Efe Ajagba: „Mein Jab war der Schlüssel, um Ali Eren Demirezen zu besiegen.“

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Ajagba musste zum ersten Mal in seiner Karriere die volle Distanz gehen – großes Lob an Ali Eren Demirezen

Am vergangenen Samstagabend standen sich in der MGM Grand Garden Arena, des MGM Gran Hotels in Las Vegas, der in den USA lebende Nigerianer Efe Ajagba (11-0-0, 9 KO-Siege) und der in Deutschland lebende Türke, aus dem ECB Stall des Hamburger Box-Promoters Erol Ceylan, Ali Eren Demirezen (11-1-0, 10 KO-Siege) in einem 10-Runden-Kampf zweier ungeschlagener Schwergewichtler gegenüber, an dessen Ende ein einstimmiger Punktsieg von Efe Ajagba stand. Es war das erste Mal, dass zwei ungeschlagene Fighter der Olympischen Spiele 2016 als Profis gegeneinander antraten.
Efe Ajagba nutzte während des gesamten Kampfes seinen Jab und vor allem seine Größenvorteile effektiv aus und landete 10 von 45 Jabs pro Runde, was durchschnittlich doppelt soviel ist wie in anderen Schwergewichtsbegegnungen. Eine Ellbogenverletzung und die genauen Treffer von Demirezen zwangen Ajagba jedoch zum ersten Mal als Profi über die volle Distanz zu gehen.

„Dies war der erste Fighter, der mich zwang über die Distanz zu gehen“, sagte Ajagba nach dem Kampf. „Er war bärenstark und konnte vor allem meine Treffer wegstecken. Mein Trainer sagte mir immer wieder, ich solle meinen Jab weiter benutzen und immer nur in der Mitte des Rings bleiben.“

„Ich habe mir schon früh im Kampf den Ellbogen verletzt, deshalb konnte ich meine rechte Schlaghand nicht mehr so effektiv einsetzen, wie ich das normal tue. Aber das soll keinesfalls eine Entschuldigung dafür sein, dass ich den Kampf dieses Mal nicht vorzeitig gewonnen habe. Ali Eren Demirezen war mein bisher stärkster Gegner. Als größerer Mann musste ich meinen Jab benutzen und bei der Stärke meines Gegners, war dies der beste Weg, um diesen Kampf zu gewinnen.“

Ali Eren Demirezen war nach dem Kampf der Ansicht, dass die Scorecards viel enger hätten sein müssen und er glaubte, dass seine Leistung ausgereicht hätte um diesen Kampf sogar knapp zu gewinnen. Demirezen war tatsächlich der genauere Puncher und von im landeten 26% seiner Schläge im Ziel, wobei es bei Ajagba nur 22% waren.

„Ich bin mit den Ergebnissen nicht einverstanden, insbesondere mit den zwei Punktrichtern die diesen Kampf mit 99-91 für Ajagba gewertet haben, demnach habe ich von den 10 Runden nur eine einzige gewonnen“, sagte Demirezen nach dem er erfuhr wie die Punktrichter den Kampf gewertet hatten. „Der Kampf war doch viel enger als hier gepunktet wurde. Ich dachte, dass es zumindest ein Unentschieden wäre. Ich wusste, dass ich ihn ausknocken musste um hier in Las Vegas gewinnen zu können und dass es nach Punkten sehr schwer für mich sein würde. Ich fand, dass es eine gute Leistung war die ich hier gezeigt habe, aber ich kann es noch viel besser. Ich würde gerne wieder in den USA kämpfen.“

Efe Ajagbas Aktivität war von Anfang bis Ende war beeindruckend: Er schlug insgesamt 877 Mal und landete davon 191 Treffer. Während Demirezen allerdings mit 149 Treffern nicht weit zurücklag.

Nach 10 Aktion geladenen Runden werteten alle drei Punktrichter den Kampf einstimmig zugunsten von Ajagba mit 97:93 Punkten zweimal und 99:91 Punkten. Die 99:1 Wertungen der beiden Punktrichters waren nun dann doch wirklich eher ein Witz, als dass diese Wertung den realen Kampfverlauf wiedergab. Ein Fehlurteil war es letztlich aber nicht, da Ajagba doch Boxen auf ganz hohem Niveau gezeigt hat und den Kampf knapp gewonnen hat. Aber Demirezen dürfte sich durch diese tolle Leistung im Kampf gegen Ajagba, der weltweit in den Medien gezeigt wurde, ganz sicher für kommende Schwergewichtskämpfe in den USA empfohlen haben. Denn vielleicht hat Ali Eren Demirezen am letzten Samstag in Las Vegas gegen den kommenden Schwergewichts-Weltmeister im Ring gestanden.