Premiere für Doku-Meisterwerk „Graciano Rocchigiani – Das Herz eines Boxers“

Gestern war die Premiere der Graciano Rocchigiani-Doku von Christin Freitag und Til Schweiger in Berlin.

„Graciano Rocchigiani – Das Herz eines Boxers“: Dokumentarischer Rückblick auf ein Leben voller Höhen und Tiefen

Sein Leben war geprägt von Höhen und Tiefen, von Licht und Schatten, von Hoffnung und von Enttäuschungen. Als jenes auf tragische Art und Weise am 1. Oktober 2018 endete, endete auch eine Ära – die Ära des Graciano Rocchigiani. Seit den 1980er Jahren war der ehemalige West-Berliner „eine Nummer“ in der deutschen Boxszene. Anfangs noch als Amateur, später dann als Profi, sammelte „Rocky“, der seine Ausbildung als Gebäudereiniger abbrach, um Berufsboxer zu werden, zahlreiche Titel.

Das Ziel war klar: der Boxer mit der Berliner Schnauze, der sein Herz auf der Zunge trug und immer sagte was er dachte, wollte Weltmeister im Profiboxen werden. Sein Traum sollte am 11. März 1988 unter seinem späteren On-Off-Promoter Wilfried Sauerland wahr werden. US-Ami Vincent Boulware hielt gegen den Rechtsausleger acht von damals noch 15 angesetzten Runden stand, musste dann aber die Segel streichen und „Grace“ wurde der dritte Profi-Weltmeister der deutschen Geschichte. Für seinen ersten WM-Kampf, um den IBF-Titel im Supermittelgewicht, bekam er 10.000 D-Mark. Die Börsen, die Anfangs noch keine Rolle für ihn spielten, sollten im Laufe seiner Karriere, nicht nur aufgrund des Box-Booms, deutlich steigen. Schließlich waren sie das Einzige, wofür er noch in den Ring stieg, denn Rocky wurde oft verarscht, betrogen, vertröstet.

Auch Ex-Weltmeister Arthur Abraham und Ringsprecher Ingo Rohrbach zählten zu den Gästen

Gestern, am 24. Januar, feierte die von Barefoot Media produzierte Dokumentation „Graciano Rocchigiani – Das Herz eines Boxers“ in Berlin Weltpremiere. Hinter dieser gut zweistündigen Aufarbeitung von „Rockys“ Leben steckt kein Geringerer als Til Schweiger, der natürlich ebenfalls auf dem Premiere-Event, welches von Ramin Seyed und Garen Mehrabian ausgerichtet wurde, zugegen war. Seyed und Mehrabian versammelten zahlreiche (Box-)Prominenz und sorgten für einen beeindruckenden Rahmen, um das Leben von Graciano Rocchigiani zu zelebrieren.

Das Barefoot-Team, bei dem die renommierte Regisseurin Christin Freitag die Feder führte, wühlte sich durch unzähliges Archivmaterial. Neben alten Aufnahmen aus der Kindheit und späteren Jugend, wird der Zuschauer auch in die „Boxwelt“ des Graciano Rocchigiani mitgenommen, in seine Welt von Glanz und Elend. Ausschnitte aus seinen wichtigsten Kämpfen, Interviews oder auch ganz private Einblicke zeigen immer wieder, dass Rocchigiani ein Mann mit Ecken und Kanten war – ein Charakter, den man liebte oder hasste und der immer wieder (nicht nur mit dem Gesetz) aneckte.

„Ich habe bei der Herstellung des Filmes so oft geweint – und heute auch wieder“ – Til Schweiger

Zahlreiche Zeitzeugen und Wegbegleiter, allen voran Bruder Ralf Rocchigiani, seine langjährige Frau Christine (das Paar trennte sich 2001) sowie AGON-Mittelgewichtler Vincenzo Gualtieri, den Rocky einst zu den Profis holte, kommen in der Dokumentation zu Wort. Sie umrahmen mit ihren Erinnerungen und teils traurigen, teils witzigen Geschichten die einzelnen Handlungsstränge und Abschnitte.

Ingo Rohrbach, Vincenzo Gualtieri, Tyron Zeuge, Nathanael Lukoki

Am 28. Januar erscheint das dokumentarische Meisterwerk, was voller Emotionen steckt und den Zuschauer auf eine Achterbahnfahrt durch das Leben von Graciano Rocchigiani mitnimmt, auf RTL+.

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