Was verspricht das große AGON-Event am Freitag in Berlin?

AGON Kampfabend am Freitag in Berlin.

Deutschlands sportlich erfolgreichste Boxpromotion veranstaltet am Freitag in der Uber Eats Music Hall – und liefert gehörig ab.

Es ist Fightweek! Und zwar nicht nur für das große bevorstehende Boxspektakel zwischen Canelo und Crawford am Samstag in den USA – auch hierzulande wird die nationale Fahne geschwenkt, denn Boxen der Extraklasse steht auf dem Programm.

AGON Sports, Deutschlands derzeit sportlich erfolgreichste Promotion, kehrt mit einer einzigartigen Fightcard nach Berlin zurück und möchte ein Statement setzen. In der Uber Eats Music Hall präsentieren sich neben zwei hochklassigen Berliner Athleten auch eine Reihe hochveranlagter Kubaner – ein Fest für wahre Boxpuristen.

Hamsat Shadalov bestreitet seinen ersten Hauptkampf

Hamsat Shadalov bezwingt Eduardo Bajak.

Hamsat Shadalov (11-0) wird am Freitag seinen ersten Profihauptkampf bestreiten. Eine Platzierung, die sich der 26-jährige Berliner durch starke Leistungen in der Vergangenheit redlich verdient hat. Shadalov galt schon zu Amateurzeiten als deutsches Ausnahmetalent: Er boxte auf international höchstem Niveau und nahm an den Olympischen Spielen in Tokio teil – ein Beleg für sein außergewöhnliches Können.

Auch AGON Sports, die den Anspruch haben, stets Deutschlands fähigste Boxer unter Vertrag zu nehmen, verfolgten Shadalovs Entwicklung intensiv und waren überzeugt, dass er es bis ganz nach oben schaffen kann. So wurde das Superfedergewicht verpflichtet und bestreitet nun bereits seinen sechsten Kampf als AGON-Athlet.

Mit dem anstehenden Main-Event-Slot sind nun alle Augen auf Shadalov gerichtet. Er kämpft um den WBA-Mediterranean-Titel gegen den ungeschlagenen Spanier Alex de la Rosa (10-0) – ein physisch starkes, langes Superfedergewicht, das zuletzt in Italien für Furore sorgen konnte. Ein würdiger Hauptkampf zweier hungriger Prospects, die ihre Null riskieren, um den Weg nach oben zu ebnen.

Paul Wall boxt um die Deutsche Meisterschaft gegen Antonio Fechner

Boxen: KUC & Agon Boxpromotion, Falkensee, 19.10.2024
Paul Wall (GER) – Nourdeen Toure (FIN)
© Torsten Helmke

Neben Shadalov wird an diesem Abend auch der Berliner Paul Wall (9-0) in den Ring steigen. Das physisch starke Superweltergewicht war bereits ein äußerst erfolgreicher Amateurboxer und möchte bei AGON Sports nachhaltig für Furore sorgen. Für Wall steht nun ein besonderer Moment bevor: Er bestreitet seinen ersten Profititelkampf – und zwar um die altehrwürdige Deutsche Meisterschaft (BDB) gegen den Hamburger Antonio Fechner (7-2).

Auch wenn viele Boxer vor allem internationale Titel im Blick haben, bleibt die nationale Meisterschaft ein äußerst prestigeträchtiger und begehrenswerter Erfolg, der jede Kampfbilanz aufwertet. Das weiß auch Wall, der in seinen letzten Auftritten insbesondere in puncto Schlagkraft deutlich zulegte und seine Kontrahenten reihenweise spektakulär stoppte.

Fechner hingegen geht als Underdog in den Titelkampf, doch unterschätzen sollte man ihn keinesfalls. Nach zwei Niederlagen gegen starke Gegner – darunter der international geschätzte Muzamiru Kakande (11-1) – kämpfte er sich eindrucksvoll zurück. Aktuell befindet sich der Hamburger auf einer Siegesserie von drei Erfolgen, darunter zwei sehenswerte Fights gegen Claudio Mirko Vizzini (2-4). Dort zeigte Fechner, dass er ein technisch versierter Boxer mit großem Kämpferherz ist. Mit erst 24 Jahren steht er noch am Anfang seines Leistungsvermögens und möchte gegen Wall beweisen, dass er bereit für den nächsten Schritt ist.

