Vorzeitiger Sieg für Nelvie Tiafack beim US-Debüt in Temecula

Boxen: The Homecoming, Schwergewicht, Oberhausen, 10.01.2026
Nelvie Tiafack (GER) – Piotr Cwik (POL)
© Torsten Helmke

Deutschlands Olympiamedaillengewinner Tiafack stoppte auf einer MVP-Veranstaltung seinen mexikanischen Kontrahenten vorzeitig.

Am Freitag fand eine Veranstaltung von Jake Pauls Most Valuable Promotions im Pechanga Resort & Casino in Temecula, Kalifornien, statt. Im Hauptkampf stand Box-Star Amanda Serrano (50-4-1), die nicht unumstritten knapp nach Punkten gegen Lucrecia Anabella Manzur (14-5) gewann.

Auf der Undercard war zuvor auch ein deutscher Boxer zu sehen: Nelvie Tiafack (5-0). Der Olympia-Bronzesieger von Paris 2024 gilt als große deutsche Schwergewichtshoffnung und konnte mit seinen Fähigkeiten auch international Begehrlichkeiten wecken. So nahmen Jake Paul und dessen Most Valuable Promotions den Deutschen unter Vertrag. Nach dem Übersee-Debüt im vergangenen September in Kanada sollte am Freitag nun das US-Debüt gegen den zuvor ungeschlagenen Mexikaner Salvador Zavala Molina (7-1) erfolgen.

Pflichtaufgabe mit 4,4 Kilogramm weniger gemeistert

Die Ausgangssituation vor dem Kampf war eindeutig. Tiafack befindet sich trotz seines großartigen Amateurbackgrounds noch in der Aufbauphase und sollte im Idealfall einen ungefährdeten vorzeitigen Sieg im fünften Profikampf einfahren. Hierfür wurde Zavala verpflichtet, der seine Laufbahn im Supermittelgewicht begonnen hatte und zuletzt über drei Jahre ohne sanktionierten Profikampf geblieben war. Ein Sieg des Mexikaners wäre in dieser Konstellation eine faustdicke Überraschung und ein Anwärter auf das Upset des Jahres gewesen.

Der Kampf begann, und Tiafack nahm direkt die Ringmitte ein und erzeugte Druck. Zavala merkte man den Respekt deutlich an. Er agierte äußerst passiv im Rückwärtsgang und schlug nahezu nicht. In der zweiten Runde landete Zavala zu Beginn tatsächlich eine satte Rechte, die auch ins Ziel fand – es sollte jedoch eine Ausnahme bleiben. Tiafack dominierte das Geschehen und konnte insbesondere mit Körpertreffern Eindruck schinden.

In der dritten Runde erhöhte Tiafack die Intensität und setzte Zavala zu, der sich irgendwie im Kampf halten wollte. Der Ringrichter brach den Kampf dann etwas überraschend im Stehen ab, weil die Unterlegenheit Zavalas in seinen Augen wohl zu groß war.

Für Tiafack war es der vierte vorzeitige Sieg im fünften Profikampf. Er konnte sich mit dem Pflichterfolg auch gut und gerne um 50 Plätze bei BoxRec verbessern, was einen freudigen Abend für ihn darstellte. Erwähnenswert ist zudem, dass er 4,4 Kilogramm leichter einwog als noch beim vorherigen Kampf im Mai in Mannheim, als er sich mit dem slicken Brasilianer Mateus Munhoz da Penha (7-3-2) schwerer tat. In den USA wirkte er bereits etwas austrainierter.

Albina Moldazhanova weiter im Vormarsch

Künftiger Star des Frauenboxens?
Albina Moldazhanova mit Egis Klimas.

Auf der weiteren Undercard war die Superleichtgewichtsboxerin Albina Moldazhanova (5-0) zu sehen, die gegen die ungeschlagene Sheila Fabiana Liesegang (6-1) antrat. Moldazhanova hatte sich mit einer 100-prozentigen K.-o.-Quote in den Fokus geboxt und bestätigte ihre außergewöhnliche Schlagstärke erneut. In der ersten Runde landete sie einen harten Körpertreffer, von dem sich Liesegang nicht mehr erholen konnte.

Im Co-Main-Event erzielte das Leichtgewicht Jahmal Harvey (4-0) einen brutalen K.-o.-Erfolg in Runde zwei über Hammet Kowany Keb del Valle (7-3-1).

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2 Kommentare

  1. War ein schön anzuschauender Kampf, die Überlegenheit von Nelvie deutlich. Eine Frechheit waren allerdings die Kommentatoren – wenn MVP das so weiter machen will, dann gute Nacht.

    Als Beispiel: Eine der Kommentatorinnen rühmte sich mehrfach damit, dass das ja der erste Boxkampf war, den sie geschaut hat. Entsprechend wenig wurde überhaupt über den Kampf gesagt und mehr nebenbei gelabert, dann lieber ganz ohne.

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