Roy Jones Jr.: „Anthony Joshua darf nicht sofort wieder gegen Andy Ruiz Jr. kämpfen!“

Roy Jones Jr. empfiehlt nachdrücklich, dass der frühere Schwergewichts-Champion Anthony Joshua in seinem nächsten Kampf auf ein sofortiges Rematch gegen Andy Ruiz Jr. verzichten soll.

Box-Legende Roy Jones jr. sagt, dass Anthony Joshua (22-1-0, 21 KOs), der in seinem Kampf gegen Andy Ruiz jr. (33-1-0, 22 KOs) am 1. Juni in der 7. Runde, nach dem vierten Niederschlag, gestoppt wurde, keinesfalls sofort die Revanche gegen Andy Ruiz bestreiten solle, weil Joshua einfach die boxerische Fähigkeit fehlt, ihn zu besiegen.

Roy Jones war übrigens einer der ganz wenigen Experten, der die Niederlage von Anthony Joshua gegen den dicklichen Andy Ruiz jr. voraus gesagt hatte. Jones sagte voraus, dass Joshua gegen Ruiz verlieren würde, bevor die Beiden am 1. Juni im Madison Square Garden in New York im Ring standen. Roy Jones vertrat schon vor dem Kampf der die Ansicht, dass Anthony Joshua, Andy Ruiz jr. Ruiz wegen seiner Niederlage gegen Joseph Parker im Jahr 2016, nicht für voll nehmen würde. Was Joshua nicht zu wissen schien, ist, dass Ruiz jr. den Kampf gegen Parker eigentlich niemals verloren hatte. Das Urteil damals war nicht nur eine umstrittene kontroverse Entscheidung sondern es war Betrug, sagte Jones.

Wer dachte denn beim Anblick dieses Modellathleten, dass er gegen den doch etwas dicklichen, doch eher wie ein Anti-Boxer aussehenden, Andy Ruiz seine WM-Titel verlieren würde?

„Ich habe damals erwartet, dass Andy Ruiz Joseph Parker klar besiegen wird, auch wenn der Kampf in Neuseeland war“, sagte Jones im Interview mit Fighthub (siehe unten). Und Andy Ruiz jr. selbst weiß ganz genau, dass er diesen Kampf gegen Parker niemals wirklich verloren hat und dass man ihn hier verschaukelt hat und genau deshalb hat Ruiz auch nicht das Vertrauen in sich selbst und in seine Leistung verloren. Andy hatte das Gefühl, den Kampf in Wirklichkeit gewonnen zu haben und damit hatte er auch recht. Wer das Boxen kennt der weiß, wenn er in ein fremdes Land fährt, um dort als Ausländer gegen den Lokalmatador zu kämpfen, dann kann er meist nur durch KO gewinnen. Und wenn Du dann äußerst knapp, auch noch mit einem 2:1 Urteil nach Punkten verlierst, dann weiß jeder der Ahnung von diesem Geschäft hat, wer in Wirklichkeit eigentlich den Kampf gewonnen hatte. „Natürlich ist der Lokalmatador immer der Liebling der Punktrichter. Was erwartest du denn sonst?“, sagt Jones. „Joshua sah diesen Kampf von Ruiz gegen Parker aus einem ganz anderen Blickwinkel, er dachte: Ich habe Parker besiegt und Parker hat Ruiz besiegt. Also wird das für mich ein easy Fight“, sagte Jones.

Wer dachte denn, als er solche Fotos im Vorfeld des Kampfes sah daran, dass dieser dicke Junge den großen Anthony Joshua besiegen könne?

Ohne diese Niederlage gegen Parker, die eigentlich keine war, wäre Ruiz Jr. ungeschlagen gegen Joshua angetreten, vielleicht hätte sich Joshua dann mehr Gedanken im Vorfeld über die Stärke von Ruiz gemacht. Obwohl Parker der Meinung ist, dass er den Sieg über Ruiz verdient hat, sieht das die Boxwelt ganz anders. Die Boxfans sahen weltweit im TV, wie Ruiz Parker vor seinen eigenen Fans in Neuseeland dominierte. Joshua dachte offensichtlich, dass es für ihn kein Problem sein würde, wenn Parker Ruiz besiegen könnte, dann kann ich das locker auch. Es war ein großer Fehler von Joshua, Ruiz zu unterschätzen und jetzt muss er mit dieser Niederlage leben und versuchen zurück zu kommen.

