Schlacht von Berlin: Hannig siegt im Rematch gegen Liebenberg!

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Zur zweiten Petko’s FIGHT NIGHT in der Landeshauptstadt Berlin, trafen im heiß ersehnten Rematch um den WBC-International-Titel im Halbschwergewicht Nick Hannig und Ryno Liebenberg aufeinander.

Im mit 3000 Zuschauern komplett ausverkauften Berliner Maritim Hotel, kam es im Hauptkampf des Abends von Petko’s FIGHT NIGHT zum Rückkampf zwischen WBC-International-Titelträger Nick Hannig und dem starken Südafriker Ryno Liebenberg. Am 6. Juli standen die beiden Halbschwergewichtler erstmals in der BRITA-Arena in Wiesbaden 12 Runden miteinander im Ring. In einem engen und harten Gefecht, schenkten sich die Boxer nichts und lieferten den anwesenden Fans in Wiesbaden einen hochklassigen Fight, der mit einem Unentschieden endete. Für „Mr. Business“ Nick Hannig stand kurze Zeit später fest, dass ein Rematch her muss – „Unfinished Business“ für den 33-jährigen Königs Wusterhausener!

Spektakulärer Kampfverlauf zwischen Nick Hannig und Ryno Liebenberg

Nach kurzem Abtasten begann das Gefecht gleich Fahrt aufzunehmen. Sowohl Hannig als auch Liebenberg verschwendeten keine Zeit, ihr Gegenüber zu attackieren. Liebenberg und Hannig teilten sich im zweiten Durchgang wechselnd die Ringmitte. Nachdem Liebenberg vor allem die ersten Sekunden bestimmen konnte, setzte sich Hannig im weiteren Verlauf von Runde 2 durch. Die dritte Runde begann da, wo die vorherige aufhörte. Beide Boxer standen Fuß an Fuß und deckten sich in der Halbdistanz mit Schlägen zu Körper und Kopf ein. Nach einem Schlag auf dem Hinterkopf wurde Liebenberg von Referee Jürgen Langos ermahnt, ehe das Gefecht wieder Fahrt aufnahm. Hannig agierte am Mann häufig mit Haken zum Kopf, während Liebenberg wenig später versuchte, den Champion wieder auf Distanz zu halten.

Im vierten Durchgang eröffnete Liebenberg mit Händen zum Körper, ehe er Hannig im Ring vor sich hertrieb und an den Seilen stellte. Durch dessen solide Doppeldeckung, konnte ihn der Südafrikaner jedoch nicht verletzen. In den darauf folgenden Szenen fand Liebenberg sein Ziel mit einem linken Haken zum Kopf. Hannig ließ sich davon nicht beeindrucken und marschierte wieder nach vorn. In den letzten 10 Sekunden konnte Hannig nochmal Eindruck schinden und sich den den Durchgang somit sichern.

Auch in Runde 5 standen beide Boxer häufig Kopf an Kopf und schlugen mit Haken aufeinander ein. Hannig punktete wechselnd mit linken Haken zu Körper und Kopf, während Liebenberg in jenen drei Minuten deutlich das Nachsehen hatte. In den letzten Sekunden gelang dem Königs Wusterhausener ein satter Haken an den Kopf von Liebenberg, der diesen merklich anklingelte. Zum „Open Scoring“ stand es mit 38-38, 39-37 sowie 37-39 enger als zunächst angenommen, was von den lautstarken Fans mit Buh-Rufen quittiert wurde.

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

„Finished Business“ in Berlin: Hannig setzt sich durch!

Der sechste Durchgang war mit Abstand der bisher intensivste. An den Seilen gestellt, deckte Nick Hannig seinen Widersacher mit einer Vielzahl harten Händen ein. Immer wieder traf er mit schweren Haken zum Kopf. Liebenberg bewies „Nehmerfähigkeiten“ und blieb trotz dieser „Bomben“ stehen. Obwohl Liebenberg erneut eine Vielzahl Treffer einstecken musste, ging der 35-Jährige immer wieder nach vorn. Statt aus der Distanz zu boxen, suchte der Südafrikaner den Schlagabtausch im Infight – so auch im siebten und achten Durchgang.

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Die neunte Runde startete ebenfalls intensiv. Nach einem Schlagabtausch öffnete sich über Liebenbergs linkem Auge ein Cut. Ringarzt Dr. Stephan Bock musste diese Verletzung wenig später begutachten, sah jedoch keinen Grund für einen Abbruch. Zum Open Scoring – nach der achten Runde – lag Nick Hannig mit 78-74, 78-74 und 77-75 in Front. Liebenberg verließen langsam die Kräfte, während Hannigs neue Trainingsmethoden sich auszuzahlen schienen. Der Lokalmatador fightete weiter mit merklichem Tempo und lud immer wieder harte Hände beim Südafrikaner ab.

Vermutlich durch das Zusammenstoßen der Köpfe, schwoll im vorletzten Durchgang das rechte Auge des Petko-Boxers extrem an. In der zwölften und letzten Runde des erneut sehr spektakulären Kampfes um den WBC International Titel, legten sowohl Nick Hannig als auch Herausforderer Ryno Liebenberg nochmal alles in die Waagschale. Mit ihren letzten Kräften schenkten sich die beiden „Brawler“ nochmals kräftig ein und brachten die Halle des Maritim Hotels zum Beben. Nachdem Hannig in den letzten Sekunden mehrere direkte Hände nehmen musste, schaffte Liebenberg fast die Sensation! Auf sehr wackligen Beinen wankte Hannig im Rückwärtsgang in die neutrale Ecke und wurde, dem stehenden KO nahe, von Referee Jürgen Langos angezählt.

Am Ende sollte es dennoch zum absolut verdienten Sieg des Boxers aus Königs Wusterhausen reichen, bei welchem die Titelverteidigung seines WBC International-Gürtels fast schon zur Nebensache geriet. Nick Hannig sicherte sich mit 114-113, 115-112 und 115-112 einen gerechten und knappen Punktsieg über Ryno Liebenberg – Finished Business für „Mr. Business“ Nick Hannig! Promoter Alexander Petkovic bewies damit abermals ein Händchen für großartiges Matchmaking und bescherte den deutschen Boxfans einen erneut absolut packenden und nervenaufreibenden Fight. Es bleibt zu hoffen, dass der Promoter aus München seine Boxer künftig im Live-TV präsentieren kann!