Xander Zayas bezwingt Abass Baraou nach geteiltem Punkturteil!

Xander Zayas bezwingt Abass Baraou.

Der Oberhausener Abass Baraou konnte die historische Vereinigungschance nicht nutzen und unterliegt nach Punkten in Puerto Rico.

Am Samstag fand der potenzielle deutsche Boxkampf des Jahres im fernen San Juan, Puerto Rico, statt. Im Coliseo José Miguel Agrelot traf Deutschlands WBA-Weltmeister Abass Baraou (17-2) auf den WBO-Weltmeister Xander Zayas (23-0) im Superweltergewicht. Es handelte sich um einen dieser reizvollen Titelvereinigungskämpfe, auf den die gesamte Boxwelt gespannt blickt – mit deutscher Beteiligung umso attraktiver.

Baraou machte sich spätestens im vergangenen August einen internationalen Namen mit seinem WBA-Interims-Erfolg über Yoenis Téllez in Orlando, Florida. Ein großartiger Sieg, der Baraou zum Nachfolger von Terence Crawford aufstufte, der zuvor Canelo Álvarez im Supermittelgewicht bezwungen hatte. Nun wollte Baraou die Gunst der Stunde nutzen und im Titelvereinigungskampf gegen den WBO-Weltmeister weltweiten Ruhm einheimsen.

Baraou ging als Außenseiter in den Kampf

Möchte Geschichte schreiben: Abass Baraou.

Obwohl es sich auf dem Papier um ein Aufeinandertreffen zweier Weltmeister handelte, musste man den deutschen WBA-Champion Baraou in Puerto Rico als Außenseiter betrachten – allein schon aufgrund des Auswärtsspiels. Zudem stand mit Zayas ein junger Weltmeister gegenüber, der im äußerst attraktiven Superweltergewicht eine zentrale Rolle spielen kann.

Das Superweltergewicht ist derzeit eine der bestbesetzten Gewichtsklassen überhaupt, womöglich sogar die stärkste in der Breite. Zayas wurde im Juli 2025 zum damaligen Zeitpunkt der jüngste aktive Weltmeister aller Gewichtsklassen mit dem WBO-Titel, hatte bislang jedoch noch nicht die ganz große weltweite Anerkennung erhalten, die man angesichts seines Potenzials hätte erwarten können. Spätestens mit einem Titelvereinigungssieg über Baraou sollte sich dies ändern.

Zayas boxerisch überlegen – Baraou beißt sich hinein

Der Kampf begann erwartungsgemäß. Baraou suchte den Vorwärtsgang, während Zayas enorm flink im Rückwärtsgang agierte und früh seinen Jab etablierte. Die ersten beiden Runden boten wenige Highlights, doch die präzisen Jabs von Zayas fanden ihr Ziel und sicherten ihm die Durchgänge. Baraou fand nur schwer in die richtige Distanz. Zwar brachte er gelegentlich gute linke Haken ins Ziel, doch Zayas bewegte sich viel und punktete insbesondere mit seinen Sidesteps, die Baraou vor große Probleme stellten.

In der fünften Runde ergab sich schließlich eine klare Gelegenheit für Baraou, seine Stärken auszuspielen. Es kam phasenweise zu einem Schlagabtausch, Baraou drängte Zayas durch den Ring, der in dieser Phase weniger komfortabel und sichtbar gestresst wirkte. Die mittleren Runden stellten insgesamt die beste Phase Baraous im Kampf dar, der auch die siebte Runde für sich entscheiden konnte. Sein Trainer Jorge Rubio forderte daraufhin verstärkt Körpertreffer, was in der Folge jedoch nur teilweise umgesetzt werden konnte.

Furiose letzte Runde – Zayas gewinnt nach Punkten

In den folgenden Runden fing sich Zayas wieder gut, etablierte erneut seinen Jab und bewegte sich konsequent. Es war keine spektakuläre, aber eine äußerst effektive Leistung des Puerto Ricaners, um den deutschen Weltmeister auf Distanz zu halten. In der Schlussphase benötigte Baraou wohl einen Knockout und hatte in der zwölften Runde auch noch einmal die Gelegenheit dazu. Beide Boxer lieferten sich einen offenen Schlagabtausch und teilten beherzt aus. Endlich ergab sich das Szenario, in dem Baraou seine Stärken voll entfalten konnte – doch Zayas verhinderte dies über weite Strecken mit seiner enormen Beweglichkeit.

Nach einer großartigen und intensiven zwölften Runde ging der Kampf über die volle Distanz von zwölf Runden. Zwei Punktrichter werteten den Kampf mit 116:112 für Zayas, während ein deutscher Punktrichter (Oliver Brien) überraschend mit 116:112 für Baraou wertete. Unabhängig davon gewann Zayas absolut verdient den Status des Unified-Weltmeisters. Baraou hingegen zeigte gegen einen äußerst starken Gegner eine insgesamt sehr respektable und verbissenene Leistung.

Zayas wird im Superweltergewicht gerne unterschätzt, da er als Mover gilt und weniger Offensivdruck erzeugt. Dennoch verfügt er über die Fähigkeit, selbst sehr starke Gegner überzeugend nach Punkten zu bezwingen. Gegen Baraou bestätigte er dies erneut und darf nun als potenzielle neue Nummer eins der Gewichtsklasse betrachtet werden.

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