Interview mit Jürgen Brähmer

Jürgen Brähmer - Der Weltmeister / Foto: Sebastian Heger

Brähmer vor WM: Konrad härter als die letzten Gegner!

In Kienbaum hat Jürgen Brähmer zuletzt die Ruhe vor dem Sturm genossen. Am 5. September (live ab 22.30 Uhr in SAT.1) kommt es nun für den WBA-Weltmeister im Halbschwergewicht zum Aufeinandertreffen mit dem Kölner Konni Konrad. Wieso der Herausforderer aus dem Boxstall von Felix Sturm ein anderes Kaliber als sein letzter Gegner sein könnte und wieso es Brähmer freut, dass dieser Kampf in Dresden stattfindet, erklärt er hier im Interview.

Herr Brähmer, Ihre kommende Titelverteidigung ist erneut ein „deutsches Duell“. Rein deutsche WM-Kämpfe waren in der Vergangenheit, abgesehen von Abraham gegen Stieglitz, eine Seltenheit. Ist die Boxszene aktuell stärker als damals?

Jürgen Brähmer: In den 90er Jahren war das Boxen populärer als heute, aber es gab nur drei Weltklasse-Boxer mit Maske, Michalczewski  und Rocchigiani. Heutzutage ist die Leistungsdichte viel höher und um den Nachwuchs müssen sich die Boxfans auch keine Sorgen machen. Da ist es nur logisch, dass es häufiger zu deutschen WM-Duellen kommt.

Zuletzt haben Sie im März Robin Krasniqi in einem aktionsgeladenen Gefecht zur Aufgabe gezwungen. Wie stark schätzen Sie Konni Konrad im Vergleich zu Krasniqi ein?

Jürgen Brähmer: Um ehrlich zu sein ist es das schönste Gefühl im Boxen, wenn dein Gegenüber das weiße Handtuch wirft. Das ist besser als jeder K.o.! Vergleiche im Boxen sind immer schwer, doch ich würde sagen, dass Konni boxerisch besser ausgebildet ist und härter hinlangen kann.

Magomed Schaburow, der Trainer von Konrad, hat angekündigt, dass er einen Knockout erwartet. Sind Sie der gleichen Meinung?

Jürgen Brähmer: An Vorhersagen beteilige ich mich nie gern – ich bin doch kein Hellseher! Doch wenn ich erneut vorzeitig gewinnen sollte, würde mich das sehr freuen.

Von der Presse werden Sie als klarer Favorit gegen Konrad gehandelt. Hemmt das oder ist es für Sie Motivation, dieser Rolle gerecht zu werden?

Jürgen Brähmer: Mich treibt das eher an. Den Expertenmeinungen gerecht zu werden, ist so etwas wie eine Selbstbestätigung. Ich will schließlich zeigen, dass ich zu Recht der Weltmeister bin!

In der Vorbereitung sind Sie mit Ihrem Coach Karsten Röwer einen anderen Weg gegangen, denn die abschließende Sparringsphase fand in Kienbaum statt. Wieso?

Jürgen Brähmer: Ein wenig Abwechslung – sei es nun bei den Übungseinheiten oder beim Ort der Vorbereitung – tut mir immer gut. Zudem konnte ich mich hier voll auf den Sport konzentrieren. In Schwerin ist die Ablenkung größer, daher habe ich diesen Schritt gewagt und bin der Meinung, dass es der richtige war.

Ihr letzter Kampf in Dresden liegt mehr als sechs Jahre zurück. Welche Erinnerungen haben Sie noch daran?

Jürgen Brähmer: An diesem Tag hat einfach alles gestimmt – ein guter Kampf, ein tolles Publikum und als Sahnehäubchen ein vorzeitiger Sieg für mich. Ich hätte nichts dagegen, wenn es gegen Konrad ähnlich läuft.

Erwarten Sie am 5. September eine ähnliche Stimmung?

Jürgen Brähmer: Die Dresdener sind schon recht boxinteressiert, das habe ich damals gemerkt. Das weckt natürlich Hoffnung auf mehr. Ein Hexenkessel wie 2009 wäre da natürlich perfekt. Ich freue mich außerdem auf die Stadt selbst, denn ich bin sehr geschichtsinteressiert und da gibt Dresden viel her.

Mitte August waren Sie auf der Filmpremiere des Hollywood-Blockbuster „Southpaw“ zu Gast. Wie groß ist der Reiz, selbst einmal für einen Film vor der Kamera zu stehen?

Jürgen Brähmer: Ich habe schon das eine oder andere Angebot zur Verfilmung meiner Story bekommen. Das wäre natürlich irgendwann eine interessante Geschichte. Auch Angebote für Gastrollen in Filmen und Serien haben mir bereits vorgelegen. Momentan sehe ich mich jedoch zu 100 Prozent als Leistungssportler. Nach meiner Karriere bin ich aber für alles offen.

Eintrittskarten für die Box-Nacht in Dresden sind über die telefonische Ticket-Hotline 01806-570044, im Internet unter www.tickethall.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Quelle: Team Sauerland / Foto: Sebastian Heger

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