„Comeback“ für Wilfried Sauerland! Boxstall-Gründer kehrt zurück

Kalle, Wilfried und Nisse Sauerland
Kalle, Wilfried und Nisse Sauerland

Wie die Berliner Morgenpost berichtet, kehrt der Gründer des Sauerland-Boxstalls, Wilfried Sauerland, überraschend zurück und übernimmt wieder die Geschäfte.

Wilfried Sauerland steht vor großen Aufgaben

„Ich werde mich wieder mehr einmischen“ – Diese Meldung ereilte die deutsche Boxszene wie ein Paukenschlag! Wilfried Sauerland, 78, kehrt zurück an die Spitze seines 1978 gegründeten Box-Imperiums und will noch einmal, für maximal zwei Jahre, die Geschäfte übernehmen. Diese hatte er vor einigen Jahren seinen beiden Söhnen Kalle und Nisse übertragen, um sich in Südafrika zur Ruhe zu setzen. Nun steht der Unternehmer vor großen Aufgaben. Der ehemalige deutsche Vorzeigeboxstall hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Problemen zu kämpfen. Sinkendes Interesse am Boxen und damit einhergehende Mindereinnahmen durch ausbleibende große TV-Gelder, Titel- und/oder Boxer-Verluste sowie daraus resultierende finanzielle Schwierigkeiten, legten dem Sauerland-Boxstall ein ums andere Mal Steine in den Weg.

Foto: Heiko Schmitt

Kalle Sauerland, der als Mitveranstalter und Initiator der World Boxing Super Series bei eben dieser stark eingebunden ist, hatte seine Aktivitäten am deutschen Boxmarkt seinem jüngeren Bruder Nisse übertragen. Dieser ist im Sauerland-Boxstall aber vor allem für die skandinavische Region sowie England zuständig. Steigende Kritik der Boxer, Geschäftspartner und auch Trainer werden dadurch die maßgeblichen Gründe für die Rückkehr von „International Boxing Hall of Fame“ Mitglied Sauerland Senior sein.

In der Vergangenheit beklagten nicht nur der mittlerweile von Sauerland getrennte Jürgen Brähmer mangelnde Strukturen. Auch die jüngst ausgeschiedenen Boxer Stefan Härtel, Enrico Kölling und Jack Culcay wiesen auf fehlende Kommunikation, nicht eingehaltene Absprachen und nicht mehr vorhandene Strukturen hin. Im Stall selbst, soll sich daher nun einiges ändern. „Wir wollen ein neues Team zusammenstellen, sowohl bei den Boxern als auch im Büro“, so Wilfried Sauerland.

Sauerland will Wegner und Zeuge halten

Ulli WegnerUlli Wegner / Foto: Sebastian Heger
Ulli Wegner / Foto: Sebastian Heger

Wegner, seit vielen Jahren Cheftrainer und „Meistermacher“ bei Sauerland, versprach man einst mündlich einen „lebenslangen Vertrag“ – auf dem Papier sieht die Sache jedoch anders aus. Der Vertrag des 76-jährigen „Kult-Coaches“ ist seit Ende Juni ausgelaufen und bisher nicht verlängert wurden. Dies bringt weiter Unruhe in den nun in Hamburg ansässigen Boxstall, Wegner beklagt zudem die Arbeitsbedingungen. Für Wilfried Sauerland, der bis zu seinem 80. Lebensjahr nochmal aktiv werden will, wird dies daher die erste Hürde sein. Doch das Box-Urgestein gibt sich bereits optimistisch. Gegenüber der Berliner Morgenpost sagte er: „Wir müssen nur noch einige Details besprechen, dann kann der Vertrag unterzeichnet werden.“

Die nächste große Aufgabe für Sauerland wird in Tyron Zeuge zu finden sein, der sich gerichtlich von seinem Arbeitgeber trennen will. Der WBA-Weltmeister ist nicht nur der letzte verbliebene Champion des Boxstalls, sondern auch derzeit Deutschlands einziger Box-Weltmeister. Am Samstag steigt der von Jürgen Brähmer trainierte Supermittelgewichtler in Offenburg gegen den Briten Rocky Fielding in den Ring. Sauerland Senior wird live am Ring sitzen und dem vermeintlich kommenden Zugpferd die Daumen für eine erfolgreiche Titelverteidigung drücken. Einen vertraglich vereinbarten Rückkampf im Falle einer Niederlage, so beklagt Zeuge, gibt es nämlich nicht…

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