Vincent Feigenbutz vs. Giovanni De Carolis

Vincent Feigenbutz / Foto: Fotostudio Kopfkino
Vincent Feigenbutz / Foto: Fotostudio Kopfkino

Feigenbutz vs. De Carolis – Es sollte die große K.O.-Show werden

Der junge Karlsruher Vincent Feigenbutz (20) versprach einen krachenden Knockout und das am besten gleich in der ersten Runde. Die Realität verlief in eine andere Richtung. Ehe sich „Iron Junior“ versah, durfte er nach nur knapp einer Minute Bekanntschaft mit dem Ringboden machen. Alles halb so wild, er sei „ausgerutscht“ versuchte Feigenbutz während und nach dem Kampf klarzustellen. Der Herausforderer aus Italien, wahrlich kein Unbekannter: Im Herbst 2013 boxte Giovanni De Carolis bereits Weltmeister Arthur Abraham und verlor nach Punkten (UD 12/12).

Vincent Feigenbutz gegen Giovanni De Carolis / Foto: Fotostudio Kopfkino
Vincent Feigenbutz gegen Giovanni De Carolis / Foto: Fotostudio Kopfkino

Der Kampf nahm Fahrt auf, De Carolis drang, Feigenbutz verunsichert. Ein Schlag nach dem anderen trifft in das Ziel des Italieners. Der junge Feigenbutz sichtlich überrascht, aber dennoch konstant. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Während jedoch die Treffer des Herausforderers meistens ins Schwarze treffen, kann Feigenbutz seinen Kontrahenten eher selten ernsthaft in Bedrängnis bringen. De Carolis entzückt mit einer ausgezeichneten Defensive und harten Schlägen im Vorwärtsgang. Ganz egal was „Iron Junior“ treibt, jede Aktion wird mit tobendem Beifall belohnt. Eine Atmosphäre, wie man sie nur selten erlebt. Die Halle steht Kopf, die Kämpfer schlagen aufeinander ein. Runde für Runde wird es enger für den jungen Champion.

Vincent Feigenbutz gegen Giovanni De Carolis / Foto: Fotostudio Kopfkino
Vincent Feigenbutz gegen Giovanni De Carolis / Foto: Fotostudio Kopfkino

Beachtenswert wie tapfer und physisch stabil er sich dem erfahrenen Gegner stellt. Der Schlussgong. Für die meisten Fans ist klar: Der Karlsruher wird den Kampf wohl nicht gewinnen. Ganz anderer Meinung sind da die Punktrichter: Knapp aber dennoch einstimmig soll Feigenbutz den Kampf gewonnen haben (113-115, 113-115, 113-115). Die Halle tobt, Deutschlands Boxsportszene ebenfalls, allerdings aus Empörung. „Gute Nacht Deutsches Boxen“ und „Eine Niederlage für den Deutschen Boxsport“ sind da noch die harmloseren Kommentare der Kollegen. Auch von Seiten der Fans bricht in kürzerster Zeit ein regelrechter Shitstorm via Facebook aus.

Vincent Feigenbutz gegen Giovanni De Carolis / Foto: Fotostudio Kopfkino
Vincent Feigenbutz gegen Giovanni De Carolis / Foto: Fotostudio Kopfkino

Umstrittene Urteile gibt es leider immer wieder. Zu oft entscheiden nicht die Fäuste der Kämpfer, sondern letztendlich der Wille derer, die die ganze Party bezahlen. Vincent Feigenbutz ist zweifelsohne ein junger talentierter und vorallem hungriger Boxer. Die traurige Frage ist allerdings: Darf man mit 20 Jahren keinen Boxkampf verlieren? Ist der Boxsport schließlich nicht nur Show, sondern ein echter Wettkampf. Sind Niederlagen nicht menschlich? Ob Sieg, oder Niederlage, dieser Kampf war eine wahre Bereicherung für Vincent Feigenbutz und ohne großartige Spekulationen: Hätte nicht bei einer Punktniederlage ganz Deutschland den Hut vor einer solch tollen Leistung gezogen? So hat dieser Triumph wohl einen faden Beigeschmack, dem K.O.-Prinz wird es egal sein. Für ihn geht es weiter bergauf und schon bald womöglich um die Weltmeisterschaft. Wünschenswert wäre es, wenn die großen Champions dem manchmal etwas übereifrigen Feigenbutz etwas Respekt beibringen. Worte welche der Karlsruher für sein Interview nach dem Fight auswählte, gehören ganz und garnicht in den Ring. Eins ist sicher: Von diesem Jungen wird man noch einiges hören. Möglich ist alles, außer Langeweile.

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Abgegebene Stimmen: 256

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