Beim Kampf Tyson Fury vs Otto Wallin in Las Vegas wurden nur 3.577 Eintrittskarten verkauft


Ernüchternde Zahlen der letzten beiden Kämpfe von Tyson Fury

Die Bilanz nach dem letzten Kampf von Tyson Fury gegen Otto Wallin am 14. September in der T-Mobile Arena in Las Vegas, Nevada, brachte einen ernüchternd schlechten Verkauf von nur 3.577 bezahlten Eintrittskarten zu Tage. Die T-Mobil Arena hat eine Zuschauer-Kapazität von 20.000 Sitzplätzen. Wäre dieser Kampf in England veranstaltet worden hätte dies sicher eine ausverkaufte O2 Arena in London, die auch 20.000 Zuschauer fasst, garantiert.

Wie die englische Tageszeitung „The Sun“ berichtete waren zwar 7.475 Fans in der Arena, aber 3.898 der Eintrittskarten wurden davon als Freikarten an die Fans verschenkt (!), nur um die Halle wenigstens einigermaßen voll zu bekommen.

Wenn man hierzu vergleicht, wurden beim Kampf zwischen Saul „Canelo“ Alvarez gegen Danny Jacobs 16.758 Tickets verkauft. Die Pleite bei den beiden letzten Fury-Kämpfen ist sicherlich ernüchternd für den Veranstalter Bob Arum und Top Rank. Das ist allerdings die logische Konsequenz für die Gegnerwahl, zweier Fury-Gegner wie Tom Schwarz und Otto Wallin, die in den USA bis dahin absolute Nobodys waren. Wenn Top Rank jemanden wie Anthony Joshua oder Andy Ruiz Jr. in ihrem Stall hätten, dann wäre das eine ganz andere Geschichte.

Tyson Fury mit seinen beiden Promoter Bob Arum (rechts) und Frank Warren

Dieser Kampf ergab keinen Sinn und auch nicht die Tatsache, dass WBO-Superbantamgewichts-Champion Emanuel Navarrete gegen Juan Miguel Elorde im zweiten Hauptkampf antrat. Nur wenige Boxfans hatten jemals zuvor etwas von Elorde gehört und der Kampf war so einseitig, wie viele das von Anfang an erwartet hatten. Wenn man nun weiß, dass die größte  Anzahl der Zuschauer auch noch Mexikaner waren, die an diesem Tag des mexikanischen Nationalfeiertags in Las Vegas waren und diese Mexikaner größtenteils auch nur wegen ihren mexikanischen Hero Emanuel Navarrete in die Arena gekommen sind, dann sind diese 3.577 bezahlten Eintrittskarten noch ernüchternder.

Das Bedauerliche dabei ist, dass Top Rank ja bis zum Promoterwechel von Andy Ruiz Jr. zu Al Haymon, der Promoter des neuen Dreifach-Weltmeisters war. Top Rank hat aber mit Ruiz jr. während dieser Partnerschaft kaum großes Geld mit ihm verdient. Der einzige interessante Kampf, den Ruiz hatte, während er von Top Rank promotet wurde, war sein WM-Kampf im Jahre 2016 gegen Joseph Parker, den er zudem noch durch eine kontroverse Entscheidung verloren hat.

Nach Furys erstem Kampf gegen Deontay Wilder, der wie bekannt mit einem Unentschieden endete, schloss Fury und dessen Heim-Promoter Frank Warren einen Kooperationsvertrag mit Top Rank. Dieser Vertrag garantierte Tyson Fury für drei Kämpfe eine Einnahme von 100 Millionen Dollar. Zwei dieser drei vereinbarten Kämpfe hat Tyson Fury nun absolviert und bei diesen beiden Kämpfen hat Top Rank sicher viel Geld verloren. Bleibt jetzt nur der dritte Kampf dieser Vereinbarung, das Rematch zwischen Tyson Fury und Deontay Wilder. Der Kampf ist für den 22. Februar kommenden Jahres geplant. Einzig muss Wilder seinerseits aber noch den Revanchekampf gegen Luis Ortz gewinnen. Dieser Kampf soll voraussichtlich am 23. November stattfinden.

Schon Tyson Furys erster Kampf unter der Flagge von Top Rank war ein reines Mismatch, als er Tom Schwarz in der zweiten Runde durch KO besiegte.

Schon Furys erster Kampf aus dem Vertrag mit mit Top Rank, gegen den deutschen Schwergewichtler Tom Schwarz im vergangenen Juni beim MGM Grand in Las Vegas, war ein ausgesprochenes Mismatch. Obwohl Fury den Kampf zwar vorzeitig durch KO in der zweiten Runde gewonnen hat, sah Schwarz so schlecht aus, dass Fury keine Anerkennung dafür bekam, ihn geschlagen zu haben. Viele Fans gingen nach dieser Veranstaltung aus der Halle und schüttelten wegen so einem so schlechten Match den Kopf.

Die meisten Boxfans in den USA sind nicht ahnungslos. Sie sahen mit ihren eigenen Augen, dass Fury in seinen letzten beiden Kämpfen in Watte gepackt wurde und quasi gegen handverlesene Gegner in den Ring stieg. Fury selbst ist in den USA auch noch nicht so hundertprozentig angekommen, er hat lange noch nicht den Bekanntheitsgrad in den USA erreicht wie etwa Wilder oder Joshua. In der Vergangenheit konnte man solch ein Match-Making den Boxfans noch verkaufen, aber gegenwärtig funktioniert das nicht mehr. Die Boxfans sind versiert und wissen, wann Gegner mit nur mittelmäßigen Oppositionen eingesetzt werden. Die Fans bestehen auf qualitativ hochwertige Gegner und wenn dies nicht der Fall ist, erhält der Promoter die Antwort darauf, wie man das nun beim Kampf Fury vs. Wallin mit nur 3.577 verkauften Tickets gesehen hat.

Fury muss sich nun im nächsten Jahr dem Rematch mit dem WBC-Schwergewichts-Champion Deontay Wilder stellen. Angesichts der fürchterlich schlechten Ticketverkaufszahlen der letzten beiden Fury-Kämpfe, könnte sein Rückkampf mit Wilder nicht die Zahlen bringen, die seine Promoter glücklich machen.

Sollte Fury am 22. Februar den Kampf gegen Wilder verlieren, dann dürfte es fraglich sein ob Top Rank auch weiterhin mit Tyson Fury zusammenarbeitet.