
Schon in Canelos Kämpfen gegen Floyd Mayweather, Gennady Golovkin, Erislandy Lara und Austin Trout gab es sehr kontroverse Punktwertungen
Saul „Canelo“ Alvarez ist nicht nur der Hero einer ganzen Nation in Mexiko, er ist der zur Zeit größte Superstar des aktuellen Boxsports und…..die Punkt- und Ringrichter lieben Canelo. Leider spiegelt sich dies auch immer wieder auf den Punktzetteln der Punktrichter wieder, wenn denn Mal ein Canelo-Kampf über die Runden geht.

Canelo hat einen fantastischen Kampfrekord von 51-1-2, 35 KO-Siege). Die einzige Niederlage musste der mexikanische Superstar am 14. November 2013, vor nahezu 6 Jahren gegen den damals weltbesten Boxer, den in 50 kämpfen unbesiegten Floyd „Money“ Mayweather, hinnehmen. Aber schon in diesem Kampf, den Mayweather damals so klar nach Punkten gewonnen hatte, wie man keinen Kampf gewinnen kann, sah der Punktrichter C.J. Ross aus Las Vegas, diesen Kampf mit 114-114 unentschieden. Diese Wertung war einfach ein einziger Skandal und Herr Ross hätte nach dieser Wertung ganz schnell einen Termin bei seinem Optiker machen sollen.

Daniel Jacobs Befürchtung, was passieren könnte, wenn sein Kampf gegen Canelo über die volle Distanz der 12 Runden geht und es dann zu den Scorecards gehen wird, ist gar nicht so unrealistisch. Denn in mindestens vier Alvarez-Kämpfen die seit 2013 in Las Vegas stattfanden, gab es absolut kontroverse Wertungen auf den Punktzetteln der von der Nevada State Athletic Commission (NSAC) eingesetzten Punktrichtern. Ganz besonders die Ergebnisse der letzten Fights zwischen Canelo vs Golovkin – ein Split-Draw im ersten Kampf im September 2017 und ein Jahr später ein Mehrheitsentscheid zugunsten Canelos im Rückkampf gegen GGG – sorgte für Kontroversen.

Nach Einschätzung der meisten Boxexperten hatte Gennady Golovkin beide Kämpfe gegen Canelo gewonnen. Aber es geht halt um sehr viel Geld. Wenn man weiß, dass Canelo Alvarez mit seinen erst 28 Jahren mit seinem bisherigen Kämpfen einen Umsatz von mehr als 1,5 Milliarden Dollar gemacht hat, wobei er wohl selbst ca 30% dieser Summe selbst vereinnahmt haben dürfte, dann ist das fast kaum zu glauben. Erst vor circa einem halben Jahr hat Canelo mit dem Streaming-Portal DAZN einen Vertrag über 11 Kämpfe abgeschlossen (wobei der erste Kampf dieses Deals der Fight gegen den Engländer Rocky Fielding war), der ihm 365 Millionen Dollar garantiert. Das sind Summen von denen die großen Boxer früherer Zeiten nur träumen können. So viel hat Muhammad Ali, Joe Frazier und George Foreman zusammen in ihrer gesamten Karriere nicht auch nur annähernd verdient.


Das sicher hat dann wohl vielleicht doch etwas damit zu tun, dass beim ersten Canelo vs Golovkin Kampf im September 2017 eine gewisse Punktrichterin namens Adalaide Byrd nach 12 Runden diesen Kampf damals mit 118:110 für den Liebling Las Vegas, Canelo Alvarez wertete. Übrigens ist der Ehemann von Adalaide Byrd, Robert Byrd ebenfalls Punktrichter und ein bekannter Ringrichter. Diese Punktwertung der Adalaide Byrd war damals so etwas von kontrovers, dass der Nevada State Athletic Commission nichts anderes überig blieb, als diese Dame erst einmal für künftige Einsätze zu sperren, allerdings sitzt sie inzwischen schon wieder als Punktrichterin am Ring des Staates Nevada.
Aber auch der Revanche-Kampf zwischen Canelo Alvarez vs Gennady Golovkin, genau ein Jahr später im September 2018 war wieder ein Skandal, hier haben zwei der Las Vegas Punktrichter Canelo mit zwei Punkten als Sieger errechnet und einer der Punktrichter sah den Kampf unentschieden. Aber auch diesen Kampf hat nach Meinung der meisten Experten alleine Gennady Golvkin gewonnen. Und das Interessante am morgigen Kampf ist, dass genau und exakt die gleichen drei Punktrichter, die Herren Dave Moretti, Glenn Feldman und Steve Weisfeld, die im Revanchekampf gegen GGG, Canelo den Sieg und die WM-Titel quasi geschenkt haben, alle drei als Punktrichter beim Kampf Canelo vs Jacobs mit ihrer Wertung entscheiden werden.

Trotzdem Jacobs im Vorfeld große Bedenken gegen die von der NSAC eingesetzten Punktrichter erhoben hatte, sagte er in der letzten Pressekonferenz:
„Ich bin sehr zufrieden mit den Punktrichtern, die eingesetzt wurden, es wird bestimmt keine Kontroverse geben“, sagte Jacobs diese Woche im MGM Grand. „Ich bin auch zufrieden mit dem Ringrichter, den wir mit Tony Weeks haben. Für mich liegt es also letztendlich an mir, in den Ring zu gehen und meinen Job zu machen. Alles was ich möchte ist völlige Objektivität und Unparteilichkeit. Ich habe zwar im Vorfeld dieses Kampfes gesagt, dass Canelo der Liebling der Nevada Judges ist, aber ich habe zugestimmt gegen Canelo in Las Vegas zu kämpfen. Was ich möchte ist, zu beweisen, dass ich der beste Mittelgewichtler der Welt bin und ich denke, dass wir eine faire Jury haben.“ Wenn er sich damit nur nicht vertut. Es ist einfach doch schon etwas seltsam, dass bei fast allen Canelo Fights in Las Vegas immer wiederkehrend die gleichen Punktrichter eingsetzt wurden.

Nicht umsonst sagt einer der bekanntesten Box-Experten der Welt der ESPN-Kommentator Max Kellerman, dass er glaubt, dass Daniel Jacobs sich in einer sehr schwierigen Situation befindet und dass er Saul Canelo Alvarez ausknocken muss, um den Kampf am Samstagabend zu gewinnen. Kellerman begründet dies damit, dass die Ring- und Punktrichter Canelo mögen und dass sie dies in seinen beiden Kämpfen mit Gennady Golovkin, Erislandy Lara und Austin Trout schon klar zum Ausdruck gebracht haben. Drei dieser vier Kämpfe (außer Trout), hatte Canelo eigentlich verloren, aber sie eben doch gewonnen, weil die Punktrichter subjektiv zu seinem Vorteil gewertet haben.














