Aus der Traum: Firat Arslan bleibt gegen Kevin Lerena chancenlos

Foto: Torsten Helmke

Firat Arslans Wunsch, mit 49 Jahren ältester Box-Weltmeister der Geschichte zu werden, konnte sich am Samstagabend in der EWS Arena von Göppingen nicht erfüllen. 

Lerena zu stark

Firat Arslan begann den Kampf wie gewohnt im Vorwärtsgang und versuchte den 27-jährigen Lerena niederzumarschieren. Dieser blieb zunächst abwartend. In der 2. Runde schaltete der Südafrikaner ein paar Gänge hoch und kam nun mit knackigen Händen zum Kopf und Körper durch. Im anschließenden Durchgang zeigte sich deutlich, warum Lerena bei den Buchmachern der 6:1 Favorit war. Er war jetzt in seinen Attacken erbarmungsloser und antwortete auf jeglichen Angriff von Arslan mit umso brutaleren Geschossen. Nach dem Ende der 3. Runde war Arslan bereits schwer gezeichnet und blutete aus dem Mund.

Foto: Torsten Helmke

Unter den lauten Rufen seiner treuen Fans versuchte sich Firat in den Kampf zurück zu beißen. Arslan kam zu Treffern, wurde aber von Lerena immer wieder mit mächtigen Salven abgefangen. Auch in der 5. Runde war es das gleiche Geschehen. Während das Publikum „auf geht’s, Firat!“ skandierte, kam der Deutschtürke mit einem Aufwärtshaken durch. Doch wieder war es Arslan, der zum Ende der Runde im Schlagabtausch den Kürzeren zog. 

Die Unterschiede in Technik, Spritzigkeit und Explosivität wurden nun deutlich offenbart. In der 6. Runde wirkte Arslan angeschlagen und Lerena feuerte harte Kombinationen durch die ansonsten so geschlossene Doppeldeckung Arslans. So kam es, dass aus Arslans Ecke das Handtuch flog. Der Ringrichter brach sogleich ab. Überrascht und erzürnt, beschwerte sich Arslan und sein Trainerteam über den Abbruch. 

Foto: Torsten Helmke

Aus der Traum vom IBO-Titel. Kevin Lerena wurde zum TKO-6 Sieger erklärt. Nachdem sich Firat gefasst hatte, bedankte er sich anschließend bei seinem Heimpublikum für die Unterstützung.

Stimmen nach dem Kampf

Doch wer warf nun das Handtuch? Wie anschließend auf der Pressekonferenz aufgeklärt wurde, war es Arslans Promoter Erol Ceylan, der das Handtuch geworfen hatte. Da Ceylan nicht zur Arslans Ecke gehört, wäre der Kampfabbruch aufgrund des Handtuchwurfs eigentlich nicht regelkonform.

Arslan zeigte sich auf der anschließenden Pressekonferenz äußerst enttäuscht über den Vorfall und betonte, dass er gerne weitergeboxt hätte. Er meinte außerdem, er sei noch unentschlossen, wie es mit seiner Boxkarriere weitergehen würde. 

Kontroverse hin oder weg: Angesichts der klaren Niederlage scheint es fraglich, ob der 49-jährige Arslan seine Karriere fortsetzen sollte. Schlussendlich hat er niemanden mehr etwas zu beweisen. Der „Overachiever“ Arslan hat so viel mehr erreicht, als es ihm die meisten zugetraut hatten. 

Und Kevin Lerena? Der Südafrikaner zeigte sich auf der Pressekonferenz gelassen und akzentuierte, dass er die Cruisergewichtstitel vereinigen möchte. Nach der spektakulären Performanz in Göppingen, scheint dieses Unterfangen keinesfalls unwahrscheinlich zu sein…

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