
Diese Neuigkeit wurde heute morgen öffentlicht, nachdem die AIBA (Amateur International Boxing Association) diesen als kontrovers angesehen Schritt gegangen ist. In einer Abstimmung waren 84 der 88 Mitglieder der Meinung, dass man diese Änderung einführen sollte. Wie die AIBA mitteilte, sieht es nun so aus, dass jeder Profiboxer an einem Qualifikationsturnier teilnehmen kann, welches kommenden Monat in Venezuela stattfinden soll.
Kontroverse Entscheidung der AIBA
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Profiboxer, welche nicht nur anders auf Wettkämpfe vorbereitet werden, sondern auch mehr Runden boxen und meist einen anderen Boxstil pflegen, treffen nun bei den Olympischen Spielen auf Amateure, welche zum Teil relativ unerfahren sind. Dass das gefährliche Ausnahme annehmen kann, sollte jedem klar sein: während bei den Profis viel Wert auf Wirkungstreffer (und damit auch Knockdowns/Knockouts) gelegt wird, zählen bei den Amateuren vor allem die reinen Treffer beim Gegner.
Profis sind zudem meist finanziell unabhängig und verrichten ihr Training als „Arbeit“, wohingegen Amateure neben der Arbeit trainieren und den Fokus nicht vollends auf ihr „Hobby“, den Boxsport, legen können.
Dagegen steht jedoch die Aussage einiger, dass Profis sogar etwas im Nachteil sein könnten, da sie sich auf die kommenden Kämpfe während der Olympischen Spiele anders vorbereiten müssten, da die Distanz kürzer ist. Dass jedoch die Karriere der Amateure durch die „Profis“ verbaut werden könnte, interessiert wohl niemanden. Während sich die WBC bereits negativ zum Vorhaben der AIBA geäußert und angedroht hatte, WBC-Profis, die bei Olympia teilnehmen zukünftig auszuschließen, halten sich die anderen großen Weltverbände noch weitestgehend bedeckt.
Wladimir Klitschko zu den Olympischen Spielen?

Klitschko sieht diese Änderung jedoch als positiv an: „Ich habe die Gedanken immer unterstützt und den Willen gezeigt und finde es toll und klasse, dass bei diesen Olympischen Spielen zum ersten Mal Profis und Amateure mitmachen“, sagte er gegenüber RTL.
Kritik an Entscheidung der AIBA

SAT1 Boxkommentator Tobias Drews schrieb auf seiner Facebookseite dazu:
Der ehemalige Schwergewichts-Star Lennox Lewis bezeichnete die sich anbahnende Aufnahme der Profis bei Olympia als „grotesk“ und äußerte berechtigte Zweifel: „Plötzlich trifft ein Weltmeister oder jemand aus den Top 10 der Profis auf einen Amateur, auf jemanden mit viel weniger Erfahrung. Ich sehe nicht, dass das fair ist“.
Deutsche Profiboxer bei den Olympischen Spielen?

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Entscheidung der AIBA weiter entwickeln wird – wir halten euch auf dem Laufenden.
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