Bei BOX-OUT-Aktion in der Schule

Eisdusche für Ali-Gegner Jürgen Blin

Ein Bericht von Wolfgang Weggen

Weder in seiner Amateurzeit (Deutscher Meister 1964 im Schwergewicht) noch während seiner langjährigen Profilaufbahn (48 Kämpfe) mussten die Trainer Werner Prieß und Franz Mück ihrem Schützling Jürgen Blin einen Eimer Eiswasser über den Kopf gießen. Auch nicht in seinem siegreichen EM-Kampf gegen den Spanier Ibar Manuel Urtain (1972) oder beim Duell mit dem Größten, dem sagenhaften Muhammad Ali, 1971 in Zürich. Blin brauchte einfach keinen Muntermacher.

Doch jetzt ließ sich der mittlerweile 71-Jährige freiwillig eine Eisdusche verpassen – bei der BOX-OUT-Demonstration „Gegen Gewalt an Schulen“ in der Stadtteilschule am See in Hamburg Steilshoop!

Was war da los? BOX-OUT-Geschäftsführer Christian Görisch hatte Blin, der gleichzeitig Schirmherrr und Trainer bei BOX-OUT ist, für die Aktion „ALS Ice Bucket Challenge“ nominiert. Vor rund 120 Schülern dann die Ausführung. Aus einem prall mit Eiswürfeln gefülltem Siegerpokal schüttete Görisch dem Meisterboxer die eiskalte Überraschung über den Kopf. Riesenjubel bei den Schülern, die die Aktion begeistert feierten. Und der Begossene? Jürgen Blin blieb ganz cool, wusste er doch, dass es sich hierbei um eine gute Sache handelte. „Ich habe schon so etwas geahnt“, so Blin, „und wehgetan hat es doch auch nicht“. Statt zu jammern, schrieb der Ex-Europameister lieber für alle Kids fleißig Autogramme…

Seit Juli diesen Jahres wurden schon fast 100 Millionen Dollar für den Kampf gegen die Nervenkrankheit ALS gesammelt. Die Liste der Promis, die diese Aktion unterstützen, ist lang. Dabei ließen sich u.a. nassmachen: Ronaldo, Helene Fischer, Michaela Schäfer, Simone Thomalla, Jan Josef Liefers, Anne Will, Verona Pooth, Matthias Schweighöfer, Cem Özdemir. Sogar US-Präsident Barack Obama wurde schon nominiert, hat die Eiskübelherausforderung aber noch nicht angenommen. Anders sein Vorgänger George W. Bush, der sich bereits freiwillig eine Eisdusche abholte.

Was bedeutete ALS Ice Bucket Challenge (Eiskübelherausforderung)? Es ist eine Spendenkampagne. Sie soll auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen und Spendengelder für deren Erforschung und Bekämpfung generieren. Die Herausforderung darin besteht, sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf zu gießen bzw. gießen zu lassen und danach drei oder mehrere Personen zu nominieren, die es dann auch machen – und 10 US-Dollar bzw. 10 Euro an die ALS-Association spenden. Will der Nominierte sich aber keinen Eimer Wasser über den Kopf gießen (lassen), soll er 100 US-Dollar bzw. 100 Euro, an die ALS-Association spenden.

PS: Jürgen Blin schaltete nach seiner Eisdusche übrigens blitzschnell, nominierte sofort drei neue Kandidaten. Unter ihnen die hübsche Pädagogin Katharina Stützel, der er höchstpersönlich den gefüllten Eispokal über den Kopf schüttete…

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