Ring frei!

Wie Jürgen Blin die chinesischen Gäste von BOX-OUT ganz schnell zu Boxern machte…

Ein Bericht von Wolfgang Weggen

Wann er zum letzten Male so viel Beifall von Ausländern bekommen hat? Jürgen Blin kann sich nicht genau erinnern, vermutet aber: „Das war sicherlich damals in Zürich, als ich gegen Muhammad Ali gekämpft habe. Oder vielleicht doch in Spanien, als ich Ibar Manuel Urtain den Europatitel abgeknöpft habe?“ Egal, die 15 Chinesen, Gäste von BOX-OUT im Hamburger Gym, waren total begeistert, als die Dolmetscherin ihnen erklärte, wer dieser „ältere Herr“, gleichzeitig Schirmherr und Trainer von BOX-OUT, eigentlich ist. Langanhaltender und besonders kräftiger Applaus…

Als die „Ginkgo Fellows“ dann noch das Alter des schwergewichtigen Ex-Boxers erfuhren, waren sie „völlig aus dem Häuschen“: 71 Jahre – der Beifall der Chinesen wollte nicht enden.

Zu diesem Zeitpunkt wussten die Gäste der Narada Foundation und deutschen BMW-Stiftung noch nicht, dass für sie alles noch besser kommen würde. Und das sah dann so aus: Nachdem der offizielle Teil des Besuches abgehandelt war, die wissbegierigen Gäste von Geschäftsführer Christian Görisch und Georg Hauptmann, der bei BOX-OUT für Bildung der Schüler/Boxer zuständig ist, vermittelt bekamen wie in Hamburg gemeinnützige Vereine geführt werden, wie sie sich finanzieren, bat Jürgen Blin die 12 jungen Damen und drei Herren spontan zu einer kurzen Trainingseinheit…

Und sie machten tatsächlich mit, alle – wie Zhou Rong, Miao Shiming, Ah Qiang und sogar die Dolmetscherin. Ohne Sportklamotten, in normaler Straßenkleidung. Kurze Gymnastik, Seilspringen, dann Handschuhe an – und los ging es: „Boxstellung, Hände hoch zur Deckung. Kinn an die Brust. Erst die linke Führhand, dann die Rechte“! Der Ex-Europameister machte alles vor, spulte 30 Minuten lang ein tolles Programm ab, die lernwilligen Gäste schwitzten mächtig – und waren noch begeisterter von dem ehemaligen Ali-Gegner…

Fazit des hervorragend gelungenen Nachmittages bei BOX-OUT: Die chinesische Delegation würde sich sehr freuen, wenn man dies doch noch einmal wiederholen könnte – möglichst in China!

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