Ivan Baranchyk verlässt die World Boxing Super Series!


Fehlende Kommunikation, spät ausgezahlte Bonuszahlungen und weitere Probleme sollen laut dem Manager des Super-Leichtgewichtlers Grund für den Ausstieg sein. Das geplante Halbfinale gegen Josh Taylor fällt somit aus. 

„Wir mussten zwei Monate auf die Siegprämie warten“

Als Boxen1 Ende letzten Jahres – bezugnehmend auf Informationen von RingTV – erstmals über angebliche Probleme der World Boxing Super Series berichtete, war noch nichts konkretes zu vermelden. Es war aber wichtig darüber nicht dem Mantel des Schweigens zu hüllen, denn wenn schon eine veritable Quelle mit exzellenten Insider-Kenntnissen innerhalb der Boxszene darauf hinweist, dann wird schon nicht alles an den Haaren herbeigezogen sein. Mit dem Ausstieg von Ivan Baranchyk scheint sich so einiges zu bewahrheiten, was vor kurzem noch als Gerücht zu bewerten war. 

Im Gespräch mit dem renommierten Box-Journalisten von ESPN, Dan Rafael, gab Baranchyks Manager Dave McWater ausführlich Auskunft über die Verfehlungen, die aus seiner Sicht zu diesem Schritt geführt haben. „Wir steigen definitiv aus. Ivan sollte im Mai gegen Josh Taylor in Glasgow boxen, so habe ich das zumindest gehört, aber mit uns hat niemand darüber gesprochen, nicht mit mir, nicht mit Co-Promoter Lou DiBella.“

Lou DiBella zeigt Verständnis

Neben fehlender Kommunikation prangert McWater auch die finanziellen Handhabungen der Veranstalter an: „Die Börse für das Viertelfinale haben wir erhalten, doch wir mussten etwa zwei Monate auf die Siegprämie warten, die sich Ivan verdient hatte, und das auch erst nachdem wir mit juristischen Konsequenzen gedroht hatten. Sie haben uns spät bezahlt und wollten nun bis zum Kampf die Börse für das Halbfinale nicht hinterlegen. Nicht mal einen Teil der Börse wollten sie hinterlegen.“

McWater sei laut eigener Aussage extrem enttäuscht über diesen Ausgang, da er wollte, dass das Turnier vernünftig über die Bühne geht. Baranchyks Co-Promoter Lou DiBella kann diesen Schritt nachvollziehen und wies auf die schwierige Kommunikation hin: „Als Ivans Co-Promoter habe ich mich an die WBSS gewendet, um ihnen die Sorgen des Teams mitzuteilen und ihnen die Chance zu geben Ivan über ihre Pläne – sowohl organisatorisch als auch finanziell – zu informieren. Allerdings blieben mehrere Anrufe erfolglos und ein Brief, der letzte Woche abgeschickt wurde, wurde nicht beantwortet.“

Gang vor Gericht droht

Auch Nachfrage gab auch ein Sprecher vom Veranstalter Comosa AG gegenüber Rafael Auskunft: „Wir haben von Ivan Baranchyk keine Nachricht darüber erhalten, dass er aus dem Turnier austritt. Ivan Baranchyk wurde eine sehr große Summe gezahlt, damit er um einen vakanten WM-Titel boxen darf und die WBSS und ihre Investoren haben viel in die Marke investiert. Die Verträge sind wasserdicht und jeglicher Vertragsbruch wird harte Konsequenzen nach sich ziehen. Das gilt für alle Kämpfer und auch für die Promoter, Manager und Agenten.“ 

Scheinbar wird Baranchyks nächster Kampf im Gerichtssaal ausgetragen werden. 

Update:

Just nachdem wir den Artikel online gestellt haben, hat die WBSS auf ihren Social Media Kanälen verkündet, dass der Kampf doch stattfindet. Das Ganze soll am 18. Mai im SSE Hydro in Glasgow über die Bühne gehen. Wir werden euch über diesen irritierenden Verlauf selbstverständlich weiter auf dem Laufenden halten.

Update Nr.2:

Baranchyks Manager Dave McWater ließ RingTV wissen, dass man entgegen der Ankündigung der WBSS weiterhin aus dem Turnier austreten möchte.

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