X-Mas Boxing in Hamburg: Dimitrenko mit enttäuschendem Remis – Formella siegreich

Foto: Torsten Helmke
Foto: Torsten Helmke

Der spektakuläre KO-Erfolg über Adrian Granat sollte für Dimitrenko der Antrieb für einen letzten Karriereschub sein. Doch der Main Event beim X-Mas Boxing in Hamburg wurde für „Sascha“ zum vor-weihnachtlichen Debakel.

Dimitrenko verfällt in alte Muster

Der als Ersatzgegner kurz vorher eingesprungene Miljan Rovcanin galt trotz 18-0 Rekord im Vorfeld eher als Routineübung für den wesentlich erfahreneren Dimitrenko. „Zu geschönt“ und mit zu vielen schwachen Gegnern gepflastert schien die Geschichte des jungen Serben. Doch zum Erstaunen Aller stürmte eben dieser Miljan Rovcanin auf Dimitrenko zu, nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. Dabei gelangen ihm sogar ein paar saftige Treffer, wobei auch der Wahl-Hamburger Dimitrenko eigene Aktionen abladen konnte.

Nach chaotischem Beginn, zeichnete sich fortan ein Muster ab, was wir schon bei früheren Kämpfen Dimitrenkos bestaunen durften: im Angesicht des Widerstands kam es häufiger zu Klammeraktionen, Nachschlagen und weiteren Nickligkeiten. Der Ringrichter sah sich infolge gezwungen, gleich mehrere Punkte auf beiden Seiten abzuziehen. Und da war erst Runde 2 erreicht.

Was sich dann bot, war ein enges Gefecht, wo keiner so Recht das Heft in die Hand nehmen wollte. Rovcanin zeigte sich etwas beweglicher, Dimtrenko dafür mehr im Vorwärtsgang. Im siebten Durchgang ein weiterer Punktabzug für den Serben – er hatte nach dem Gong noch einmal zugeschlagen. Dies verärgerte Dimitrenko wohl so sehr, dass er nach der Ringpause sofort aggressiver wurde und eine harte Rechte ins Ziel bringen konnte und weitere Kombinationen folgen ließ, die Rovcanin ordentlich durchschüttelten.

Allerdings konnte „Sascha“ den Druck in den Folgerunden nicht aufrecht erhalten und gab Rovcanin so die Chance, weiter im Kampf zu bleiben. Gar nicht mal so verwunderlich also, dass die Punktrichter am Ende zu einem Unentschieden kamen (96-90 Dimitrenko, 94-92 Rovcanin, 93-93).

Formella siegreich gegen harten Brocken Tabaghua

Für den unter tosendem Applaus empfangenen Lokalmatador Sebastian Formella war es wie schon für den ein oder anderen an diesem Abend kein Spaziergang. Zwar beherrschte der Super-Weltergewichtler aus Hamburg das Geschehen größtenteils durch sein überlegendes boxerisches Repertoire, doch der schwedische Gegner Karlo Tabaghua war nicht gewollt klein bei zugeben.

Foto: Torsten Helmke
Foto: Torsten Helmke

Formella musste einiges in die Waagschale werfen, um nicht doch noch eine böse Überraschung zu erleben. So war der Kampf zwar auf den ersten Augenblick relativ eng, jedoch konnte Formella in nahezu jeder Runde die besseren Aktionen landen und war am Ende klarer Punktsieger. Für ihn geht als nächstes in einem heiß ersehnten Duell gegen Angelo Frank. Das Ganze ebenfalls in der Hansestadt.

Schmeichelhafter Erfolg für Keles

In einem über weite Strecken von wenigen klaren Treffern geprägten Gefecht auf nicht allzu hohem Niveau, war es eigentlich der Franzose Renald Garrido, der Heimboxer Fatih Keles durch seinen konstanten Druck und seiner hohen Workrate den Schneid abkaufte. Zu selten zeigte sich Keles beweglich und mit klaren Kontern im Rückwärtsgang. Schlussendlich kamen zwei Punktrichter zu den etwas fragwürdigen Urteilen von 96-94 und 97-93 für Keles, der damit seinen WBO-Europa-Titel verteidigte.

Scorecard Keles vs. Garrido
Scorecard Keles vs. Garrido
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