WBSS: Emmanuel Rodriguez und Naoya Inoue vor hitzigem Halbfinale

Wäre der Kampf an sich nicht schon spektakulär genug, so ist nun noch zusätzlich Feuer mit drin, da es zu Reibereien zwischen den Teams von Emmanuel Rodriguez und Naoya Inoue gekommen ist. 

Vater von Inoue angegangen

Es war das öffentliche Training am Dienstag, wo das vorher eigentlich rein sportliche Duell zwischen Emmanuel Rodriguez (19-0-0, 12 KOs) und Naoya Inoue (17-0-0, 15 KOs) ein stückweit auf eine andere Ebene gebracht wurde. Shingo Inoue, Vater und Trainer des japanischen WBA-Weltmeisters, schoss während der Übungen von Rodriguez im Ring Fotos mit seinem Handy, woraufhin ein Mitglied des gegnerischen Teams auf ihn losging und handgreiflich wurde. Anscheinend hatte man dies auf Seiten Rodriguez’ als Spionage-Versuch gewertet, obwohl bei einem öffentlichen Training ohnehin gefilmt wird.  

Die Situation konnte zwar bereinigt werden, doch es zeigt, dass das Duell im Halbfinale der World Boxing Super Series von immenser Bedeutung ist. Hier werden die Titel der IBF und WBA im Bantamgewicht vereinigt, vor allem ist es aber ein Duell zweier ungeschlagener Boxer. Sowohl Rodriguez als auch Inoue konnten in der ersten Runde des Turniers überzeugen. Nun setzen sie alles daran, dass sie im späteren Verlauf des Jahres im Finale gegen Nonito Donaire boxen dürfen. 

Pure Qualität

Rodriguez beeindruckte im Viertelfinale in erster Linie durch sein feines, schulbuchmäßiges agieren. Zwar reichte es gegen den Australier Jason Moloney nur zu einem geteilten Punktsieg, allerdings war dies auch ein Gegner von hoher Qualität. Der eindrucksvollste Sieg des 26-jährigen Puerto Ricaners erfolgte vor rund einem Jahr, als er Paul Butler in dessen britischer Heimat 12 Runden lang vorführte und sich den vakanten IBF-Titel sicherte. Dies war sein erster WM-Gewinn.

Davon hatte Inoue schon sehr früh jede Menge. Bereits im sechsten Profikampf sicherte er sich den WBC-Gürtel im Halb-Fliegengewicht. Im selben Jahr ging er noch zwei Klassen rauf und wurde auch im Super-Fliegenwicht Weltmeister. Nachdem er sein Gold diverse Male erfolgreich verteidigte, ging er 2018 hoch ins Bantamgewicht. Dort zerstörte er im ersten Kampf den Briten Jamie McDonnell in der ersten Runde und wurde Champion der WBA. Bei seinem Auftakt in der WBSS erlitt Gegner Juan Carlos Payano das gleiche Schicksal.

Kann Rodriguez das „Monster“ aufhalten?

Alles in allem kann man dies als Aufeinandertreffen der Ideologien bezeichnen. Zwar boxen beide eher klassisch und sind entsprechend gut ausgebildet, doch während Rodriguez sich im Zweifel auf das Auspunkten des Gegners verlässt, will Inoue unbedingt den Knockout. Ob er diesen zum Körper oder Kopf erzielt, spielt keine Rolle, er kann beides. Aber was passiert, wenn Rodriguez das selbsternannte „Monster“ in Tiefe Gewässer ziehen kann? Dort bedarf es nämlich mehr als der reinen Zerstörung. Den Zuschauern im SSE Hydro in Glasgow steht ein Leckerbissen bevor. 

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