Harald Pia im Gespräch: „Meiner Ansicht nach ergibt sich für die deutschen Boxfans eine bessere Ausgangslage: das heißt durch einen international etablierten deutschen Weltmeister, welcher bereit ist jeden Gegner überall auf der Welt zu boxen, wird das deutsche Boxen auf jeden Fall interessanter. Kämpfe von deutschen Boxern um internationale oder interkontinentale Gürtel, welche sich sportlich leider nur im Bereich der aktuellen EU-Spitze (bewusst ohne UK) befinden, gibt es viele. Aber leider momentan keine Weltmeister oder Idole, welche internationalen Ruhm erlangen und große Hallen füllen.“

„Auch der deutsche Boxfan wünscht Kämpfe der besten Athleten um vereinigte Weltmeistertitel, was dem Fan im Gegensatz zu den USA und England in letzter Zeit, zumindest im deutschen Männerboxen, leider verwehrt blieb. Ein ungeschlagener, deutscher Weltmeister zweier großer Verbände gegen den stärksten amerikanischen Boxer, welcher zweifacher Olympiasieger in Folge ist, könnte für viele Boxbegeisterte einen besonderen Reiz entwickeln. Natürlich wäre es schade, wenn möglicherweise keiner der beiden Kämpfe in Deutschland stattfände.“, sagte Pia weiter.

„Eine TV-Liveübertragung, eines in den USA nur im payperview übertragenen Kampfes mit deutscher Beteiligung auf Augenhöhe und mit ungewissem Ausgang, wäre aus meiner Sicht auch eine Bereicherung des bisherigen TV-Angebots in Deutschland. Für den deutschen TV Partner wäre eine Übertragung bzw. ein Abgreifen des Signals vom US-Sender außerdem weitaus günstiger als eine Eigenproduktion in Deutschland. Dazu eine prall gefüllte und aufgeheizte Halle in den USA würde wahrscheinlich auch eine Kulisse abgeben, der dann die deutschen Boxfans beim nächsten Heimduell nacheifern könnten. Nach der Kampfserie in den USA und des daraus entstehenden weltweiten Interesses lassen sich in Folge hoffentlich auch derartige Events in Deutschland realisieren. Spannende Kämpfe der weltbesten Boxer sind in meinen Augen auch immer für deutsche Sender und Promoter interessant.“

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