WBF-Titelnacht am Samstag bei Boxen im Norden in Hamburg

Boxen im Norden präsentiert am Samstag 4 WBF-Titelkämpfe in Hamburg.

In der Großen Freiheit 36 finden gleich vier WBF-Weltmeisterschaften bei „Boxen im Norden“ in Hamburg statt.

In der Hansestadt Hamburg hat es seit einigen Jahren gute Tradition, dass am 1. Mai und 3. Oktober nicht nur die Feiertage genossen werden, sondern zugleich auch die Fäuste fliegen. Promoter Thomas Nissen lädt zweimal jährlich zu den genannten Terminen in die Große Freiheit 36 mitten auf der Hamburger Reeperbahn ein. Schnell entwickelte sich die Veranstaltung zur Kult-Show, bei der neben den eigentlichen Kämpfen auch zahlreiche Live-Acts die Stimmung auflockern und erweitern. In Kombination mit einem vollen, lauten und engen Haus schwappt so gerne der letzte Funke Intensität vom Ring auch auf die Zuschauerplätze über.

Am kommenden Samstag soll dies erneut der Fall sein. Insgesamt zehn Kämpfe stehen an, wobei es gleich zu vier WBF-Weltmeisterschaften kommen wird.

Mikaela Lauren – eine große Weltmeisterin kommt nach Hamburg

Mikaela Lauren nach Sieg über Verena Kaiser / Foto: Team Sauerland

Einer der Kracher-Kämpfe wird zweifellos die WBF-Weltmeisterschaft im Weltergewicht der Frauen sein. Dort steht die renommierte Schwedin Mikaela Lauren (33-9-1) im Aufgebot, die auf eine fantastische Karriere zurückblickt. Die ehemalige WBC-Weltmeisterin stand sogar schon in einem Undisputed-Kampf um sämtliche Titel, verlor diesen im Jahr 2017 allerdings gegen Cecilia Brækhus in Norwegen.

Auch in Deutschland war Lauren auf Titeljagd. Ihren letzten Einsatz hatte sie hierzulande in einem WBO- und WBF-Titelkampf gegen Christina Hammer in Dresden, den sie 2013 jedoch nach Punkten verlor. Nun kehrt Lauren dreizehn Jahre später nach Deutschland zurück und möchte es mit 50 Jahren sportlich noch einmal wissen.

Als Gegnerin wird jedoch die Mexikanerin Karla Ramos Zamora (12-11-2) fungieren, die sich im Februar in England um die WBC-Weltmeisterschaft im Superleichtgewicht knapp nach Punkten geschlagen geben musste. Trotz eines gemischten Kampfrekords verfügt Zamora über viel Qualität und dürfte sich auf der Höhe ihres Schaffens befinden. Auf der unabhängigen Weltrangliste von BoxRec ist sie auf Platz 8 gerankt, was ein echter Fingerzeig ist. Folglich wird sie gegen die renommierte Lauren auch als Favoritin in den Ring steigen, und es wird spannend zu sehen sein, ob Lauren noch einmal überraschen kann.

Denis Krieger will den fünften Sieg in Folge und den WBF-Titel

Boxen: Boxen im Norden, Hamburg, 01.05.2024
Benedikt Volland (GER) – Dennis Krieger (GER).  © Torsten Helmke

Zudem wird Denis Krieger (18-13-2) um die WBF-Weltmeisterschaft im Superweltergewicht antreten. Der ehemalige Deutsche Meister (BDB) hatte in seiner bisherigen Karriere Höhen und Tiefen vorzuweisen. Zwischenzeitlich kassierte er acht Niederlagen in Serie und schien in Richtung Journeyman abzurutschen. Krieger kämpfte sich jedoch heraus und durchbrach diesen Negativtrend. Er bezwang zwei ungeschlagene Männer bei „Boxen im Norden“ und konnte danach noch zwei weitere Siege einfahren.

Der Siegeszug wird nun mit der WBF-Titelchance belohnt, und Krieger stellt sich Dorde Krsmanovic (9-2-1), der sich im Mai schon vergeblich um den Titel gegen Alexander Pavlov bemühte. In diesem Kampf kugelte sich Krsmanovic schmerzhaft die Schulter aus und musste aufgeben. Dankbar für eine erneute Chance in Hamburg möchte er sich nun im zweiten Anlauf den Gürtel sichern.

Zwei-Meter-Engländer Steve Robinson greift nach dem WBF-Titel in Hamburg

Boxen: Boxen im Norden, Hamburg, 01.05.2026
Steven Robinson (ENG) – Angelo Venjakob (GER)
© Torsten Helmke

Auch einen schwergewichtigen Titelkampf mit englischer Beteiligung wird es zu sehen geben. Steve Robinson (8-3) reist extra von der Insel an und möchte sich den WBF-Titel im Bridgerweight sichern. Eine neuere Gewichtsklasse, die die WBC ins Leben gerufen hat und bis 101,6 Kilogramm reicht. Für Robinson bedeutet dies in erster Linie, strikt auf das Gewicht zu achten, was für den Zwei-Meter-Hünen ungewöhnlich erscheint, da er solche Limitationen aus dem Schwergewicht nicht kennt.

Robinson trifft nun auf den erfahrenen Kolumbianer Francisco Cordero (48-26), der 2010 in Mexiko schon um die WBA-Interimsweltmeisterschaft gekämpft hat, allerdings im Superfedergewicht. Seitdem folgten zahlreiche Niederlagen und Gewichtsklassenaufstiege, und Cordero ist mittlerweile selbst im Bridgerweight angekommen. Ob der kleinere Kolumbianer gegen den englischen Hünen eine große Chance haben wird, bleibt fraglich.

Abgerundet wird die WBF-Titelnacht mit der vierten Weltmeisterschaft: David Kerkmann (33-5) trifft im Halbschwergewicht auf den ungeschlagenen Taylor Friedrich (9-0).

Spannende Lokalmatadoren auf der weiteren Undercard

Kevin Boakye boxt erneut bei Boxen im Norden in Hamburg.
© Torsten Helmke

Aber auch abseits der Titelkämpfe bekommt Hamburg einiges geboten. So folgt die geballte hanseatische Power mit Alexander Pavlov (24-6), Kevin Boakye (5-0) und Helmut Ofori (3-0). Der ehemalige Olympiateilnehmer Ammar Abduljabbar (2-1) wird sein Comeback nach zweieinhalb Jahren geben. Zudem wird das kasachische Mittelgewicht Viktor Temirov (11-0) kämpfen.

Das sind wirklich allesamt sehr vorzeigbare Personalien, die eine hohe Qualität garantieren und auf die sich die Zuschauer freuen dürfen. Eine genauere Beleuchtung des Vorprogramms gibt es in diesem separaten Boxen1-Artikel.

Nur noch wenige Tickets auf Eventim verfügbar

Die Veranstaltung beginnt am Samstag, den 3. Oktober, um 15:30 Uhr in der Großen Freiheit 36 auf der Hamburger Reeperbahn. Es wird ein ausverkauftes, lautes Haus erwartet. Nur noch wenige Tickets stehen hierfür auf Eventim zur Verfügung.

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