Povetkin-Whyte II: Der Einsatz im Rückkampf ist unglaublich hoch

Dillian Whyte

Eine Erklärung ist nicht erforderlich. Der Sieg von Whyte ist obligatorisch!

Als Alexander Povetkin im vergangenen August im Garten von Eddie Hearns die Welt von Dillian Whyte rockte, stellte er einen Großteil der Schwergewichts-Rangliste auf Eis.

Nun, es war nicht Povetkins Schlag, sondern Whytes Rückkampfklausel.

Der Londoner wollte unbedingt beweisen, dass es sich um einen Ausrutscher handelte und wollte sofort korrigieren, was passiert war.

Alexander Povetkin auf der Waage

Er war fast 3 Jahre an der Spitze der WBC Schwergewichts-Weltrangliste gerankt. Im ersten Kampüf gegen Povetkin sah es in den ersten vier Runden so aus als wäre sein Sieg über den russischen Olympiasieger nur eine Frage der Zeit. Nach zwei Niederschlägen von Povetkin in der vierten Runde dieses Kampfes, dachte alle Insider, dass die 5. Runde nun das Ende bringt. Mit dieser Annahme hatten diese Leute zwar recht, der Kampf endete in der 5. Runde, nur der angenommene Sieger dieses Kampfes war ein anderer, denn der so bedrängte und nach Punkten weit zurückliegende Povetkin, schlug Dillian Whyte mit einem brutalen Onehand-Punch zu Boden, wo dieser bewusstlos liegen blieb.

Dadurch wurde Dillian Whyte´s auch lange gehegte und viel diskutierte obligatorische Nr. 1 Status bei der WBC genommen, aber er wollte zeigen, dass der Verlust nur ein Kredit war und dass er sich seinen, an Povetkin verlorenen WBC-Interims-Titel, so schnell wie möglich wieder zurückholen wollte.

Povetkin knockt Whyte im ersten Kampf schwer aus

Die Idee zuvor war gewesen, dass Whyte in einem Pflichtkampf an seinem obligatorischen Platz vorbeikommen und in Form bleiben würde.

Dann ereignete sich eine Katastrophe.

Für den 21. November wurde ein Rückkampf vereinbart, der angesichts der Gewalttätigkeit des ersten Kampfes der Beiden, zu ehrgeizig und riskant zu sein schien. Dann fing Povetkin sich den Coronavirus ein und dieses Datum verdunstete. Dann kam und ging ein Januar-Date. Dann wurde der 6. März angekündigt, aber mit dem Whyte-Training in Portugal ließen die Probleme mit der Hotel- / Reisequarantäne mit einer Rückkehr nach Großbritannien vor dem Kampf dieses Datum wieder platzen und Promoter Eddie Hearn musste nun zum dritten Mal erneut einen Kampftermin festlegen.

Hearn ist in Gibraltar gelandet und und der jetzt endlich stattfindente Rückkampf heißt „The Rumble on the Rock“.

Wird auch im Revanche-Fight Alexander Povetkin wieder so jubeln können?

Und diesmal sind die Rollen vertauscht. Povetkin – ist nicht mehr nur der Veteran mit dem hohen Namenswert – jetzt derjenige der den Schwergewichts-Interimstitel der WBC hält, er ist jetzt der Titelverteidiger, der Mann der die Schlüssel zum Meisterschaftsreich in der Tasche hat und auf einmal ist disers anstehende Kampf der größte Kampf in Whytes Karriere geworden. Wenn er erneut geschlagen wird, fällt er die Leiter herunter und wird nicht mehr im Gespräch sein um mit Tyson Fury oder Anthony Joshua in den Ring zu steigen. Bei einem zweiten Sieg Povetkins über Whyte wird dieser endgültig die Position einnehmen, die Whyte vor seiner ersten Niederlage über Jahre eingenommen hat. Dann werden für den inzwischen 41jährigen Russen, die großen Kämpfe winken.

Wenn Dillian Whyte seine Niederlage im ersten Kampf, durch einen eindrucksvollen Sieg im zweiten Kampf wieder korrigiert, dann ist er es der wieder im Geschäft ist. Und deshalb ist dieser Kampf am kommenden Samstag in Gibraltar, der wichtigste Kampf in der Karriere des Dillian Whyte.

