Wilder vs. Fury Maincard – Luis Ortiz mit überzeugender Vorstellung

Los Angeles – Auf der Undercard der Veranstaltung von Wilder vs. Fury gelang es dem ehemaligen Gegner von Deontay Wilder, Luis Ortiz, sich nach seiner vorzeitigen Niederlage im Juli wieder zurückzumelden. Sein Kontrahent Travis Kauffmann hingegen versuchte über die gesamte Distanz mehr Schaden abzuwenden, als anzurichten. Schlussendlich gelangen Ortiz mehrere Niederschläge und er gewann durch TKO in Runde 10.

Luis „King Kong“ Ortiz mit gutem Beginn

Der ehemalige Gegner von Deontay Wilder, der Exilkubaner Luis Ortiz (29-1, 25 KOs), begann gut in das auf 10 Runden angesetzte Gefecht und sicherte sich gleich zu Beginn die erste Runde. Der Mann, dem man so etwas wie die Rettung des Schwergewichtes zuschreibt, konnte den US-Amerikaner Travis Kauffmann (32-2, 23 KOs) gleich seine Distanz aufzwingen und konnte so ab Runde 1 mehrere gute Hände ins Ziel bringen.

Gerade im zweiten Durchgang gelang es dem schon 39-jährigen Kubaner seinen Stil noch mehr durchzubringen. Denn Travis „My Time“ Kauffmann, der bislang wohl bei den meisten Boxfans unter dem Radar geflogen sein dürfte, hatte gerade auf technischer Seite seinem Kontrahenten wenig entgegenzusetzen. In einem durchweg fairen Gefecht, setzte Ortiz seinen Stil weiter durch. Höhepunkt der dritten Runde war eine schnelle Kombination von Ortiz zum Kopf von Kauffmann, die ihn schwer durchrüttelte.

Beide hatten zudem eine unsportliche Situation, zeigten sich jedoch als faire Sportsmänner und entschuldigten sich sofort. Erstaunlicherweise bot der 32-jährige Kauffmann, der bislang jede Runde abgab, Ortiz mehrere Mätzchen an, die dieser auch annahm und sich schon leicht aggressiv präsentierte. Auch im fünften Durchgang änderte sich das Bild nicht, wenngleich Travis Kauffmann immer mehr versuchte nur Schadensbegrenzung zu betreiben.

Ortiz schickt Kauffmann mehrmals auf die Bretter

Zu Beginn der zweiten Hälfte gelang es Ortiz, seinen Gegner nach gut der Hälfte der Zeit, mit einer krachenden ansatzlosen rechten Schlaghand auf die Bretter zu schicken. Im Anschluss lies sich „King Kong“ schon zu früh auf den Seilen feiern. Kauffmann war umgehend wieder auf den Beinen und brachte die Runde über die Zeit. Dem auf Platz Sieben der Welt gerankten Ortiz fehlte es hier offensichtlich am Killerinstinkt.

Nach einer eher verhaltenen siebten Runde gelang es Ortiz den zweiten Niederschlag zu platzieren. Erneut wies Kauffmann Lücken in der sonst guten Deckung auf und Ortiz lies eine erneut schnelle und ansatzlose Schlaghand folgen. Aber Ortiz konnte den Kampf wieder nicht vorzeitig beenden. Was man Kauffmann anrechnen kann ist, dass er als sehr fairer Sportsmann in Erinnerung bleiben wird – In Runde Acht erzielte Ortiz einen neuerlichen Tiefschlag, doch Kauffmann bat nur um Zeit ohne große Theatralik und Referee Thomas Taylor beließ es bei einer weiteren Ermahnung.

Im Schlussspurt gelang es „King Kong“ erneut seinen Gegner zu Boden zu schlagen und 60 Sekunden vor Ende auch vorzeitig zu besiegen – Ortiz konterte einen Schlag von Kauffmann mit der linken, die den Amerikaner ordentlich durchschüttelte und 20 Sekunden später hatte Referee Taylor ein Einsehen und beendete den Kampf. Für den bereits 39-jährigen Ortiz war dies der 30. Sieg im 31. Kampf sowie der 26. vorzeitige Sieg. Aber für die ganz großen Leute hat sich der „King Kong“ gegen einen eher schwächeren Schwergewichtler zu schwer getan und nicht empfehlen können.

Ortiz selbst sprach nach dem Gefecht davon, keine Spuren vom Wilder-Kampf davon getragen zu haben und forderte weitere Topleute heraus, z.B den Gewinner aus Wilder gegen Fury oder eben das Rematch gegen den WBC-Weltmeister.