Wiesbadener Box-Nacht: Ergebnisse der Undercard

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Wiesbaden – Alexander Petkovic darf ein weiteres Debut feiern. Der Münchener Promoter gibt sich die Ehre in der hessischen Hauptstadt und veranstaltet zudem erstmals „Open Air“ in einem Fußballstadion. Die sich im Umbau befindliche BRITA-Arena diente dabei als gelungene Location und bot den insgesamt gut 3000 Zuschauern einen gelungenen Rahmen. Auf der Undercard die mit insgesamt 11 Kämpfen aufwarten konnte, stiegen unter anderem die Lokalmatadoren Luca Antonio Cinqueoncie aus Offenbach sowie die Wiesbadener Arben Schemallari und Tommy Punch in den Ring. Aber auch andere Namen wie der Duisburger Yusuf Kangül oder Nick Morsink waren mit von der Partie.

Kangül eröffnet Boxabend mit TKO-Sieg

Im Eröffnungskampf des Abends beherrschte der Duisburger Yusuf  Kangül das Geschehen im Ring und bezwang seinen Gegner Adnan Hadjihajdic aus Bosnien und Herzegowiena durch TKO, nachdem dieser nach drei geboxten Runden, kein interesse an einem vierten Durchgang hatte. Der Supermittelgewichtler verbessert seinen Kampfrekord somit auf 19-3-1 (12 KOs).

Jung-Profi Luca Antonio Cinqueonice siegt nach Punkten

In einem weiteren Kampf im Supermittelgewicht traf der gerade einmal 17-jährige Luca Antonio Cinqueonice aus Frankfurt auf Kenan Penjic aus Bosnien und Herzegowiena. Von Beginn an waren sowohl die boxerischen, als auch die athletischen Vorteile auf Seiten des Frankfurters deutlich zu erkennen. Zwar schien der Kampfausgang zu Gunsten Cinqueonices zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet, doch machte der junge Mann es sich zeitweise unnötig schwer.

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Immer wieder schien er seine Linie zu verlieren und versuchte dann nur noch einzelne Wirkungstreffer zu setzen statt seine boxerische Überlegenheit auszuspielen. Ab der dritten Runde fokussierte Cinqueonice seine Angriffe mehr und mehr zum Körper seines Gegners. Mit dieser Umstellung ließen dann auch die gewünschten Erfolge nicht lange auf sich warten. Nach zwei Niederschlägen in der dritten – beide durch linke Haken zum Körper, und einem dritten in der vierten – diesmal nach einer Rechten zum Kopf, werteten alle drei Punktrichter für den verdienten Sieger Luca Antonio Cinqueonice, der auch in seinem fünften Profikampf ungeschlagen bleibt.

Punktsieg für Denny Heidrich

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Im Cruisergewicht trat der aus Berlin angereiste Denny Heidrich zu seinem sechsten Kampf als Profiboxer an. Mit lautstarker Unterstützung seiner mitgereisten Fans erarbeitete sich der 30-jährige einen klaren Punktsieg über vier Runden. In einem zeitweise recht wilden Kampf, war es am Ende vor allem die Physis des ehemaligen Kickboxers, die den Unterschied machte. Nach dem Kampf äußerte der Berliner noch im Ring seinen Wunsch, als nächstes um die Deutsche Meisterschaft zu boxen und versicherte dafür bereit zu sein.

Bilgenur Aras bleibt ungeschlagen

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Der einzige Frauenkampf der Veranstaltung war ebenso eindeutig wie kurz. Vor ihrem heimischen Publikum verprügelte die Frankfurterin Bilgenur Aras (3-0, 2 KOs) ihre Kontrahentin, Nino Gviniashvilli nach allen Regeln der Kunst und gewann durch TKO in Runde zwei. Zwar machte Aras einen absolut soliden Eindruck, doch ist es schwer wirklich zu beeindrucken, wenn die Gegnerin von vornherein keinerlei Ambitionen erkennen lässt, aktiv am Kampfgeschehen teilzunehmen. Wir dürfen uns dennoch auf weitere Kämpfe der talentierten 23-Jährigen freuen, hoffentlich dann bald auch gegen jemanden, der auch tatsächlich in den Ring steigt um mitzuboxen.

Arben Schemallari mit erfolgreichem Gefecht gegen Darko Knezevic

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Der Lokalmatador Arben Schemallari (2-0, 1 KO) bekam es in Wiesbaden mit seinem 32-jährigen serbischen Kontrahenten Darko Knezevic (13-31, 10 KOs) zu tun. Schemallari bestimmte alle Runden bis zum vorzeitigen Abbruch nach Belieben und wurde so gut wie nicht getroffen. Nach einer undurchsichtigen Aktion im zweiten Durchgang verletzte sich der Serbe, der nicht mehr zur dritten Runde antrat.