Vielleicht hatte er sich bereits schon das Feuerwerk nach dem Kampf in Hearns Garten vorgestellt, als er von der Granate aus Povetkins linker Hand getroffen und niedergestreckt wurde.

Anscheinend wurden beide Kämpfer, die beide nie weit von Kontroversen entfernt sind, von der VADA jeweils etwa 20 Mal im Trainingslager vor ihrem Revanchekampf getestet. Laut Hearn sind UKAD-Tester sogar in Gibraltar aufgetaucht, um Whyte zu testen.

Die Zeit zwischen den Kämpfen begünstigt wahrscheinlich Whyte. Die Eieruhr für die Karriere des 41-jährigen Povetkin ist kurz vor dem Ende und man kann nicht sicher sein, ob Whyte ein so hartes Trainingslager hinter sich gebracht hätte, wenn das November-Datum aufgrund der Schwere der Niederlage, die er letztes Mal erlitten hatte, auch eingehalten worden wäre.

Wird sich Dillian Whyte seinen WBC Interims-Gürtel wieder zurückholen?

Wenn es nur ein Konzentrationsverlust war, der zuvor zu seinem Rückgängigmachen diese Termins geführt hat, muss er trotz allem konzentriert bleiben.

Vielleicht hat er deshalb Harold Knight mit ins Trainingscamp mit eingezogen. Der sympathische Mann, den sie „Shadow“ nennen, war mit Lennox Lewis zusammen, als Lennox Aberrationen gegen Oliver McCall und Hasim Rahman korrigierte. Seine Anwesenheit im Team Whyte ist nicht zu unterschätzen, aber beim letzten Mal hatte Whyte Dave Coldwell in einer beratenden Funktion und er hat sich erst kürzlich von seinem Trainer Mark Tibbs getrennt.

Hat er das jetzt das Rezept gefunden oder fehlen ihm doch noch einige Zutaten?

Wäre Konsistenz die ganze Zeit der Schlüssel gewesen?

Was er über drei Jahre tat, funktionierte jedoch gut genug, bis es nicht mehr funktionierte. Dann begannen die Ermittlungen, im Grunde genommen mit dem Wunsch von Whyte, Povetkin direkt wieder zu boxen und seinen alten Platz in der Rangliste wieder einzunehmen. Für viele galt er als der viert- oder fünftbeste im Gewicht, hinter Fury, hinter Deontay Wilder und Joshua und möglicherweise hinter Andy Ruiz.

Aus heutiger Sicht steht er hinter Povetkin und es liegt an ihm, zu beweisen, dass es sich um einen Einzelfall, einen Fehler oder nur um eine Unachtsamkeit handelte. Er klang überzeugt, dass es seitdem unnachgiebig war und es auch heute noch ist.

Promoter Hearn ist überzeugt, dass dieser Revanchekampf mit einem Knockout endet, aber das ist seine Aufgabe, über die Gewalt zu sprechen und in die Pedale zu treten. Aber Hearn muss immer wieder liefern, den er hat einen Milliarden-Vertrag mit DAZN und auch einen Vertrag mit SKY geschlossen. Man erwartet von ihm solche spektakuläre Fights.

Dillian Whyte mag seine Energie auf die Jagd nach Povetkins Körper konzentrieren, aber man kann sicher sein, dass Povetkin die rechte Seite von Whytes Kopf im Auge behalten wird. Blinzeln sie nicht, wenn er zur Seite tritt und wieder seinen linken Haken schwingt.

Der Kampf ist vielleicht nicht so hochwertig wie Tyson Fury vs Anthony Joshua – der ganz große Big Fight – aber er ist groß genug und die Einsätze sind unglaublich hoch. Es ist schwer, eine bestimmte Wahl zu treffen, wenn ein Schlag alles ändern kann, aber ein disziplinierter und geduldiger Whyte sollte sich durchsetzen. Eine Erklärung ist nicht erforderlich. Der Sieg ist obligatorisch.

Poverkin vs Whyte 2 Poster

 

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