„And the New!“ – David Benavidez stoppt Anthony Dirrell und krönt sich zum Weltmeister

Foto: Stephanie Trapp/Fox Sports

Über ein Jahr nachdem David Benavidez den WBC-Titel im Super-Mittelgewicht aufgrund von Drogenproblemen abgeben musste, holte er sich vor den Augen der Zuschauer im Staples Center von Los Angeles „seinen Gürtel“ zurück. 

Brutale Schlussoffensive von „El Bandera Roja“ 

Vor der großen Titelvereinigung von Errol Spence Jr. und Shawn Porter stand noch ein weiterer heißer Kampf auf dem Programm. WBC-Weltmeister Anthony Dirrell (33-2-1, 24 KOs) musste seinen Gürtel gegen den vorherigen Titelträger des Verbandes, David Benavidez (22-0-0, 19 KOs), aufs Spiel setzen. Letzterer war 2018 positiv auf Kokain getestet worden und musste sein Gold daher kampflos abgeben. Nachdem er anschließend an einem Entzugsprogramm teilnehmen musste, kehrte der 22-Jährige in diesem Frühjahr zurück in den Ring und konnte dort J’Leon Love auf beeindruckende Art und Weise in die Schranken weisen. Doch auch am Samstagabend in Los Angeles enttäuschte Benavidez keineswegs. 

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Dabei musste er sich im ersten Abschnitt dieses Gefechts etwas in die Angelegenheit hineinarbeiten. Dirrell zeigte sich beweglich auf den Beinen und schoss schnelle Hände in Richtung seines Kontrahenten. Benavidez musste sein Timing und seine Distanz noch finden. Der Schlüssel für den Mann aus Arizona war dabei seine lange Führhand, mit der er sich gehörig Respekt verschaffte. Dirrell musste sich auf gelegentliche Spurts verlassen, um mit den Kräften haushalten zu könnten. Sein Gegner war jedoch oftmals den entscheidenen Schritt rausgegangen, bereite im Gegenzug mit dem Jab vor und explodierte dann mit krachenden Kombinationen zum Körper und Kopf. 

Dirrell baute aufgrund dieses Drucks und der Schwere der Treffer Stück für Stück ab. Zu allem Überfluss öffnete sich bei ihm in Runde 6 auf noch ein tiefer Cut über dem rechten Auge, der durch einen Jab Benavidez’ zustande kam. Dieser konnte den Weltmeister nun immer öfters an den Seilen stellen, geschickt die Deckung herunterziehen und knüppelharte Treffer verbuchen. Es war jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis Benavidez den Deckel draufmachen würde. Im neunten Durchgang legte er nochmal einen Gang zu, mischte feurige Kombinationen mit Schmerz erregenden Jabs, bis der Ringarzt intervenierte. Der Kampf war vorbei. 

Eine Statement von Benavidez, den viele Experten für den talentiertesten Mann im Super-Mittelgewicht halten. Nach dem erneuten Titelgewinn könnte es für ihn demnächst gegen den von Ahmet Öner promoteten Türken Avni Yildirim gehen. Dieser hatte nach seinem kontroversen Kampf gegen Dirrell im Februar einen erneuten WM-Kampf vom WBC zugesprochen bekommen. 

Mario Barrios neuer Weltmeister im Super-Leichtgewicht 

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Ein dritter WM-Kampf war an diesem Abend in LA zu bestaunen. Die beiden ungeschlagenen Super-Leichtgewichtler Mario Barrios (25-0-0, 16 KOs) und Batyr Akhemedov (nun 7-1-0, 6 KOs) boxten um den regulären WM-Titel der WBA, der zuvor vakant war. Olympia-Teilnehmer Akhmedov war gut im Kampf drin und hatte durchaus die Chance hier als Weltmeister nach Hause zu gehen, wurde allerdings in Runde 4 und 12 jeweils einmal zu Boden geschickt. Dies machte den Unterschied auf den Punktzetteln aus – Barrios gewann einstimmig. 

Lopez verprügelt Molina

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Im Duell der Box-Veteranen war es Josesito Lopez (37-8-0, 20 KOs), der den weitaus frischeren Eindruck machte. John Molina Jr. (30-9-0, 24 KOs) sah sich von Beginn an gezwungen zu reagieren, statt zu agieren. Nachdem der 36-Jährige schon im ersten Durchgang runter musste, wurde er im Anschluss immer weiter auseinandergenommen. In der siebten Runde ging er erneut zu Boden, kurz danach hatte der Referee ein Einsehen und bewahrte Molina vor Schlimmerem. Lopez auf der anderen Seite ist nun wieder gut im Geschäft und könnte in nächster Zeit auf einen lukrativen Kampf hoffen. 

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