„Monströser“ Knockout! Naoya Inoue meldet sich eindrucksvoll zurück

Foto: Mikey Williams/Top Rank

In der „Bubble“ des MGM Grand in Las Vegas kehrte WBA- und IBF-Weltmeister Naoya Inoue in den Ring zurück und ließ Jason Moloney keine Chance. 

Kontrollierte Offensive

Schon fast ein Jahr war es her, dass der japanische Superstar Naoya Inoue (20-0-0, 17 KOs) das letzte Mal im Seilgeviert stand. Dort lieferte er sich im Finale der World Boxing Super Series eine denkwürdige Schlacht, bei der ihm Gegner Nonito Donaire sogar eine Fraktur unterhalb des Auges verpasste. Am Ende konnte er nach Punkten siegen, doch die Frage war nun, welche Auswirkungen dieser schwere Kampf auf die Zukunft Inoues haben würde. Am gestrigen Halloween-Samstag trat der Australier Jason Moloney (21-2-0, 18 KOs) an, um die passenden Antworten zu liefern. Dieses Unterfangen misslang jedoch gründlich. 

Die größte Chance des Mannes aus Down Under wäre gewesen, Inoue so unter Druck zu setzen, dass dieser nicht aus der Ringmitte agieren könnte. Leichter gesagt als getan, denn der Titelverteidiger im Bantamgewicht bestrafte jeden solcher Versuche mit beinharten kurzen Haken. Moloney wurde also gezwungen, den Rückwärtsgang einzulegen, sodass Inoue auf der langen Distanz operieren konnte. Hier hatte dieser leichtes Spiel. Hinter einem scharfen Jab dominierte er das Geschehen und legte sich Moloney Runde für Runde mehr zurecht. 

Im fünften Durchgang wurden die ersten Warnsignale deutlich, als Inoue die tiefhängende Führhand seines Gegners mit einer ansatzlosen Rechten konterte. Es war klar, dass sich Moloney nicht allzu viele solcher Hände einfangen dürfte. Eine Runde später bestrafte Inoue einen weiteren Defensivaussetzer mit einem pfeilschnellen linken Haken, der den Herausforderer erstmals auf den Hosenboden beförderte. Wiederum eine Ringpause später kam es schließlich zum Ende dieses Kampfes. 

Rechter Hammer beendet ungleiches Duell

Zuvor nahm sich Inoue in den ersten rund zwei Minuten der siebten Runde eine kleine Auszeit. Leichtfüßig tänzelte er durch den Ring und legte nicht die volle Kraft in seine Aktionen. Er guckte sich Moloney genau aus und feuerte zehn Sekunden vor Ertönen des Ringrichter in dessen Attacke hinein. Die rechte Schlaghand traf punktgenau und schickte den 29-Jährigen in den Ringstaub. Diesmal war die Wirkung so schwer, dass Moloney nicht mehr rechtzeitig auf die Beine kam. 

Der 20. Sieg als Profi offenbarte abermals die ganze Klasse des Japaners. Als Nächstes könnte er diese auch gegen den WBO-Champion John Riel Casimero zeigen. Die Titelvereinigung sollte schon vor einem halben Jahr stattfinden, ehe die Corona-Krise dazwischen kam. 

Mikaela Mayer neue Weltmeisterin

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Im Rahmenprogramm des Events in Las Vegas kam es noch zu einem weiteren WM-Kampf. Am Tag zuvor hatte die Titelverteidigerin nach Version der WBO, Ewa Brodnicka (19-1-0, 2 KOs), ihr Gold auf der Waage verloren, weshalb hier de facto nur die Herausforderin Mikaela Mayer (14-0-0, 5 KOs) mit dem Gürtel die Halle verlassen konnte. Im Vorfeld ohnehin favorisiert, kontrollierte die US-amerikanische Super-Federgewichtlerin den Kampf, da Brodnicka eher darauf bedacht war, alle Aktionen ihrer Gegnerin abzuklammern, um in den Clinch-Situationen dann aber auch immer wieder mit Attacken zum Körper eingedeckt zu werden. Zwei Punktabzüge besiegelten das Schicksal der Polin. Mayer gewann einstimmig nach Punkten (100-88, 100-88, 99-89) und äußerste im Anschluss Interesse an einer Titelvereinigung mit Teri Harper, die den WM-Gürtel des WBC trägt. 

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