Sergey Lipinets besiegt Lamont Peterson in Ringschlacht vorzeitig

Sergey Lipinets vs Lamont Peterson – Foto by Premier Boxing Champions

In der Nacht auf Montag besiegte Sergey Lipinets in einem der besten Kämpfe des bisherigen Jahres Lamont Peterson durch TKO 10.

Peterson vs. Lipinets: Die Schlacht von Maryland

In der Nacht auf Montag duellierte sich in Oxon Hill (Maryland) der ehemalige Titelträger im Superleicht- und Weltergewicht Lamont Peterson (35-5-1, 17 KO’s) mit Sergey Lipinets (15-1-0, 11 Ko’s), Ex-Titelträger im Superleichtgewicht. Im Vorfeld sahen die Buchmacher den Kampf nahezu perfekt ausgeglichen.

Diese Einschätzung spiegelte sich zunächst auch im Ringgeschehen wieder, denn praktische alle Runden waren eng und hart umkämpft. Beide Boxer agierten meist in der Halbdistanz und versuchten die Kontrolle der Ringmitte zu bewahren. Während Lipinets, der Schützling von Joe Gossen, mit knackigen Haken zum Kopf immer wieder gut durch kam, war es Peterson, der besonders oft mit harten und akustisch deutlich wahrnehmbaren Körperhaken traf. Sieben Runden lang lieferten sich die beiden Kontrahenten einen zermürbenden Kampf auf Biegen und Brechen, der die Zuschauer begeisterte.

Der Kampf kippte zu Gunsten Lipinets, als dieser in der achten Runde Peterson mit einer harten Rechten ins Straucheln brachte. Auch wenn Peterson nie als einer galt, der ein besonders stabiles Kinn hatte, war er doch stets zäh und bewies ordentliche Erholungsfähigkeiten. Dies zeigte sich auch in dieser  achten Runde, als Peterson sie überstand und sich sogar relativ gut zu erholen schien.

Peterson hielt sich im Kampf, kämpfte beherzt weiter, wurde aber zum Ende der  zehnten Runde von einem kurzen, perfekt gesetzten linken Haken getroffen, der Peterson‘ schwer ins Taumeln brachte. Lipinets setzte energisch nach und traf mit mächtigen Schlägen. So schritt Peterson’s langjähriger Trainer Barry Hunter ein und veranlasste mit dem Einwurf des Handtuchs den Abbruch des Kampfes.

Für den 30-jährigen Lipinets dürfte dies der grösste Sieg in seiner bisherigen Karriere sein, der ihn auch in der Top10 des spannenden Weltergewichts etabliert. Als ein Boxer unter dem Banner von PBC (Premier Boxing Champions) sind verschiedene Kämpfe wie gegen Shawn Porter, Keith Thurman, Errol Spence Jr. oder Danny Garcia aus boxpolitischer Sicht möglich. Wir dürfen gespannt sein!

Nach dem Kampf gab ein deutlich gezeichneter Lamont Peterson seinen Rücktritt vom Boxsport bekannt, was nach den harten und substanzraubenden Kämpfen wie gegen Lipinets gestern oder Spence Jr. vor einem Jahr sicherlich zu befürworten ist.

Gerechtes Unentschieden zwischen Anthony Peterson und Argenis Mendez

Auf der Undercard kämpfte der jüngere Bruder von Lamont Peterson, Anthony Peterson (37-1-0, 24 Ko’s) gegen den Ex-Titelträger Argenis Mendez (25-5-1, 12 Ko’s) im Superleichtgewicht. Der 34-jährige Anthony Peterson, der seit seiner Niederlage gegen Brandon Rios im Jahre 2010 keinen erwähnenswerten Test vor den Fäusten hatte, boxte von Beginn an im Rückwärtsgang und verwendete hauptsächlich seinen Jab um zu punkten. Mendez ging zwar nach vorne, blieb aber lange relativ inaktiv. Erst in der zweiten Kampfeshälfte wachte Mendez auf und erhöhte den Druck.

Bei den Punktrichtern schaute am Ende des auf zehn Runden angesetzten Kampfes ein Unentschieden heraus (96:94 Peterson; 94:96 Argenis Mendez; 95:95). Dieses Verdikt schien das ausgeglichene Geschehen im Ring gut widerzuspiegeln.

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