WBC kippt Interims-WM-Status von Dillian Whyte

Nach Bestätigung der positiven A-Probe bei Dillian Whyte, setzt der Weltverband WBC Whytes Anrecht auf einen WM-Kampf vorläufig aus

Erst nach dem Kampf um die WBC Interims-Weltmeisterschaft zwischen dem Engländer  Dillian Whyte und dem Kolumbianer Oscar Rivas, am 20. Juli in der Londoner O2-Arena, wurde bekannt, dass eine im Vorfeld dieses Kampfes, von der englischen Antidoping-Agentur UKAD durchgeführte Dopingprobe von Whyte positiv war. Der englische Boxverband lies Whyte, trotz dieser Kenntnis doch zum Kampf gegen Oscar Rivas zu und unterrichtete weder den Gegner Whytes, Oscar Rivas und dessen Team und auch nicht den Weltverband der WBC, um dessen Interims-Titel an diesem Abend geboxt wurde, von diesem positiven Befund.

Der britische Boxverband begründete dieses doch seltsame Vorgehen damit, dass ein Boxer erst nach Öffnung der B-Probe, wenn diese dann auch positiv ist oder nach dem Verzicht die B-Probe zu öffnen, als überführter Dopingsünder gilt. Weiter erklärte der englische Boxverband, dass man in diesem Stadium der Untersuchung, das Team von Oscar Rivas aus datenrechtlichen Gründen nicht hätte informieren können.

Allerdings wurde in ähnlichen Fällen hier ganz anders gehandelt und der bevorstehende Kampf wurde, nach Kenntnis einer positiven A-Probe im Rahmen einer Trainingskontrolle im Vorfeld des Kampfes, immer sofort abgesagt, wie zB der Kampf von Billy Joe Sanders vs Demetrius Andrade vom Weltverband der WBO sofort abgesagt wurde nachdem Saunders im Vorfeld dieses Kampfes positiv getestet wurde oder auch bei der geplanten Titelverteidigung des WBA-Titels von Mahmoud Charr vs. Fres Oquendo. Auch hier wurde direkt nach Kenntnis der positiven A-Probe von Charr der Kampf abgesagt ohne dass die B-Probe zu diesem Zeitpunkt geöffnet war und auch in beiden Fällen wurde sofort das Team des Gegners und die Öffentlichkeit informiert. Warum hat hier der britischen Boxverband BBBoC anders gehandelt? Lag es vielleicht daran, dass es sich bei Dillian Whyte um einen Boxer des Promoters Eddie Hearn und seines englischen Matchroom Teams handelt und dass es eine Veranstaltung von Heran gewesen war, die hätte abgesagt werden müssen? Die Einnahmen des englischen Verbandes BBBoC basieren zu ca. 80% aus Abgaben des Promoters Eddie Hearn. „Honi soit qui mal y pense.“

Noch drei Tage nach dem Kampf, den Dillian Whyte, trotz eines Niederschlages in der 9. Runde, einstimmig nach Punkten gewann und damit auch neuer Interims-Weltmeister der WBC und Pflichtherausforderer des amtierenden WBC-Weltmeisters Deontay Wilder wurde, gab der Weltverband WBC eine öffentliche Stellungnahme ab, dass der WBC nichts von einer positiven Dopingprobe von Dillian Whyte bekannt sei und dass man den englischen Verband um informative Aufklärung gebeten habe.

Nach nun bald 14 Tagen, nach Kenntnis der positiven A-Probe, die von der englischen Antidoping-Agentur UKAD im Rahmen einer unangemeldeten Überprüfung festgestellt wurde, hat der englischen Boxverband den Weltverband darüber unterrichtet und die WBC hat nun reagiert.

Die WBC hat gestern Abend folgendes Statement herausgegeben:

„Eine von Mr. Dillian Whyte im Zusammenhang mit seinem Kampf gegen Oscar Rivas von der UKAD untersuchte A-Probe, ergab einen positiven Befund.

In Anbetracht dieser negativen Erkenntnisse und in Erwartung des Ergebnisses der von der WBC durchgeführten Untersuchung und des Verbands-Gerichtsverfahrens, setzt die WBC die Anerkennung von Dillian Whyte als Interim-Weltmeister und Pflichtherausforderer im Schwergewicht, durch die WBC-Beschluss hiermit vorläufig aus.

Die WBC hat Herrn Dillian Whyte und sein Team über den Aussetzungs-Beschluss der WBC informiert und erklärt, dass es Herrn Whyte die Möglichkeit gegeben wird, seine Position dem WBC bei einer Ermittlungsanhörung vorzutragen, die an einem Ort und zu einem Zeitpunkt stattfinden wird, der im August bekannt gegeben wird und in nahe Zukunft liegen wird.

Während seiner Untersuchung und Anhörung wird das WBC Herrn Whyte und seinem Team die Möglichkeit geben, alle verfügbaren Informationen sowie alle entlastenden Beweise vorzulegen, die sie für angemessen erachten.“

WBC Statement im vollen Wortlaut.

 

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