Dominic Bösel verlässt Pressekonferenz mit Enrico Kölling vorzeitig!

Heute fand die nächste Pressekonferenz vor der EBU-Europameisterschaft zwischen Dominic Bösel und Enrico Kölling statt. Einer der Beteiligten verließ diese bereits nach ein paar Worten wieder.

Bösel verlässt Pressekonferenz vorzeitig

Pressekonferenz Bösel vs. Kölling, Mai 2018 / Foto: Team SES / fotobasis.de

Zur heutigen Pressekonferenz vor Dominic Bösels Verteidigung des Europameistertitels gegen den Berliner Enrico Kölling, spielten sich ungewohnte Szenen ab. Nachdem SES Boxing Promoter Ulf Steinforth ein paar Worte zum anstehenden Kampf sagte, kam Titelträger Bösel zu Wort. Dieser ging nochmals auf dessen Verletzung mit anschließender OP ein, welche den zweiten angesetzten Termin zwischen ihm und Kölling erneut verhinderte. Bösel kritisierte zudem das Verhalten von Team Kölling nach der Kampfabsage.

Nachdem Bösel seinem Unmut Luft machte, verließ er samt EBU-Gürtel den Raum und damit auch die Pressekonferenz. „Ich bin heute aus Anstand zu meinem Promoter hier und der Sache wegen. Aber im weiteren Verlauf werde ich keine Bilder mit Enrico machen oder sonstiges. Für mich ist das heute hier auch genug, das ganze Gegrinse und die Sprüche, das muss ich mir nicht weiter antun. Deswegen verabschiede ich mich jetzt wieder. Schönen Tag noch.“

Enrico Kölling dazu: „Ich kann Dominic verstehen, dass er verärgert ist. Ich wäre auch verärgert, wenn ich einen Kampf absagen müsste und danach so geredet werden würde. Wir haben aber nicht rumgesponnen oder gelogen, sondern nur gesagt, dass wir ihm die Verletzung nicht abgenommen haben. Zur letzten PK sagte er noch wie er fit er sei und dass er dreimal am Tag trainiert. Und eine Woche später sagt er den Kampf einfach ab, da er eine Verletzung hat, die er schon eineinhalb Jahre mit sich rumträgt. Er haut uns doch die Taschen voll. […] Jetzt ist Spannung da für dieses Duell!“

Besonders bitter für Kölling ist die Doppelbelastung während der nunmehr dritten Vorbereitung auf das Duell mit Bösel. Konnte er sich in den ersten beiden Anläufen noch komplett auf das Training konzentrieren, fällt dieser Umstand nun weg. Wie der Berliner zur PK verlauten ließ, arbeite er seit mehreren Wochen täglich, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Die Trainingszeit beschränkt sich dadurch auf die frühen Morgenstunden sowie den Abend. Eine optimale Vorbereitung sieht anders aus.

Kurz nach der PK sprachen wir mit Kölling-Manager Lindner. Dieser kritisierte das Verhalten des Freyburgers stark: „Als Sportler und Europameister hat man in gewissem Maße eine Vorbildfunktion. So dünnhäutig aufzutreten ist schwach.“ Für Spannung vor dem Duell sollte demnach ausreichend gesorgt sein. Die Fronten zwischen beiden Lagern haben sich erneut verhärtet. Bleibt zu hoffen, dass das Duell nun endlich im dritten Anlauf stattfinden wird.