Eddie Hearn: „Kein Journalist und keine Medien können einem Boxer vorschreiben, wo er sein Geld verdient.“

Fotos: Mark Robinson

Hearn nimmt Stellung zur anhaltenden Kritik an der Entscheidung, das Rematch zwischen Ruiz vs. Joshua nach Saudi-Arabien gebracht zu haben

Eddie Hearn, Promoter von Anthony Joshua, ist mit der anhaltenden Kritik bezüglich seiner Entscheidung, das Rematch zwischen Andy Ruiz und Anthony Joshua in Saudi-Arabien zu veranstalten, nicht einverstanden. Der Rückkampf findet am morgigen Samstag in der Diriyah Arena in Diriyah, einem Vorort von Riad, Saudi-Arabien, statt.

Eddie Hearn beim gestrigen Gala Dinner in Diriyah, in Saudi-Arabien.

Schriftsteller, Medien und Menschenrechtsgruppen haben diesen Schritt von Hearn sehr kritisiert und behaupten, dass die saudischen Behörden hochkarätige Sportveranstaltungen nutzen, um die Aufmerksamkeit von Menschenrechtsfragen innerhalb des Landes abzuwenden.

Amnesty International veröffentlichte mehrere Erklärungen, in denen versucht wurde, Joshua davon zu überzeugen, diesen Kampf nicht in Saudi-Arabien auszutragen.

Eddie Hearn erklärte, dass die Entscheidung seines Unternehmens, die Veranstaltung in Saudi-Arabien zu promoten, nicht als eine Art Befürwortung politischer oder menschenrechtlicher Fragen innerhalb des Landes angesehen werden dürfe.

Die Entscheidung war offensichtlich finanzieller Natur, da saudische Unternehmen einen beträchtlichen Geldbetrag zur Sicherung des Kampfes zur Verfügung stellten. Berichten zufolge soll Joshua bis zu 80 Millionen US-Dollar verdienen, wobei Ruiz mit 10 bis 12 Millionen US-Dollar auch die höchste Börse seiner bisherigen Karriere erzielt.

Andy Ruiz hat sich dem Arabic-Style schon angepasst.

„Es kann in keiner Weise als Befürwortung von etwas anderem angesehen werden, als dass es unsere Aufgabe is, allen Boxern, die einer der gefährlichsten Sportarten ausüben, lebensverändernde Möglichkeiten zu bieten“, sagte Hearn gegenüber ‚The Guardian‘.

„Kein Journalist und kein Medienvertreter kann einem Boxer vorschreiben, wo er in einem Sport wie diesem, sein Geld verdienen soll. Um ehrlich zu sein, es gibt so viele Heuchler in dieser Welt.

„Anthony wird in die Geschichte eingehen – dieser Kampf ist ähnlich wie der ‚Thrilla in Manila‘ oder „The Rumble in the Jungle“ – zwei Ereignisse, die ebenfalls ähnliche Kontroversen ausgelöst hatten. Anthony Joshua ist ein Pionier und er wird das Gesicht des Boxsports im Nahen Osten verändern.“

Anthony Joshua seinerseits gibt an, dass er sich nur auf den Rückkampf konzentriere – und nicht auf negative Gegenreaktionen.

Hier wird morgen das Rematch zwischen Andy Ruiz vs Anthony Joshua stattfinden, in der Diriyah Arena in Saudi-Arabien.

„Ich habe nicht viel über Amnesty International gelesen, weil ich die meiste Zeit nur mit meinem Training verbracht habe. Aber als Individuum versuche ich, überall Positivität und Licht zu bringen. Ich sehe es nur aus meinen Augen, aber sicher versucht das Land selbst, auch politisch einen guten Job zu machen“, sagte Joshua gegenüber der BBC.

„Für den Sport habe ich einfach das Gefühl, dass ich mich auf meinen Kampf konzentrieren muss. Für die Zukunft kann ich vielleicht eine andere Art von Flagge tragen, aber im Moment ist es nur die Weltmeisterschafts-Flagge, die ich nach Saudi Arabien trage.“

Eddie Hearn: „Kein Journalist und keine Medien können einem Boxer vorschreiben, wo er sein Geld verdient.“
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