Shefat Isufi nun auch Titelträger der WBA

Arben Aliji, Shefat Isufi und Sedat Isufi / Foto: Alexandre Gorodnyi
Arben Aliji, Shefat Isufi und Sedat Isufi / Foto: Alexandre Gorodnyi

Knocktout-Sieg gegen Giorgi Berishvili

Der Münchner Boxer Shefat Isufi (19-3-2) ist nun nach erfolgreichen Siegen bei WBC- und IBF-Europameisterschaften auch Titelträger bei der WBA. Hierbei handelt es sich um den Titel PABA (Pan Asian Boxing Association). Gegen Giorgi Beroshvili (25-10-2) gewann Isufi per Knockout in der zweiten Runde.

Shefat Isufi / Foto: Alexandre Gorodnyi
Shefat Isufi / Foto: Alexandre Gorodnyi

Nachdem der afrikanische Boxer Abdallah Paziwapazi (12-3-0) kein Visum erhielt und nicht zum Titelkampf antreten konnte, wurde kurzfristig Beroshvili verpflichtet. Der Georgier ging immerhin im Jahre 2014 mit Sauerland-Boxer Tyron Zeuge über die angesetzten zehn Runden und präsentierte sich gut. Somit war die „Notlösung“ in Ordnung, auch wenn mit Paziwapazi (Weltrangliste Nr. 80) ein weit besserer Gegner geplant war.

Beroshvili, der natürlich so kurzfristig nicht auf einen 12-Runden Kampf vorbereitet war, hatte vom ersten Gong an keine Chance. In der anderen Ringecke war Shefat Isufi nämlich in absoluter Top-Form, schnell, beweglich und mit einer sauberen Technik. Nach mehreren Niederschlagen in den ersten beiden Runden wurde der Kampf abgebrochen. Für Isufi selbst und die Zuschauer war es sicherlich schade, dass der ursprüngliche Gegner nicht antreten konnte. Allerdings fand der Titelkampf dank Beroshvili überhaupt statt und der Münchner bekam den WBA-Titel überreicht. In dieser Form kann Isufi in Zukunft einiges im Halbschwergewicht anstellen. Sollte die WBA ihn in der Rangliste nun unter den Top 15 führen, könnten sich einige interessante Kampfpaarungen ergeben.

Bayrische Boxer siegen fast alle – Mal überzeugend, mal holprig

Im Vorprogramm durften unter anderen Kampfpaarungen auch sechs bayrische Boxer in den Ring. Adrian Raatz (10-1-0) und Michael Biola Jagun (2-0-0) von der Fight Power Academy Unterschleißheim konnten beide ihre Kämpfe gewinnen. Raatz präsentierte sich in einer sehr guten Form und zwang seinen Gegner Anando Agovic (0-1-0) bereits nach der ersten Runde zur Aufgabe. Jagun musste mit Anel Islamovic (2-0-0) über die Runden gehen und gewann nach Punkten. Islamovic machte einen beherzten Kampf, war Jagun jedoch deutlich in der Technik unterlegen.

Der junge Schwergewichtsboxer Enrico Hilgert (2-0-0) aus Kitzingen konnte seinen dritten Kampf überzeugend gewinnen. Der Bosnier Haris Radmilovic (6-8-0) ging in der dritten Runde zu Boden, nachdem Hilgert ihn per Körperhaken traf. Zuvor hatte er immer wieder Kombinationen zu Körper und Kopf geschlagen. Die große Fangemeinde des Newcomers feierte ihren Boxer lautstark. Neben dem Hauptkämpfer Isufi hatte Hilgert die meisten Sympathien für sich.

Schon wesentlich länger im Geschäft sind Denis Simcic (30-3-1) und Attila Korda (8-5-0). Beide Lokalmatadoren bekleckerten sich allerdings nicht sonderlich mit Ruhm. Simcic war machtlos, als der Kampf schon nach der ersten Runde abgebrochen wurde, weil der Geger Amir Solak (Debüt) Nasenbluten hatte. Es ist bereits der zweite Debütant hintereinander und man fragt sich was der erfahrene Simcic, der einige Titel in seiner Laufbahn erringen konnte, mit solchen Gegnern bezwecken will. Attila Korda quälte sich vier Runden mit Aleksandar Kuvac (7-21-0). Kuvac ging mutig zu Werke und war vom Sieg nicht weit entfernt. Trotzdessen ging unterm Strich der Punktsieg für Korda, auch ohne Beachtung des berühmten Heimvorteils, völlig in Ordnung.

Für Armin Dollinger (21-4-0) endete der Kampfabend alles andere als glücklich. Dollinger, der seinen letzten Kampf 2013 gegen Enrico Kölling verloren hatte, wollte es noch einmal wissen. Der 44 Jahre alte „Hirschenwirt“ sollte gegen den vermeintlichen Aufbaugegner Djordje Markovic (0-2-0) keine Probleme haben. Der junge Markovic zeigte jedoch Biss und großes Kämpferherz. Er lieferte sich mit Dollinger über vier Runden einen offenen Schlagabtausch und gewann verdient nach Punkten. Für einen Sieg hatte Dollinger einfach zu wenig Kampfgeist gezeigt und nun sollte er sich überlegen, ob er jetzt endgültig die Handschuhe an den Nagel hängt.

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