Nick Morsing ebenfalls erfolgreich gegen Luka Lozo

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Für den Velener Nick Morsink (7-1, 3 KOs) kam es am heutigen Abend zum Duell mit dem Kroaten Luka Lozo (1-0, 1 KO). In dem auf sechs Runden angesetzten Kampf im Supermittel gelang es Morsink den Kampf nur zu Beginn zu bestimmen. Lozo fehlte es vor allem an den technischen Fähigkeiten um Morsink ernsthaft in Gefahr bringen zu können. Hin und wieder gelang es Lozo aber auch eigene Aktionen ins Ziel zu bringen, Morsink verlor dann des Öfteren die Balance und bot ein gutes Angriffsziel für den Kroaten. Denkbar knapp wurde es für Morsink dann bei der Urteilsverkündung. Der 23-jährige Deutsche konnte zwar seinen achten Sieg einfahren, musste sich aber mit einer Split Decision zufriedengeben.

Tommy Punch siegreich gegen Norbert Szekeres

Foto: Konstantinos Sarigiannidis

Im achten Gefecht des Abends traf ein weiterer Lokalmatador, der Wiesbadener Tommy Punch (12-0, 9 KOs), auf den ungarischen Herausforderer Norbert Szekeres (18-73-4, 9 KOs). In diesem auf sechs Runden angesetzten Vergleich gelang es Punch, seine Linie durchzubringen. Direkt im ersten Durchgang konnte Punch seinen Gegner schwer beeindrucken und gegen Ende des Durchganges gelang es ihm, einen schönen rechten Haken zur Schläfe des erfahrenen Ungarn zu schlagen. Der blieb aber stehen und kam in den folgenden Runden besser in den Kampf, blieb dabei aber stets im Fahrwasser des Wiesbadeners. Nach einer nochmals intensiven letzten Runde, in der Szekeres kurz vor dem Knockout stand, gab es aber an einem eindeutigen Sieg von Tommy Punch keine Zweifel. Der Wiesbadener siegte einstimmig nach Punkten.

Roman Belaev besiegt Betuel Ushona nach Punkten

Mit dem zweiten Aufeinandertreffen zwischen dem Hallenser Roman Belaev und Betuel Ushona aus Namibia, stiegen zwei erfahrene Weltergewichtler in den Ring. 2017 konnte sich Ushona in Namibia durchsetzen, nun wollte Belaev den damals verpassten Sieg wieder wettmachen. Das dieses Vorhaben kein leichtes werden würde, dürfte allen Beteiligten bewusst gewesen sein.

So entwickelte sich ein von Beginn an intensiv geführter Kampf in dem keiner der Beiden auch nur eine Aktion des Gegners unbeantwortet lassen wollte. Belaev, fast ausschließlich auf dem vorderen Fuß, hielt den Druck konstant hoch und beeindruckte mit einem offensichtlich unbändigen Siegeswillen. Dem Gegenüber stand ein Mann der all seine Erfahrung zu nutzen wusste und immer wieder, auch mit dem Rücken an den Seilen, mit gefährlichen Kontern antwortete.

Da Roman Belaev sich jedoch in keinster Weise ausbremsen ließ und immer unermüdlich weiterarbeitete, wurde mit voranschreitendem Kampfverlauf immer offensichtlicher, dass Ushona mit seinen 37 Jahren kein Jungspund mehr ist. So wurden die gefährlichen Konter immer weniger und wichen zunehmend Kampfunterbrechungen durch Halten und Klammern des Mannes aus Namibia. Nach acht geboxten Runden hieß der verdiente Sieger durch einstimmige Punktentscheidung Roman Belaev.

Bebraham mit KO-Sieg in Runde 1

Howik Bebraham konnte im Kampf gegen David Berna aus Ungarn einen weiteren vorzeitigen Sieg einfahren. Bebraham kontrollierte den Kampf problemlos und landete mehrfach saubere und harte Treffer. Mit einem linken Haken zum Kopf schickte Bebraham sein Gegenüber in Runde 1 schlafen und einen weiteren vorzeitigen Sieg einfahren.

Emir Ahmatovic mit TKO-Sieg in Runde 2

Der Wetzlarer Schwergewichtler Emir Ahmatovic traf in seinem siebten Kampf als Boxprofi auf den erfahrenen Ungarn Andras Csomor. Ahmatovic startete gut in den Kampf und konnte gleich zu Beginn saubere Treffer beim Ungarn landen. Dieser lies sich mehrmals auf einen Schlagabtausch mit Ahmatovic ein, fing sich dabei jedoch zu oft Wirkungstreffer. Vor allem die Schläge zum Körper nahmen Csomor die Luft. In Runde 2 machte Ahmatovic den Sack zu. Mit Schlägen zu Körper und Kopf setzte er dem Ungarn weiter zu, schickte ihn auf die Bretter und bearbeitete ihn so sehr weiter, dass Ringrichter Jürgen Langos den Kampf folgerichtig abbrach.

Wiesbadener Box-Nacht: Ergebnisse der Undercard
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