Jaime Munguia vor Mittelgewichtsdebüt gegen Gary O’Sullivan

Der ehemalige WBO-Weltmeister im Halbmittelgewicht, Jaime Munguia, wird am kommenden Wochenende erstmals im Mittelgewicht antreten. Im Alamodome in San Antonio, Texas, trifft er auf den erfahrenen Iren Gary O’Sullivan. Auf der gleichen Veranstaltung verteidigt Franchon Crews-Dezurn ihre WBO- und WBC-Gürtel im Supermittelgewicht gegen Alejandra Jimenez.

Erfolgreicher Auftakt in neuer Gewichtsklasse? Jaime Munguia misst sich mit Gary O’Sullivan

34 Kämpfe, 34 Siege, davon 27 durch KO, lautet die makellose Kampfbilanz von Jaime Munguia. Nach fünf erfolgreichen Verteidigungen seines WBO-Gürtels im Halbmittelgewicht möchte der Mexikaner nun das Mittelgewicht aufmischen. Im ersten Kampf in seiner neuen Gewichtsklasse trifft er in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf den irischen Routinier Gary O’Sullivan (30(21)-3-0).

Für internationales Aufsehen sorgte Munguia erstmals im Mai 2018. Weil sich der damalige Weltmeister Sadam Ali nach einer kurzfristigen Absage des Briten Liam Smith auf dringlicher Gegnersuche befand, erhielt der damals erst 21-Jährige überraschend seine erste Titelchance. Diese nutzte er mit Bravour und stoppte Ali nach einer sensationellen Leistung in der vierten Runde.

Nach drei weiteren dominanten Auftritten erlitt der kometenhafte Aufstieg von Munguia im April des vergangenen Jahres jedoch einen ersten Dämpfer. Vor heimischem Publikum in Monterrey reichte es gegen Dennis Hogan nur zu einem umstrittenen Sieg durch Mehrheitsentscheid. Schon damals räumte Munguia ein, dass er Mühe habe das Halbmittelgewichtslimit zu erreichen. Dennoch verteidigte er seinen Gürtel noch einmal erfolgreich, als er im September 2019 Patrick Allotey vorzeitig in die Schranken wies.

Im neuen Jahrzehnt möchte Munguia nun im Mittelgewicht für Furore sorgen. In seinen bisherigen Kämpfen zeichnete sich der mexikanische Shootingstar weniger durch filigrane Boxtechnik, sondern eher durch Aggressivität und physische Robustheit aus. Es bleibt abzuwarten, ob er diese Attribute auch im höheren Gewichtslimit zur Geltung bringen kann. Sein Trainer Erik Morales äußerste sich dahingehend optimistisch: „Im Mittelgewicht zu kämpfen, wird Jaime im Ring beweglicher erscheinen lassen, schneller und gleichzeitig stärker“, kommentierte der mexikanische Boxheld die Pläne seines Schützlings.

Mit Gary „Spike“ O’Sullivan steht Munguia am Wochenende ein solider Prüfstein gegenüber. Der 35-jährige gilt als äußerst kampfstarker Boxer. Lediglich gegen die Topathleten Billy Joe Saunders, David Lemieux und Chris Eubank jr. hatte er das Nachsehen. Gegen Munguia erhält der Ire mit dem auffälligen Schnauzbart nun die womöglich letzte Chance, sich auf Weltklasseniveau zu beweisen. Dementsprechend angespornt äußerte er sich im Vorfeld: „Noch nie in meiner Karriere habe ich mich motivierter gefühlt. Ich freue mich darauf, am 11. Januar eine Show zu liefern. Ich werde mich härter denn je auf diesen Kampf vorbereiten. Ich werde für einen Krieg bereit sein“, ließ O’Sullivan verlauten.

Crews-Dezurn gegen Jimenez – Spitzenkampf im Supermittelgewicht der Frauen

Franchon Crews-Dezurn (links) und Alejandra Jimenez (rechts)

Im einzigen WM-Kampf der von Golden Boy promoteten Veranstaltung verteidigt Supermittelgewichtschampionesse Franchon Crews-Dezurn ihre WBC- und WBO-Titel. Nachdem sie sich bei ihrem Profidebüt noch der Ausnahmeathletin Claressa Shields beugen musste, feierte die 32-jährige US-Amerikanerin sechs Siege in Folge. Am Wochenende möchte sie diese Serie gegen Alejandra Jimenez (12(9)-0-1) ausbauen. Die Mexikanerin Jimenez war bereits WBC-Titelträgerin im Schwergewicht und könnte sich mit einem Sieg in der zweiten Gewichtsklasse zur Weltmeisterin krönen.

Deutsche Zuschauer können die Veranstaltung in der Nacht von Samstag auf Sonntag ab 1Uhr auf DAZN verfolgen.