Die kubanische Weltklasse erobert Berlin

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung ist die Teilnahme zahlreicher kubanischer Starboxer. Die Elite aus dem Amateurbereich trifft sich in Berlin, um ihre außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten zu demonstrieren. Für Boxfans hierzulande ist es ein einmaliges Erlebnis, gleich mehrere Welt- und Olympiasieger live im Ring erleben zu dürfen.

So steigt das kubanische Leichtgewicht Lazaro Alvarez (8-0) in den Ring. Der dreifache Amateurweltmeister und Gewinner von drei Olympiamedaillen verteidigt seinen WBA-Continental-Americas-Titel gegen den Venezolaner Angel Rodriguez (23-3) – ein physisch spannendes Duell, da Rodriguez über deutlich größere Reichweite verfügt.

Im Halbschwergewicht wird zudem Doppel-Olympiasieger Arlen Lopez (5-0) antreten. Er trifft in einem WBA-Titelkampf auf den Kolumbianer Jairo Delgado (14-3), der allerdings als klarer Außenseiter gilt. Delgado boxte bereits dreimal in Europa – alle Kämpfe verlor er. Gegen einen technisch derart kompletten Boxer wie Lopez wäre ein Upset nahezu undenkbar.

Schwergewichtsaction: Carlos Castillo Rodriguez trifft auf Kostiantyn Dovbyshchenko

Boxen: Agon Fightnight, Rietberg, 25.11.2023
Carlos „Hulk“ Castillo (CUB) – Srdan Govedarica (BIH)
© Torsten Helmke

Natürlich darf das Schwergewicht in Deutschland nicht fehlen. Am Freitag steigt daher ein weiterer Kampf des kubanischen „Hulks“ Carlos Castillo Rodriguez (7-0). Der nationale Amateurmeister steht seit 2023 bei AGON Sports unter Vertrag, konnte im vergangenen Jahr jedoch aufgrund von Visa-Problemen keine weiteren Kämpfe bestreiten.

Im April gab er schließlich sein Comeback und bestreitet nur wenige Monate später bereits seinen dritten Kampf in Folge. Dies war auch nötig – denn es erfolgte ein zwischenzeitlicher Gewichtszuwachs von 15 kg. Nun ist der kubanische Koloss aber wieder voll im Trainingssaft und heiß darauf, die Fäuste fliegen zu lassen. Zuletzt stoppte er mit Mirko Tintor (16-11-1) einen äußerst zähen Mann – etwas, das zuvor nur selten gelang.

In Berlin wird die Aufgabe jedoch noch kniffliger, denn Rodriguez trifft auf den Ukrainer Kostiantyn Dovbyshchenko (10-18-1) – einen Boxer, der berüchtigt dafür ist, nicht vorzeitig besiegt werden zu können. Zwar ging er bereits 18 Mal als Verlierer aus dem Ring, doch nie wurde er gestoppt. Selbst das hochgehandelte Supertalent Moses Itauma (13-0) brachte ihn nicht ernsthaft in Bedrängnis – ein Beleg für seine robuste boxerische Grundausbildung.

Wer Dovbyshchenko kennt, weiß, dass er im Kampf stets präsent bleibt und auch nicht davor zurückschreckt, fleißig mitzukontern. Zuletzt zeigte er dies gegen Sanel Hasanovic (9-1-1) in Potsdam, wo sich beide Männer im Infight einen packenden Schlagabtausch lieferten. Auch gegen Rodriguez dürfte daher ein harter Acht-Runden-Fight unausweichlich sein.

Internationales Showdown: Arnold Khegai vs. Liborio Solis

Fightposter: Arnold Khegai vs. Liborio Solis.

Auch im Federgewicht dürfen sich die Fans auf ein spannendes Duell freuen, das man so nicht unbedingt in Deutschland erwartet hätte. Der bei der WBO gerankte Ukrainer Arnold Khegai (22-2-1) trifft auf den 43-jährigen venezolanischen Ex-Weltmeister Liborio Solis (37-8-1). Khegai ist aktuell in den Top 10 der WBO gelistet und boxte bisher überwiegend in den USA.

Mit Solis wartet ein hochkarätiger, wenngleich nicht junger Gegner auf ihn. Zwar liegt die beste Zeit des Venezolaners – einst Weltmeister im Superfliegengewicht – bereits über zehn Jahre zurück, dennoch bewies er 2023, dass er weiterhin konkurrenzfähig ist: In Japan lieferte er Takuma Inoue (20-2) im Kampf um die WBA-Weltmeisterschaft im Bantamgewicht ein äußerst ausgeglichenes Duell.

