WBA wieder in der Kritik: Sven Elbir in der Warteschleife!

Nachdem der renommierte Weltverband WBA (World Boxing Association) zuletzt mehrfach mit fragwürdigen Vorgehensweisen und Entscheidungen für Schlagzeilen sorgte, ist nun ein weiterer Fall eines deutschen Boxers in Bezug auf jene Box-Organisation bekannt geworden. BOXEN1 sprach dieser Tage mit Matchmaker Charlie Podehl, der sich u.a. um die sportliche Zukunft des Berliner Mittelgewichtlers Sven Elbir kümmert.

Charlie Podehl: „Das Verhalten der WBA ist alles andere als seriös!“

Die WBA steht spätestens seit dem Debakel um den „regulären“ WM-Schwergewichtstitel, bei dem u.a. Mahmoud Charr und Promoter Don King involviert waren, heftig in der Kritik. Nun wurde ein weiterer Fall eines deutschen Boxers bekannt, der sich vom 1962 gegründeten Weltverband nicht fair behandelt fühlt!

BOXEN1 erfuhr vom Berliner Box-Manager Charlie Podehl, dass auch der 27-jährige Mittelgewichtler Sven Elbir (17-1-0, 13 Ko’s) vom Verhalten der WBA enttäuscht sei. Berater und Matchmaker Charlie Podehl, der sich gemeinsam mit Manager Sascha Holland um das sportliche und geschäftliche Wohl von Sven Elbir kümmert, sagte gegenüber BOXEN1: „Wir sind enttäuscht darüber, dass die WBA willkürlich agiert und dabei Boxer wie Sven Elbir benachteiligt!“

Grund dafür sei die Tatsache, dass Sven Elbir trotz des WBA-International-Titels weder eine Platzierung in den „Top 15“ noch genauere Informationen zum weiteren WBA-Vorgehen erhalten habe. Elbir sicherte sich durch einen einstimmigen Punktsieg über Rafael Sosa Pintos (Uruguay) am 31. Oktober des letzten Jahres jenen WBA-International-Gürtel im Mittelgewicht. Seither befindet sich der Berliner in einer Warteschleife.

Sven Elbir (Mitte) mit Sascha Holland (links) und Charlie Podehl (rechts)

„Wir fühlen uns von der WBA schlichtweg ungerecht behandelt!“, so Elbir-Berater Charlie Podehl. Im Gegensatz zu anderen Boxern, die bereits seit einem längeren Zeitraum nicht mehr aktiv waren, wird Sven Elbir nicht im WBA-Ranking berücksichtigt. Obwohl die WBA nicht automatisch verpflichtet ist, einen Boxer nach dem Gewinn des International-Titels in ihrer Rangliste zu platzieren, sei es dennoch fragwürdig, so Podehl, dass Sven Elbir nicht im WBA-Ranking aufgelistet wird.

„Uns ist bewusst, dass seitens der WBA keine Verpflichtung besteht, Sven Elbir in den ‚Top-15‘ zu platzieren – auch wenn er es vom sportlichen Aspekt her vielleicht dennoch verdient hätte. Viel schlimmer finden wir, dass Sven nach wie vor nicht als Titelträger auf der WBA-Homepage benannt wird. Stattdessen forderte man uns auf, den WBA-International-Titel zeitnah zu verteidigen. Andernfalls würde man uns den Gürtel wieder entziehen.“, empört sich Podehl.

Dennoch sei der nächste Wettkampfeinsatz für Sven Elbir bereits geplant. Laut Charlie Podehl steht der 10. April als Termin für eine Titelverteidigung des WBA-International-Championats im Raum. „Wir hoffen, dass die Kommunikation mit der WBA fortan besser läuft – und sie ihren Verpflichtungen gegenüber den Sportlern endlich nachkommt. Bisher war das Verhalten von der WBA alles andere als seriös!“, so Podehl, der zumindest die bisher tatkräftige Unterstützung vom BDB (Bund Deutscher Berufsboxer) lobend erwähnte.

Sven Elbir soll jedenfalls bald wieder in den Ring steigen. Wer der nächste Gegner für Elbir am anvisierten 10. April sein wird, steht noch nicht fest. Laut Charlie Podehl wäre wohl auch ein Vergleich mit dem 32-jährigen Anatoli Muratov (22-2-1, 15 Ko’s) sehr interessant: „Gegen ihn würden wir sofort antreten!“ Als weiterer „Wunsch-Gegner“ wurde Patrick Wojcicki (14-0-1, 5 Ko’s) benannt. Gegen Wocjcicki musste Sven Elbir 2018 seine bisher einzige Niederlage einstecken. Nun brennt Elbir auf die Revanche!

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