„Aber das wird nicht so einfach werden, weil Ruiz eine ganz besondere Art von Fighter ist“, sagte Jones. „Ruiz ist der beste Kombi-Puncher der gesamten Schwergewichtsszene. Selbst wenn ich noch in meinen besten Jahren wäre, wäre Ruiz der letzte, gegen den ich kämpfen möchte, weil er Kombinationen und schnelle Hände schlägt, die diesem großen doch ziemlich fülligen Kerl gar niemand zutraut. Andy Ruiz jr. ist dick und stark. Ich wusste, dass er Joshua schlagen würde. Ich hätte nicht gedacht, dass er Joshua so klar schlagen würde. Mein Sohn und auch ich, wir haben es beide voraus gesagt, dass Andy Joshua schlagen wird, weil er ihn zu leicht nehmen würde. Einfach deshalb weil Andy äußerlich so gar nicht wie ein Boxer aussieht“,sagt Jones.

Roy Jones jr, ehemaliger Weltmeister in fünf Gewichtsklassen (Cruisergewicht, Mittelgewicht, Supermittelgewicht, Halbschwergewicht und Schwergewicht), galt von 1989 bis 2003 als nahezu unbesiegbar und als bester Boxer der Welt nach der Klassifikation Pound for pound, der Kampfstärke in Relation zum Gewicht.

Ruiz war zu 100% auf seinen Kampf gegen Joshua vorbereitet, auch wenn er nur drei Wochen Zeit hatte sich auf diesen Kampf vorzubereiten und er nutzte die Unfähigkeit von Joshua, unter Druck im Rückwärtsgang zu boxen. Joshua hatte noch nie zuvor gegen jemanden gekämpft, der solch einen Druck auf ihn ausübte, wie Ruiz ihn ausgeübt hatte, was erklärt, warum er verloren hatte. Die Kombination, die Ruiz schlug, versenkten Joshua wirklich, da er sich nicht gegen diese fünf bis sechs unheimlich schnell geschlagenen Schlagkombinationen verteidigen konnte, die Ruiz in Runde drei und in Runde sieben schlug. Das waren die beiden Runden, in denen Ruiz das Tempo des Kampfes erhöht und Gas gegeben hat und dabei ist Joshua untergegangen.

„Andy Ruiz kann richtig gut boxen. Er ist nicht unbedingt der beste Fighter auf dem Planeten, aber er kann einfach richtig gut boxen,“ sagt Roy Jones jr. Anthony Joshua war in Runde sieben definitiv ein geschlagener Mann und er war zu angeschlagen um den Kampf fortzusetzen. Ruiz hatte Joshua in der 7. Runde zweimal zu Boden geschlagen und er war körperlich und geistig erledigt. Es war auch klar zu sehen, dass Joshua nach dem zweiten Niederschlag in der 7. Runde nicht weiter kämpfen wollte und dass er geistig ganz abwesend war. Der wirklich gute Ringrichter hat mit dem Abbruch Joshua regelrecht vor Schlimmerem gerettet. Ruiz traf Joshua nach Belieben und er konnte sich nicht mehr richtig verteidigen. Der Kampfabbruch war das einzig Richtige.“

„Nein“, sagte Jones Jr., als er gefragt wurde, ob Joshua in einem sofortigen Rückkampf noch in diesem Jahr gegen Ruiz kämpfen sollte. „Er war wirklich ziemlich outboxed. Er wurde nicht nur niedergeschlagen. Er wurde regelrecht vernichtet. Joshua muss zurückkommen, aber er muss zuerst seine Boxtechnik verbessern. Sobald er das getan hat, kann er über einen Rückkampf nachdenken. Aber er kann und darf nicht sofort wieder gegen Ruiz kämpfen, weil seine boxerischen Defizite noch nicht behoben sind. Joshua muss erst dieses Problem beheben, wenn er ein anderes Ergebnis als bei seinem letzten Kampf gegen Ruiz erzielen möchte“, sagte Jones.

Hier das Video in dem Roy Jones jr. über Anthony Joshua und Andy Ruiz jr. spricht:

Roy Jones Jr.: „Anthony Joshua darf nicht sofort wieder gegen Andy Ruiz Jr. kämpfen!“
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