Khegai, ein Schützling von Top Rank, gilt als aggressiver Boxer, der permanent Druck macht. Sein Nachteil ist oft, dass er im Ring der kleinere Mann ist. Ausgerechnet gegen Solis – der mit 1,63 m eigentlich zu klein fürs Federgewicht wirkt – dürfte dieser Faktor aber weniger ins Gewicht fallen. Vielmehr könnte es Solis zugutekommen, dass er körperlich nicht klar unterlegen ist. Entscheidend wird sein, ob der Routinier im hohen Alter noch über die nötige Beinarbeit verfügt, um sich dem Druck von Khegai zu entziehen. Sollte ihm das nicht gelingen, könnte der Abend für ihn sehr lang werden.

Weltklasseboxer Etinosa Oliha kehrt zurück

IBO-Titelträger Etinosa Oliha.

Etwas überraschend wird zudem der Einsatz des italienischen Mittelgewichts Etinosa Oliha (21-0) sein, der seine boxerischen Weltklassefähigkeiten auch in Berlin unter Beweis stellen wird. Oliha hätte im Juli in den USA einen großen IBF-Final-Eliminatorkampf bestreiten sollen, doch aufgrund einer medizinischen Komplikation am Auge wurde keine Freigabe erteilt.

Eine herbe Enttäuschung für Oliha, der sich eigentlich das Ticket in Richtung Weltmeisterschaft sichern wollte. Stattdessen kehrt er nun kurzfristig in den Ring zurück, möchte mit einem Stay-Busy-Kampf die fehlende Aktivität überbrücken und in den Rankings bleiben. Sein kroatischer Kontrahent Ivan Njegac (19-33) dürfte zwar kaum Siegeschancen haben, verfügt aber immerhin über einen guten Amateur-Background und sollte sich defensiv durchaus zu verteidigen wissen.

Malek Semmo und starke weitere Talente komplettieren die Fightcard

Möchte seinen zweiten Profisieg einfahren: Malek Semmo.

Noch drei weitere Kämpfe runden diesen hochklassigen Abend ab. So gibt das neue AGON-Signing Malek Semmo (1-0) sein Promotiondebüt im Mittelgewicht. Semmo galt bereits zu Amateurzeiten als herausragendes nationales Talent. Er ist technisch äußerst versiert und verfügt über eine exzellente Übersicht im Ring. Entsprechend kompliziert dürfte es für seinen italienischen Kontrahenten Amir El Atqane (0-0-1) werden. Der Kampf ist auf sechs Runden angesetzt.

Großes Interesse gilt auch dem 22-jährigen Kubaner Yusnier Sorsano Ruiz, der im Superweltergewicht sein Profidebüt geben wird. Ruiz kombiniert einen hochexplosiven Kampfstil mit technischer Raffinesse – Eigenschaften, die hervorragende Voraussetzungen für eine ambitionierte Profikarriere darstellen. Dass die Erwartungen hoch sind, erkennt man auch am gewählten Debütgegner: Mit dem Mexikaner Javier Castaneda Dominguez (9-4-2) wartet ein durchaus ambitionierter Prüfstein. Dennoch dürfte Ruiz technisch klar überlegen sein.

Im Superleichtgewicht feiert außerdem Assan Hansen sein Profidebüt. Der Frankfurter blickt auf eine erfolgreiche Amateurkarriere zurück, in deren Verlauf er mehrfach die Deutsche Meisterschaft gewinnen konnte. Nun möchte er auch bei den Profis durchstarten und komplettiert eine Fightcard, die vom Talentlevel her in Deutschland ihresgleichen sucht.

Tickets ab 30 € – Bild+ überträgt die große Kampfnacht

Auch wenn nicht jedes Duell ein 50/50-Kampf ist und es naturgemäß einige Aufbaukämpfe geben wird, steht fest: Die kommende AGON-Sports-Gala ist ein echtes Highlight. Das Niveau der A-Sides sucht seinesgleichen. Ob kubanische Amateurüberflieger oder ambitionierte deutsche Talente – sie alle bringen sportliche Qualität auf höchstem Level mit und versprechen einen reizvollen Boxabend.

Wer also echtes Spitzenboxen live erleben möchte, kann sich für Freitag noch Tickets für die Uber Eats Music Hall in Berlin sichern. Karten sind ab 30 € über Ticketmaster erhältlich, alternativ auch an der Abendkasse.

Der Streaminganbieter Bild+ überträgt zudem sämtliche Kämpfe des Kampfabends live ab 17 Uhr.

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