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Das Hamburger Schwergewicht verlor den WBA-Weltmeisterschaftskampf in Moskau vorzeitig.
Am Samstag fand in Moskau, Russland, ein großes Box-Event statt. Die Profisparte der IBA präsentierte eine hochkarätige Fightcard, die neben YouTube auch weltweit auf DAZN übertragen wurde. Zahlreiche qualitativ hochwertige Schwergewichtskämpfe waren zu sehen, ebenso große Boxpersönlichkeiten am Ring wie Manny Pacquiao oder Dereck Chisora.
Im Mittelpunkt stand jedoch ein Hamburger: Peter Kadiru (23-2). Dieser erhielt völlig unverhofft wenige Tage vor dem Kampf die Chance, um die WBA-Weltmeisterschaft im Schwergewicht zu boxen. Da der Ukrainer Oleksandr Usyk sämtliche Titel kürzlich niedergelegt hatte, profitierten neben Agit Kabayel bei der WBC auch Murat Gassiev (34-2) bei der WBA. Gassiev hatte zuvor im Dezember den regulären WBA-Titel gegen Kubrat Pulev in Dubai gewonnen und wurde folglich zum vollwertigen Weltmeister aufgestuft. Gegen Kadiru boxte er nun erstmals in diesem Status.
Ursprünglich war vorgesehen, dass Gassiev gegen den französischen Olympiasieger Tony Yoka antreten sollte. Dieser verletzte sich jedoch unmittelbar vor dem Duell und sagte ab. Dadurch begann die Suche nach einem passenden Ersatzgegner, die sieben Tage vor dem Kampf schließlich in Hamburg endete.
Gassiev stoppt einen unvorbereiteten Kadiru in Runde 6
Grundsätzlich war die WM-Chance großartig für Kadiru, allerdings gab es auch einen gewaltigen Makel: Er war überhaupt nicht vorbereitet. Sein letzter Kampf fand im Mai statt, seitdem befand er sich nicht mehr im Training und brachte zudem 7,6 Kilogramm mehr auf die Waage. Mit einer Vorbereitungszeit von wenigen Wochen hätte man zumindest an den Grundlagen arbeiten können, doch die Umstände erforderten einen absoluten Kaltstart, was auf WM-Niveau natürlich einem Himmelfahrtskommando gleichkam.
Der Kampf begann und zunächst erwartete man einen beweglichen Kadiru im Rückwärtsgang. Tatsächlich verlief es jedoch anders. Kadiru wirkte recht statisch und fand sich immer wieder in der Nahdistanz mit Gassiev wieder, der ab der zweiten Runde mehr Wucht in seine Haken legte und sich zunehmend Respekt verschaffte. Man merkte schnell, dass Kadiru zwischenzeitlich durchaus beeindruckt wirkte, dennoch blieb er in der Doppeldeckung stehen und antwortete seinerseits.
In seinen Offensivbemühungen sah Kadiru durchaus ordentlich aus. Man erkannte seine hervorragende technische Ausbildung; immer wieder brachte er gezielte Uppercuts ins Ziel. Doch Gassiev war der bestimmende Mann im Ring, stellte Kadiru von Runde zu Runde häufiger an den Seilen und bearbeitete ihn. Die statische Kampfführung von Kadiru ging auf Dauer nicht gut.
Auch wenn es unter dem Strich ein ungleicher Kampf war – insbesondere aufgrund der völlig unterschiedlichen Vorbereitungen –, musste man Kadiru großen Kampfgeist attestieren. Er stellte sich dem gefürchteten Puncher Gassiev und schlug beherzt mit. In der vierten Runde zeigte Kadiru sogar seine beste Runde des Kampfes, die er durchaus gewonnen haben könnte. In der fünften Runde atmete er bereits schwerer, blieb jedoch auf den Beinen und wehrte sich weiter. Kadiru wollte an diesem Abend bis zum bitteren Ende kämpfen und war dazu bereit. Sein Trainer Christian Morales warf jedoch während der sechsten Runde das Handtuch, um seinen Schützling zu schützen.
Am Ende setzte sich Gassiev souverän durch und ist WBA-Weltmeister im Schwergewicht. Kadiru kann sich trotz der Niederlage als WM-Herausforderer bezeichnen, der Mut und Herz bewiesen und unter widrigsten Umständen das Beste aus seiner Chance gemacht hat.
Joe Joyce wird im Co-Main-Event gestoppt

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Im Co-Main-Event kam es ebenfalls zu einem Schwergewichtsduell. Dort war der Brite Joe Joyce (16-5) zu sehen, der auf Artem Suslenkov (15-0) traf. Joyce hatte 2020 noch Landsmann Daniel Dubois bezwungen und galt einst als eines der besten Schwergewichte der Welt. Doch seine Karriere verlor zuletzt massiv an Glanz, und so reiste er mit vier Niederlagen aus den vergangenen fünf Kämpfen nach Moskau, wo mit Suslenkov ein hungriger und ungeschlagener Gegner auf ihn wartete.
Grundsätzlich musste man jedoch sagen, dass der Kampf für Joyce zunächst ordentlich verlief. Suslenkov verstand es nicht, taktisch clever zu agieren, sondern suchte das physische Duell, was Joyce entgegenkam. Beide Männer mussten viele Treffer einstecken und waren entsprechend gezeichnet. Erst in der elften Runde brach Joyce schließlich in einem über weite Strecken ausgeglichenen Kampf ein und musste aufgrund einer Verletzung aufgeben. Nach dieser weiteren Niederlage erscheint ein Karriereende durchaus denkbar. Für Suslenkov war der Sieg insgesamt dennoch eher ernüchternd, da er sich mit seiner Leistung kaum für höhere Aufgaben empfehlen konnte.















Ich habe gesagt 3 runde
toll das du falsch geraten hast, gratuliere.