Jaime Munguia verteidigt WM-Titel in großartigem Kampf

In einem der besten Duelle des bisherigen Kalenderjahres, war es letztendlich der Mexikaner Jaime Munguia, der gegenüber Liam Smith aus England die Oberhand behielt.

Munguia muss erstmals über die volle Distanz

Das Duell am Samstagabend im Hard Rock Hotel & Casino in Las Vegas versprach schon im Vorfeld gut zu werden, da sowohl Jaime Munguia als auch auch Liam Smith nicht dafür bekannt waren, einem offenen Schlagabtausch aus dem Weg zu gehen. Die Frage war nur, ob Smith darin nicht seine größere Erfahrung in die Waagschale würde werfen können, um Youngster Munguia ins offene Messer laufen zu lassen. Zu Beginn des Kampfes sah es dann tatsächlich so aus, als könne der Brite so zum Erfolg kommen.

Der Mexikaner stürmte in all seiner jugendlichen Unbekümmertheit von Anfang an nach vorne und legte nahezu alles in seine Schläge, was der Körper fähig war zu tragen. Smith zeigte sich dabei zunächst clever, nutze kleine Meidbewegungen, um Munguia noch weiter zu locken brachte dann mehrfach schöne Konter ins Ziel. Der Weltmeister musste dabei zeigen, dass nicht nur austeilen, sondern auch einstecken kann. Nach den Anfangsrunden zeichnete sich jedoch ab, dass Munguias Hände schlichtweg mehr Power besaßen und so den Vorteil bei der Wertung der Runden brachten.

Am Ende der sechsten Runde war es dann ein brachialer linker Haken Munguias, der Smith voll an der Schläfe traf und zu Boden brachte. Der Engländer konnte sich gerade noch so in die Pause retten, war aber sichtlich gezeichnet von diesem Volltreffer. In der Folge sah es immer wieder so aus, als stünde Smith kurz vor der KO-Niederlage, allerdings bewies der 29-jährige sagenhafte Nehmerfähigkeiten. Wahrscheinlich hatten sich er und sein Team erhofft, dass Munguia seinem hohen Tempo in der zweiten Kampfeshälfte Tribut zollen würde, aber der drückte immer weiter auf die Tube, als könne er die ganze Nacht so weiter kämpfen.

Unglaublicherweise ließ sich Smith nicht unterkriegen, obwohl er speziell zum Körper fürchterliche  Treffer schlucken musste. Mit aller Macht versuchte er zurückzukämpfen – um damit jedoch nochmal einen Wendepunkt einzuleiten, dafür fehlte Smith schlussendlich die Schlagkraft. So war es am Ende eine klare Angelegenheit, bei der die Punktrichter allesamt den mexikanischen Weltmeister vorne sahen (116-111,119-110, 119-108). Für Munguia stehen nach diesem eindrucksvollen Sieg viele Türen offen, auch wenn man sicherlich aufpassen muss, dass man dieses 21-jährige Toptalent nicht verheizt.

Machado dominiert Mensah

Im zweiten Hauptkampf des Abends war die Angelegenheit noch wesentlich deutlicher. Der großgewachsene Weltmeister aus Puerto Rico beherrschte seinen Gegenüber aus Ghana förmlich nach Belieben. Von Beginn an hatte Alberto Machado die Ringmitte unter Kontrolle und brachte aus der bevorzugten Rechtsauslage harte Treffer unter. Schon in Runde 1 lag Rafael Mensah auf dem Hosenboden und musste im gesamten Kampfverlauf ein ums andere Mal viel aufwenden, um nicht vorzeitig die Segel zu streichen. Lediglich am Anfang des zweiten Kampfeshälfte sah der Afrikaner etwas besser aus und brachte hier und da gute Körpertreffer ins Ziel. Die Punktwertung von drei Mal 120-107 war ebenso eindeutig, wie verdient. Für den WBA-Titelträger im Super-Federgewicht – Alberto Machado – wäre es nun angebracht, stärkere Gegner vorgesetzt zu bekommen.