Hooker mit Überraschungssieg über Flanagan / Die Undercard in Manchester

So hatte sich Ex-Weltmeister Terry Flanagan sein Debüt im Super-Leichtgewicht nicht vorgestellt. Maurice Hooker zog ihm den Zahn und krönte sich zum Weltmeister der WBO.
So hatte sich Ex-Weltmeister Terry Flanagan sein Debüt im Super-Leichtgewicht nicht vorgestellt. Maurice Hooker zog ihm den Zahn und krönte sich zum Weltmeister der WBO.

Flanagan ohne Fortune und mit heftigen Cuts

Bevor der Zirkus in Form von Tyson Fury in die Manchester Arena einzog, bekam Lokalmatador Terry Flanagan die Chance, nach seinem WM-Erfolg im Leichtgewicht nun auch eine Etage höher Gold um die Hüften geschnallt zu bekommen. Nachdem Terence Crawford seinen Titel bei der WBO niederlegte, um ins Weltergewicht aufzusteigen, ergab sich für Flanagan die passende Gelegenheit, diesen vakanten Gürtel in Angriff zu nehmen. Bezwingen musste er dafür lediglich den US-Amerikaner Maurice Hooker, der bei Experten nicht allzu hoch gehandelt wurde und außerdem schon gegen den Kolumbianer Darleys Perez nur dank der Hilfe der Punktrichter vor der ersten Niederlage bewahrt wurde. Doch die Rechnung Seitens Flanagans ging nicht auf.

Hooker vs Flanagan2

Schon früh machte sich bemerkbar, wie schwer sich Terry Flanagan mit der schier monströsen Reichweite Hookers tat. Jeder dieser 203 cm des US-Amerikaners stellte den Mancunian vor massive Probleme. So konnte Flanagan zwar immer wieder mit forschen Attacken seine Hände unterbringen, allerdings auf Kosten vieler Zusammenstöße der Köpfe, was oft bei Duellen zwischen Normal- (Hooker) und Rechtsauslegern (Flanagan) vorkommt. In der siebten Runde kam es dann wie kommen musste und gleich zwei Cutverletzungen resultierten daraus. Besonders heftig blutete die Stelle oberhalb der Stirn, was Flanagan wohl instinktiv dazu verleitete, aggressiver nach vorne zu gehen, um eine vorzeitige Entscheidung zu erzwingen. Passenderweise erzielte der 28-jährige in der Phase auch seine besten Treffer.

Hooker vs Flanagan4

Maurice Hooker konnte in der Schlussphase aber nochmal das Heft in die Hand nehmen und parallel zu den Anfangsrunden mit seinen langen Hände die Akzente in diesem Gefecht setzen. Egal was der Heimboxer versuchte, der Mann aus Texas hatte gefühlt immer den einen klaren Treffer mehr drin. Leider war abzusehen, dass einer der Punktrichter mal wieder nach dem Motto „verkehrte Welt“ werten würde. Und so gab dann einer der Herren tatsächlich eine 117-111 (9-3 Runden) pro Flanagan zu Protokoll. Zum Glück überstimmten ihn die anderen zwei Offiziellen (115-113 und 117-111) und kürten den in Tränen aufgelösten Hooker zum neuen Weltmeister im Super-Leichtgewicht. Gerüchten zufolge könnte er sich damit auch für die zweite Staffel der World Boxing Super Series qualifiziert haben, die diese Gewichtsklasse beinhalten soll.
Nathan Gorman vs Sean Turner1

Schwergewichts-Talent Nathan Gorman mit starker Performance 

Zum Auftakt der Übertragung der Veranstaltung wurden die Zuschauer in der Manchester Arena Zeuge eines neu aufkommenden Talents im Schwergewicht. Der 21-jährige Nathan Gorman, trainiert von Englands Boxlegende Ricky Hatton, traf auf den Iren Sean Turner, den er wider erwarten bereits in der dritten Runde durch technischen KO bezwingen konnte. Turner, der Anfang des Jahres immerhin über die vollen 8 Runden mit dem hochgehandelten Kroaten Filip Hrgovic ging, fand von Anfang an kein Mittel gegen Gormans explosive Seit- und Aufwärtshaken. Ende der zweiten Runde wurde er durch einen dieser exzellenten Uppercuts zu Boden gebracht und einen Durchgang später schlug Gorman ihn mit seinen Kombinationen windelweich, sodass der Ringrichter das Geschehen abbrach. Die Entwicklung Gormans, der wie Tyson Fury aus der Traveller Community stammt, lässt darauf deuten, dass die Briten hier einen weiteren Rohdiamanten in ihren Reihen haben.

James Metcalf vs Aitor Nieto James Metcalf vs Aitor Nieto

Metcalf und Heffron siegreich, aber nur bedingt überzeugend 

Etwas weniger beeindruckend ging es im mittleren Teil der Maincard vonstatten. Zuerst quälte sich der Liverpooler Super-Weltergewichtler James Metcalf gegen den unorthodoxen Spanier Aitor Nieto über mehrere Runden, bis er keine Minute vor Ende des Kampfes doch noch einen Abbruch erzwang. Dies war aber auch der Tatsache geschuldet, dass Nieto zuvor in Marathondistanz Strecke gemacht hatte und entsprechend müde war. Im Anschluss bekam es Mark Heffron mit Landsmann Andrew Robison zu tun, wo Heffron gut anfing, immer schön den linken Haken nutzte und den Kampf kontrollierte. Zwischendurch ließ er es hier und da etwas zu ruhig angehen, erzwang in der sechsten Runde durch einen Schlaghagel aber den TKO. Heffron gewann dadurch den vakanten WBC International Title im Mittelgewicht

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