Huck und Wegner hinter Gittern

WBO-Weltmeister und sein Trainer besuchen die JVA Tegel

Ulli Wegner und Marco Huck zu Besuch im Knast: Und größer könnten die Gegensätze auf den ersten Blick wohl kaum sein. Denn während der Erfolgscoach und sein Box-Champion den Erfolg genießen, schieben die Insassen der JVA Tegel – unter anderem Mörder, Betrüger und Gewaltverbrecher – oft Frust und Langeweile! Genau das war für den Boxtrainer und seinen Schützling Grund genug, am Donnerstagabend in der Berliner Justizvollzugsanstalt „Hallo“ zu sagen und mit Erzählungen aus ihrem Leben für Abwechslung zu sorgen.

Wegner, inzwischen 71, hat schon eine Menge erlebt. Deshalb weiß er auch, dass es manchmal Kleinigkeiten sind, die darüber entscheiden, ob man im Gefängnis landet oder sein Leben in den Griff bekommt. Von einem Jungen, auf den das zutreffen könnte, erzählt der Erfolgscoach in seinem Buch „Ulli Wegner: Mein Leben in 13 Runden“. Dabei spricht er über Marco Huck, den aktuellen WBO-Weltmeister im Cruisergewicht. Auf ihn ist Wegner stolz. „Im Jahr 2004 stand er auf einmal vor der Tür unseres Box-Gyms, das damals noch in Köln war“, weiß er. Dann ergreift der Cruisergewichts-Champion das Wort. „Ich war damals erst 19. Ich sagte meinen Namen und ergänzte: ‚Ich will Box-Weltmeister werden.'“ Danach gab es eine Sparringseinheit mit dem damaligen Schwergewichtsprofi Cengiz Koc. Einige Wochen danach erhielt Huck seinen ersten Profivertrag.

„Ich habe mir inzwischen ein Haus in Berlin gekauft, in dem ich mit meinem Vater, meiner Mutter und der Familie lebe“, erzählt Huck. „Ich bin froh, dass Herr Wegner mich damals genommen hat. Er hat mich zum Weltmeister und damit zu einem wohlhabenden Mann gemacht. Doch wer weiß, was geschehen wäre, wenn er sich damals nicht für mich entschieden hätte?“

Am Ende der Veranstaltung, die auf Initiative des Tegeler CDU-Ortsvorsitzenden Dirk Steffel zustande kam, schrieben Wegner und Huck für die knapp 80 Zuhörer dann noch fleißig Autogramme. Nach rund zweieinhalb Stunden war dann alles vorbei: Die Tegeler Häftlinge mussten zurück in ihre Zellen, Huck und Wegner ins Trainingslager nach Neuruppin. So unterschiedlich kann es im Leben sein!

Fotos vom Besuch in der JVA Tegel sind erhältlich bei Photo Wende (www.photowende.com).

Quelle: Sauerland Event

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