Vorbericht Boxen Bundesliga BSK Hannover-Seelze – Nordhäuser SV

Halbschwergewicht - Ibragim Bazuev (blaue Dress) / Foto: Christoph Keil
Halbschwergewicht – Ibragim Bazuev (blaue Dress) / Foto: Christoph Keil

Kampf auf Augenhöhe: Nordhäuser reisen mit Respekt nach Hannover

Autor: Johann Reinhardt / Fotos: Christoph Keil

Als erster Kampf im neuen Kalenderjahr wartet auf die Bundesliga-Boxer des Nordhäuser SV direkt die schwere Auswärtsfahrt zum BSK Hannover-Seelze. Am kommenden Samstag ab 19:00 Uhr geht es für die Südharzer durch zwei weitere Punkte darum, die „Mission Titelverteidigung“ weiter voranzutreiben. „Unser Team ist so ausgeglichen, dass wir auch diesmal punkten wollen. Wir haben nichts zu verschenken, kämpfen um jeden Sieg und kleinen Punkt“, gibt Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling die Marschroute vor. Kompensieren müssen die Nordhäuser einige Ausfälle aufgrund des Starts der World Series of Boxing (WSB). Fehlen werden dadurch sowohl Kastriot Sopa wie Leon Bunn. Freuen können sich die Nordhäuser Verantwortlichen derweil über die kurzfristige Zusage des ungarischen Leistungsträgers Balázs Bacskai.

Leichtgewichtler Radomir Obrusniak (blaue Dress) / Foto: Christoph Keil
Leichtgewichtler Radomir Obrusniak (blaue Dress) / Foto: Christoph Keil

Nach dem dritten Sieg im dritten Kampf gegen die bis dato punktgleichen Babelsberger übernahmen die Bundesliga-Boxer des Nordhäuser SV vor dem Jahreswechsel die alleinige Tabellenführung, wohingegen der kommende Gegner BSK Hannover-Seelze mit nur einem Sieg gegen die Mannen aus Prag aktuell Dritter ist. „Hannover ist stärker als es ihre momentane Platzierung aussagt. Im neuen Jahr werden die Karten neu gemischt. Auch wenn es für sie im Rennen um den Meistertitel schwer wird, Vize-Meister können sie noch werden“, warnt NSV-Manager Michael Döring. Mit Edgar Walth, Arthur Bril, Jakob Deines und dem früheren Nordhäuser Max Keller haben die Leinestädter gleich vier Deutsche Meister in ihren Reihen und verfügen über hervorragende Einzelsportler, doch Döring fürchtet vor allem ihre mannschaftliche Geschlossenheit: „Hannover ist für seinen unbändigen Zusammenhalt bekannt. Die Fans unterstützen sie bei sich ähnlich wie unsere in Nordhausen, sodass die Duelle immer Höhepunkte einer jeden Saison sind. Ein Sieg wird deshalb kein Selbstläufer.“

Was die Nordhäuser Aufstellung in den sieben Gewichtsklassen angeht, blieb Chefcoach Andreas Dietrich-Scherfling auch diesmal nicht komplett von Verletzungen und Abstellungen verschont. Im Bantamgewicht feiert Dias Kuzembaew sein Saisondebüt und ersetzt den gegen Babelsberg kämpfenden Alan Digidov. Im Halbweltergewicht steigt anstelle von Kastriot Sopa, der am Freitag zum Auftakt der WSB den Venezolaner Luis Arcon bezwang, der ungarische Juniorenmeister Viktor Gálos erstmals für den NSV in den Ring. „Wir hoffen dass er ähnlich engagiert wie unser polnischer Neuzugang Radomir Obrusniak in Nordhausen zu Werke geht und eine Überraschung landen kann“, erklärt Dietrich-Scherfling über den bereits international erfahrenen Gálos.

Leichtgewichtler Radomir Obrusniak (blaue Dress) / Foto: Christoph Keil
Vladimir Ivanov (blaue Dress) / Foto: Christoph Keil

Ansonsten können die Nordhäuser Verantwortlichen auf die gegen Motor Babelsberg siegreiche Formation um Leichtgewichtler Obrusniak, Denis Radovan im Mittelgewicht, den Halbschweren Ibragim Bazuev und den russischen Leistungsträger Vladimir Ivanov bauen. Glück im Unglück hat Döring im Weltergewicht, wo eigentlich der Schwede Clarence Goyeram sein Saisondebüt feiern  sollte: „Clarence meldete sich in der Vorwoche leider krankheitsbedingt ab.“ Also fragte der Mannschaftsleiter noch mal bei Balázs Bacskai an, der gerade ein zweiwöchiges Trainingslager mit der Nationalmannschaft auf Kuba hinter sich hatte. Da der Ungar am Wochenende noch nicht in der WSB zum Einsatz kommt, steht einem Einsatz gegen Hannover nichts mehr im Weg. „Natürlich freuen wir uns noch mal auf seine Dienste setzen zu können. Er ist ein absoluter Sieggarant“, betont Dietrich-Scherfling die Wichtigkeit Bacskais.

Wie schon in den ersten Kämpfen gegen Prag und Babelsberg rechnet Michael Döring in Hannover mit einem Fight auf Augenhöhe, der möglicherweise wieder erst im Superschwergewicht entschieden wird. „Natürlich hätten wir nix dagegen unsere Serie der gewonnenen letzten Kämpfe weiter auszubauen, mit einem 11:10 wären wir wieder zufrieden“, liebäugelt Döring. Zum entscheidenden Duell kann es dabei zwischen Vladimir Ivanov und dem noch in der Vorsaison für Nordhausen kämpfenden Max Keller kommen: „Natürlich wissen wir um seine Stärken. Er zählt zur nationalen Spitze und kann in eigener Halle jeden schlagen. Hier müssen wir auf der Hut und auf alles gefasst sein.“