
„Final Four“ im Schwergewicht?

Tatsächlich besteht aktuell nach langer Zeit mal wieder die Chance, dass es zu einer Vereinigung aller WM-Titel im Schwergewicht kommen könnte. Ein neuer „Undisputed Champion“ (unumstrittener Weltmeister) könnte in die Fußstapfen von Legenden wie Evander Holyfield, Mike Tyson, George Foreman, Muhammad Ali oder auch Max Schmeling treten. Als letzter unumstrittener Weltmeister gilt Lennox Lewis, der im Jahr 2000 die Gürtel der Verbände WBC, WBA und IBF hielt. Die WBO gehörte damals noch nicht zu den vier großen Weltverbänden und schloss erst später auf.

Über einen Kampf zwischen Joshua und Wilder wurde immer wieder spekuliert und auch verhandelt. Die Parteien konnten bislang keine Einigung finden. Am Samstagabend gab Wilder bekannt, dass er seinen nächsten Kampf gegen Ex-Weltmeister Tyson Fury bestreiten wird. Fury hatte im November 2015 Wladimir Klitschko entthront und seine WM-Gürtel im Anschluss aufgrund privater Probleme zurückgegeben. Nach mehr als zwei Jahren Pause feierte er im Juni sein Comeback und besiegte am vergangenen Samstag in Belfast den deutschen Ex-Europameister Francesco Pianeta klar nach Punkten. Wilder war beim Kampf zwischen Fury und Pianeta am Ring und bestätigte, dass er sich mit Furys Team geeinigt habe.
Joshua muss seine Titelsammlung am 22. September gegen den russischen Ex-Weltmeister Alexander Povetkin verteidigen, Charr trifft am 29. September in Köln auf seinen Pflichtherausforderer Fres Oquendo. Sollten Joshua und Charr ihre Kämpfe gewinnen, wäre der Weg frei für eine Vereinigung zwischen den beiden WBA-Champions.
“Ich will unbedingt gegen Joshua kämpfen“, erklärt Charr. „Ich respektiere ihn für alles, was er geleistet hat. Aber er nennt sich WBA Champion, obwohl ich der amtierende Weltmeister bin. Das müssen wir im Ring klären. Wenn ich ihn besiegen kann, wäre die Vereinigung mit dem Sieger aus Wilder gegen Fury der einzig sinnvolle nächste Schritt.”
Text: Global Sports Management














