Khalid Yafai knockt David Carmona in Runde 7 aus

Der 28jährige Super-Fliegengewichts-Weltmeister Khalid Yafai aus Birmingham, England blieb auch in seinem 24 Kampf, der gleichzeitig sein US-Debüt war, weiterhin ungeschlagen. Der Eddie Hearn Schützling knockte den 27jährigen Mexikaner David Carmona in der 7. Runde aus.
Der 28jährige Super-Fliegengewichts Weltmeister Khalid Yafai aus Birmingham, England blieb auch in seinem 24 Kampf, der gleichzeitig sein US-Debüt war, weiterhin ungeschlagen. Der Eddie Hearn Schützling knockte den 27jährigen Mexikaner David Carmona in der 7. Runde aus.

Yafai verteidigt Super-Fliegengewichts-Titel und bleibt auch in seinem US-Debüt weiterhin ungeschlagen

Schon am Freitagnachmittag bei offiziellen Wiegen stand fest, dass der Herausforderer David Carmona (21-6-5, 9 KO-Siege), den WBA Super-Champ-Titel im Superfliegengewicht nicht mehr gewinnen konnte, denn der Mexikaner ging mit 1,4 Kilo Übergewicht über die Waage, während der Titelverteidiger aus England, Khalid Yafai locker das geforderte Gewicht brachte.

Yafai vs Carmona1
Es spricht für das Selbstbewusstsein von Yafai, dass er dann doch bereit war gegen den übergewichtigen Gegner in den Ring zu steigen, denn selbst wenn Carmona den Titel nicht mehr gewinnen konnte, so konnte aber Yafai bei einer Niederlage seinen WBA Titel verlieren. Dieser wäre bei einer Niederlage als vakant erklärt worden.

Doch bei der von Eddie Hearn und Bob Arum gemeinsam promoteten Veranstaltung in der Save Mart Arena in  Fresno, Kalifornien, USA, schickte der Weltmeister aus England seinen Gegner Camona schon in der 1. Runde, mit brutalen Rechten, schwer zu Boden.

Insgesamt schlug Yafai Carmona im Laufe des Kampfes insgesamt vier Mal zu Boden.  Bei Carmona, der beim offiziellen Wiegen, gleich 1,4 Kilo über dem Limit des Super-Fliegengewichts lag, musste man sich fragen ob er denn überhaupt für diesen Kampf trainiert hatte. Carmona hatte drei seiner letzten vier Kämpfe verloren, was die Frage aufwirft, was denn dann der Grund war, dass Yafais Promoter Eddie Hearn gerade ihn für das US-Debüt seines Schützlings als Gegner ausgesucht hat? Oder aber hatte da Hearn zu wenig Vertrauen in die Stärke seines Champions?

carmona vs yafai2

Es war ein sehr unsauberer Kampf von Beiden, mit allen Macken und Begleiterscheinungen des dirty Fighting. Auch in der zweiten Runde beherrschte Yafai anfangs seinen Gegner und kontrollierte den Kampf, aber dann traf auch Carmona mit ein paar klaren Körpertreffern. Es war eine enge Runde, die aber Yafai durch seinen besseren Jab gewonnen haben dürfte.

Yafai begann Carmona in der 3. Runde mit Jabs einzudecken und landete ständig immer wieder harte Kopftreffer. In der vierten Runde landete Yafai einen klaren Tiefschlag mit dem er Carmona zu Boden schickte. Der sonst in früheren Einsätzen so souverän fungierende Ringrichter Raúl Caiz Sr., der an diesem Abend einen ganz schlechten Tag hatte, entschied allerdings, dass es kein Tiefschlag sondern ein korrekter Treffer war.

Yafai vs armona Niederschlag

Glücklicherweise hatte diese Fehlentscheidung des Ringrichters keinen Einfluss auf den Ausgang des Kampfes. Nachdem Carmona wieder aufgestanden war, deckte ihn Yafai weiter mit harten Körpertreffern ein. Und immer wieder schlugen nun beide Boxer tief, klammerten und deckten sich gegenseitig mit Kopfstößen ein. Der Kampf wurde immer unsauberer.

Es war traurig zu sehen, welche Leistung an diesem Abend von einem der Welt besten Ringrichter gebracht wurde, der Yafai auch nicht nach einem – von ihm ihm Zeitlupentempo geschlagenen – Tiefschlag verwarnte. Wie der Ringrichter dies nicht erkennen konnte ist unklar, denn er stand genau nur einen halben Meter neben dem Geschehen.

Yafai Sieg

In der fünften Runde verübte Yafai wiederum drei Fouls, er landete einen Tiefschlag, gefolgt von einem Pushdown und schlug dann auch noch nach, während Carmona schon am Boden lag. Endlich verwarnte der Ringrichter den Weltmeister aus England, was Yafai einen Punktabzug brachte, aber Yafai schlug Carmona in dieser Runde noch ein zweites Mal zu Boden.

In den Runden 6 und 7 traf Yafai den immer müder zu werdenden Carmona nach Belieben mit klaren Händen und der Mexikaner schien den Widerstand den er in den ersten vier Runden noch gezeigt hatte, nun ganz eingestellt zu haben. Von jetzt an machte Carmona den Eindruck, als hätte er für diesen Kampf überhaupt nicht trainiert. Er war einfach leer und es kam nichts mehr von ihm

Der WBA Super-Champ Khalil Yafai mit seinem Team
Der WBA Super-Champ Khalid Yafai mit seinem Team

Es war alles in allem ein richtig hässlicher und unfairer Fight von Yafai gegen einen konditionsschwachen Gegner. Alles in allem war es keine großartige Leistung wobei Yafais Sieg aber in Ordnung ging.

Nach diesem Auftritt von Yafai ist es nur schwer vorstellbar, dass er in einem Vereinigungskampf gegen den IBF Super-Fliegengewicht-Champion Jerwin Ancajas auch nur den Hauch einer Chance hätte. Denn das ist der Kampf, den Ancajas Promoter Bob Arum von Top Rank noch bis Ende dieses Jahres realisieren möchte. Eddie Hearn ist sicher zufrieden damit, dass Yafai Carmona vorzeitig gestoppt hat, da dieser mit Carlos Cuadras und Naoya Inoue über die volle Distanz ging. Eddie Hearn sollte aber bitte nicht davon träumen, dass Yafais KO-Sieg über diesen doch harmlosen und konditionsschwachen Carmona ein Indiz dafür wäre, dass er nun auch Inoue, der nun eine Klasse höher im Bantamgewicht boxt, schlagen könnte. Das wäre dann wohl wirklich nur ein Traum. Die Realität ist, dass Carmona seinen Boxhunger verloren zu haben scheint, nachdem er drei seiner letzten vier Kämpfe und zudem noch den heutigen Kampf verloren hat. Mit anderen Worten, der Carmona, der gegen Inoue im Ring stand, ist nicht derselbe gewesen, der heute Nacht gegen Yafai kämpfte.

Yafai mit seinem Promoter Eddie Hearn
Yafai mit seinem Promoter Eddie Hearn

Wenn Eddie Hearn am Tag zuvor, vor dem TV-Schirm, den starken Auftritt und den Erstrunden-KO-Sieg des Japaners Naoya „Monster“ Inoue gegen seinen Schützling Jamie McDonnell gesehen hat, dann sollte er besser aufhören von einem Titelkampf im Bantamgewicht gegen Inoue zu träumen. Wenn es zu dieser Begegnung kommen sollte, dann nimmt das kleine japanische Box-Monster auch dem zweiten Hearn-Schützling seinen WM-Titel ab.

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