Nach knapper Pleite in Belgrad – Nick Hannig: „Der Blick geht nach vorn!“

Archivfoto: Konstantinos Sarigiannidis

Genau heute vor einer Woche unterlag Nick Hannig, in Belgrad, seinem lettischen Gegner Ralfs Vilcans knapp nach Punkten. Es war die allererste Niederlage für den 34-jährigen Hannig, der nun auf die Revanche brennt! BOXEN1 sprach gestern mit dem Königs-Wusterhausener über den verlorenen Kampf – sowie über die nächsten Pläne von „Mr. Business“.

Hannig: „Niederlage ist abgehakt – Ich will die Revanche!“

Am Freitag vergangener Woche wollte Nick Hannig (9-1-1, 5 Ko’s) seinen zehnten Profisieg und eine erneute erfolgreiche Titelverteidigung seines WBC-International-Gürtels einfahren. Doch der 34-jährige Halbschwergewichtler aus Königs-Wusterhausen musste am Ende eine knappe Punktniederlage hinnehmen. Gegen den sieben Jahre jüngeren Letten Ralfs Vilcans (12-0-0, 5 Ko’s), kassierte Hannig mit einer 2:1-Punktentscheidung die erste Pleite in seiner bis dahin makellosen Kampfbilanz.

„Was jetzt kommt, ist alles Bonus!“, sagte Hannig noch im exklusiven BOXEN1-Gespräch in der letzten Woche. Auf jenen „Bonus“ musste der deutsche Halbschwergewichtler beim Kampfgericht jedoch letztlich verzichten. Nach einem engen Kampfverlauf, bei dem Hannig oftmals durchaus die klareren Treffer auf seiner Seite hatte, wanderte der WBC-International-Gürtel dennoch nach Lettland – zum neuen Titelinhaber.

Nick Hannig (rechts) musste sich gegen Ralfs Vilcans (links), nach zehn Durchgängen, knapp geschlagen geben.

BOXEN1 sprach gestern mit Nick Hannig, der einen überraschend gefassten Eindruck machte. Sehr sachlich argumentierte „Mr. Business“ über die Gründe seiner bisher ersten Niederlage als Berufsboxer. „Es war ein enger Kampf. Mein Gegner hat super geboxt, da gibt es überhaupt nichts zu beschönigen! Es ist nur schade, dass es nicht noch den elften und zwölften Durchgang gegeben hat. Gerade in der Schlussphase wären noch Reserven drin gewesen, die vielleicht den Sieg gebracht hätten. Aber es gibt keine Ausreden! Ralfs Vilcans hat eine überraschend starke Leistung gebracht. Er hat gewonnen – und damit muss ich leben“, so Nick Hannig.

Für Verwirrung sorgte im Vorfeld vor allem der Umstand, dass plötzlich nicht zwölf Runden geboxt werden sollten, sondern eben nur noch zehn. Das Hannig-Team ging ohnehin von einem Zwölfrunden-Kampf aus. „Seit 12 Monaten gibt es eine Änderung im WBC-Reglement, welche besagt, dass ein Duell um den International-Gürtel nur noch eine Dauer von zehn Runden hat. Dies wurde allerdings bis dahin nicht kommuniziert, sodass wir erst am Vortag beim ‚Rules-Meeting‘ davon erfahren haben.“, sagte Hannig-Manager Dennis Lindner gestern gegenüber BOXEN1.

Nick Hannig befindet sich weiterhin auf Trainings-Kurs! (Archivfoto)

Doch Nick Hannig will die verkürzte Kampf-Ansetzung nicht als Entschuldigung deuten. Hannig: „Es war so, wie es war. Die Niederlage ist abgehakt und der Blick geht ganz klar nach vorn. Ich weiß, dass ich Ralfs Vilcans schlagen kann. Davon bin ich überzeugt! Ich hoffe, dass ich nun die Möglichkeit habe, dies bald zu beweisen. Ich will die Revanche!“ Eine Rückkampfklausel wurde bereits vor dem Kampf im Hyatt-Hotel in Belgrad vertraglich vereinbart.

Hannig-Manager Dennis Lindner: „Wir hoffen, dass es im Bereich Juli oder August zur Neuauflage kommen wird. Wir haben mit Alexander Petkovic und seinem Team einen starken Promoter und Partner an unserer Seite. In der nächsten Woche werden wir uns darüber intensiv beraten, wie und wann wir den Rückkampf gegen Vilcans schnellstmöglich auf die Beine stellen können.“

Für Nick Hannig ist „Trübsal blasen“ aktuell kein Thema! Hannig, der als Feuerwehrmann arbeitet sowie u.a. eine eigene Firma in der Sicherheitsbranche betreibt, befindet sich bereits wieder im Training. Das große Ziel, einen bedeutenden WM-Titel zu holen, ist nach wie vor aktuell. Doch zunächst will der sympathische Königs-Wusterhausener noch die offene Rechnung mit Ralfs Vilcans begleichen. „Man sieht sich immer zweimal im Leben! Ich bin optimistisch, dass bei unserer zweiten Begegnung das bessere Ende dann auf meiner Seite sein wird.“, so Nick Hannig.

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