WBA suspendiert Punktrichter / Anordnung Rückkampf N’Dam vs. Murata

murata-ndamIn einer am Donnerstag stattgefundenen Pressekonferenz, gab World Boxing Association Präsident Gilberto Jesus Mendoza bekannt, dass man zwei Punktrichter des letzten Samstag stattgefunden WM-Kampfes zwischen Hassan N’Dam und Ryota Murata suspendieren wird.

WBA suspendiert zwei Punktrichter für 6 Monate

Endlich greift die WBA mal durch, möchte man sagen. Doch schaut man sich den Grund für die Suspendierung zweier Punktrichter einmal genauer an, fällt schnell auf, dass eine andere Entscheidung hier überflüssig gewesen wäre. Was war passiert? Vergangenen Samstag boxten Hassan N’Dam und Ryota Murata um die vakante reguläre Weltmeisterschaft im Mittelgewicht. Das Event fand in der Heimat Japan des Olympiasiegers von 2012 Ryota Murata statt.

Obwohl Hassan N’Dam das Duell recht stark begann, musste er später zu Boden und viele Runden abgeben, da er offensichtlich mit dem Druck von Ryota Murata nicht zurecht kam. Nach zwölf Runden sahen nicht nur die TV Experten, sondern auch die Zuschauer vor Ort keinen Zweifel darin, dass der japanische Boxheld der einstimmige Punktsieger des Gefechts und damit neuer WBA-Weltmeister im Mittelgewicht sein muss. Doch es kam anders. Punktrichter Raul Caiz Sr sah das Duell mit realistischen 117-110 Punkten. Doch Gustavo Padilla mit 111-116 sowie Hubert Earle mit 112-115 sorgten für einen höchst kontroversen Split Decision Sieg des gebürtigen Kameruners Hassan N’Dam N’Jikam. Dies sorgte für breites Entsetzen in der Boxszene und zahlreiche Diskussionen.

Nun jedoch greift die WBA hart durch! „Meine Punktwertung, die von 5 weiteren Punktrichtern sowie die des Supervisors des Kampfes waren anders als die von den Herren Padilla und Earle.“, so Mendoza. Die Konsequenz: beide Punktrichter werden für jeweils 6 Monate suspendiert und müssen nach dieser Zeit einige Tests absolvieren, ehe sie wieder als Punktrichter auf WBA sanktionierten Kämpfen arbeiten dürfen. Außerdem wurde ein Rückkampf angeordnet. Die Wertung des ersten Kampfes behält dennoch ihre Gültigkeit.

Weiter, so Mendoza, will man künftig ein neues Modell testen. Wie es heißt, sollen zunächst für regionale Titel neben den drei Punktrichtern auch der Supervisor sowie ein vierter Punktrichter die Scorecards befüllen. Im Falle eines kontroversen Punktrichterergebnisses, könne man die Punktwertung des Supervisors anfordern. Die Wertung des vierten Punktrichters hingegen soll für Draws hinzugezogen werden. Wenn das Modell mit Erfolg genutzt werden kann, so soll dies auch später in Titelkämpfen Anwendung finden, sagte Mendoza weiter.

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